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Tempolimit statt Herzinfarkt

„Tag gegen Lärm" in München: Gesundheitsladen klärt über Risiken und Gegenmaßnahmen auf

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Mit bis zu 99 Dezibel brausen die Fahrzeuge unter der Donnersbergerbrücke hindurch. Gunhild Preuß-Bayer weiß, dass schon ab 54 Dezibel das Herzinfarkt-Risiko um 30 Prozent steigt.

Der „Tag gegen Lärm" will auf Gefahren durch zuviel Lärm aufmerksam machen – Stadt aber auch Bürger sind jetzt in der Pflicht. Die Stadt  veranstaltet zahlreiche Veranstaltungen.

München – Hoher Blutdruck, Tinnitus oder Herzprobleme – das alles kann eine Folge von Lärm sein. Um auf diese negativen Folgen aufmerksam zu machen, veranstaltet der Gesundheitsladen München seit 1999 immer am letzten Mittwoch im April einen „Tag gegen Lärm“.

„Die Hauptlärmquelle ist der Autoverkehr“

In München gibt es zahlreiche Orte mit einer zu hohen Geräuschkulisse. „Die Hauptlärmquelle ist der Autoverkehr“, sagt Gunhild Preuß-Bayer vom Gesundheitsladen. Deshalb sind unter anderem die Anwohner der Landshuter Allee, der Chiemgaustraße, der Orleansstraße und der Lindwurmstraße besonders lärmgeplagt.

„Man muss den Mut haben, die Zahl der Autos in der Stadt zu reduzieren“, fordert Preuß-Bayer. Dafür müsse der öffentliche Nahverkehr attraktiver und billiger werden. Außerdem will Preuß-Bayer die Parkplätze in der Innenstadt stark verringern. „Wenn die Leute wissen, dass sie ihr Auto nicht direkt vor der Ladentür abstellen können, fahren sie gleich mit der S-Bahn zum Einkaufen ins Zentrum.“ Eigentlich wünscht sie sich eine komplett autofreie Altstadt.

Tempolimit wäre sinnvoll

An stark befahrenen Straßen wäre ein Tempolimit sinnvoll. Allerdings werde das Thema Lärm in München stiefmütterlich behandelt. Gerade gegen Tempolimits gebe es ebenso wie gegen den Wegfall von Parkplätzen erheblichen Widerstand.

Laut EU hätte München schon 2008 einen Lärm­aktionsplan aufstellen müssen. Doch der lasse immer noch auf sich warten. Dem widerspricht das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU): In den vergangenen Jahren habe man vielerorts lärmmindernden Fahrbahnbelag eingebaut und Tempo 30 vorgeschrieben. Seit Ende 2018 gebe es zudem eine Lärmkarte für München, die das RGU gerade auswerte.

Viele Fahrten könnten leicht mit dem Fahrrad erledigt werden

Auch die Münchner sieht Preuß-Bayer in der Pflicht: „Die Hälfte der Fahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Die könnte man leicht mit dem Fahrrad bewältigen, wenn man mal den inneren Schweinehund überwindet“, meint sie. Immerhin: Lieferdienste setzten in der Innenstadt inzwischen Lastenräder ein. Und die Bahn habe durch Lärmschutzwände und neue Fahrzeuge einen großen Sprung gemacht. 

Andreas Schwarzbauer

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Termine

Im Rahmen des „Tags gegen Lärm“ findet noch bis Juli ein umfangreiches Programm statt:

  • Samstag, 27. April, ab 21 Uhr: Fledermaus-Exkursion im Englischen Garten, Bushaltestelle Chinesischer Turm.
  • Montag, 29. April, ab 19.30 Uhr: Führung zu den autofreien Wohnprojekten in der Öko-Ecke, Caroline-Herschel-Straße 25.
  • Donnerstag, 2. Mai, ab 19 Uhr: Singabend, Gesundheitsladen, Astallerstraße 14.
  • Donnerstag, 9. Mai, ab 18 Uhr: Themenabend im Bauzentrum, Willy-Brandt-Allee 10.
  • Freitag, 10. Mai, ab 16 Uhr: Hör-Exkursion durchs West­end, Gesundheitsladen, Astallerstraße 14.
  • Donnerstag, 4. Juli, ab 19 Uhr: Vortrag zum Tinnitus, MVHS, Troppauer Straße 10.

Hallo München-Umfrage der Woche

Wir haben die Münchner gefragt: „Welcher Lärm nervt Sie am meisten?“ Mit einem derart eindeutigen Ergebnis hätten wir nicht gerechnet... 

Kerstin Witzl (23) aus Untergiesing-Harl aching.

Kerstin Witzl (23) aus Untergiesing-Harlaching: „Mich stören am meisten die Autos und das ständige Hupen. Ich glaube es würde helfen, wenn man generell weniger Auto fährt und lieber den öffentlichen Nahverkehr benutzt. Dafür ist jeder selber verantwortlich, aber auch die Stadt kann da noch mehr tun.“

Andreas Bischof (52) mit Franz (3) aus Haidhausen.

Andreas Bischof (52) mit Franz (3) aus Haidhausen: „Der penetrante Lärm von Autofahrern, die extra laut fahren ist am Schlimmsten! Wir wohnen zwar zum Glück relativ ruhig, aber solche Raser stören oft in der Privatsphäre. Ich sehe da die Erzeuger in der Verantwortung, den Lärm runter zu schrauben.“

Matthias Fiedler (43) aus Schwabing-West.

Matthias Fiedler (43) aus Schwabing-West: „Aufgemotzte Autos und Motorräder machen einen riesen Lärm und müssen in der Stadt einfach nicht sein. Man sollte lieber mehr Fußgängerzonen gestalten. Natürlich muss die Politik handeln, aber die Bürger müssen mehr Druck ausüben!“

Elias Duppe (30) aus der Isarvorstadt.

Elias Duppe (30) aus der Isarvorstadt: „Das Fenster von meinem Schlafzimmer liegt direkt zur Straße hin. Ab sechs Uhr morgens kann ich nicht mehr schlafen, der Verkehr ist einfach zu laut. Die einzige Lösung ist, dass sich jeder dem Problem bewusst wird und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigt.“

Felizitas Schäfer (26) aus Schwabing.

Felizitas Schäfer (26) aus Schwabing: „Mich stört das Hupen der fahrenden Autos: Bei der Fußball-WM letzes Jahr war es besonders schlimm. Ansonsten habe ich eigentlich kein Problem mit dem Lärm. Das muss man in Kauf nehmen, wenn man sich dazu entscheidet, in einer Großstadt zu leben.“

Rosmarie Schendel (79) aus Hasenbergl.

Rosmarie Schendel (79) aus Hasenbergl: „Ich wohne schon mein ganzes Leben in München und ich liebe die Stadt. Im Laufe der Zeit hat sich natürlich viel getan, aber ich würde die Stadt nicht als laut bezeichnen. In meiner Wohngegend ist es außerdem sehr ruhig.“
Umfrage: Paula Schoppe & Tim Pohl

Für mehr Lebensqualität – Tempo 40: Verdistraße könnte künftig ruhiger werden. Alternativen für weniger Verkehr auf Münchens Straßen werden bereits vielerorts diskutiert. Jedoch gibt es gegen besagt Alternativen auch herbe Kritik und Widerstand: Flugtaxis - Deshalb dürfen sie nicht am Pasinger Bahnhof landen. Menschen, die einem tagtäglich im Verkehr begegnen, ohne, dass man sie kennt: Stimmen aus dem Off: Das sind die Gesichter hinter den Münchner Sprechern

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