Stadtrat: Busspuren und Tiefgaragen sollen Verbesserung bringen

Verfahrene Situation: Wie München gegen den Mobilitäts-Stillstand vorgehen will

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Endlich freie Fahrt? Reine Busspuren, eine City-Maut und verbessertes Parkraummanagement sollen Münchens Vekehrsinfrastruktur aus der Krise helfen.

München – Pannen, Verspätungen, Ausfälle und Stau: Münchens Verkehrsnetz steht kurz vor dem Kollaps – In einer Stadtrats-Sondersitzung wurde jetzt über die Zukunft der Mobilität diskutiert

Staus auf den Straßen, verspätete Busse, defekte U-Bahnweichen: Münchens Verkehrs­infrastruktur kollabiert. Wie ernst die Lage ist, zeigt eine Sondersitzung des Stadtrats, die sich ausschließlich mit dem Thema Mobilität der Zukunft beschäftigt hat. Rund drei Stunden debattierten die Fraktionen, wie der Verkehrs-Gau verhindert werden kann. Bezeichnenderweise verspätete sich MVG-Chef Ingo Wortmann wegen des Weichenbruchs am Marienplatz.

Konkret wurde man bei Bus­spuren, City-Maut und Parkplätzen. OB Dieter Reiter forderte reine Busspuren: „Damit die Grundidee zur Überzeugung wird, dass es besser ist, wenn 70 Leute gemeinsam im Bus statt allein im Auto sitzen.“ Dafür würden sich laut Informationen der MVG Stellen wie die Donnersbergerbrücke und die Prinzregentenstraße anbieten. Für letztere und acht weitere Straßen, wie die Brudermühlstraße und Allacher Straße, sind diese Spuren für dieses Jahr geplant.

Um den Autoverkehr zu steuern sei es wichtig, das Park­raummanagement auszubauen und über eine City-Maut nachzudenken. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die „Inzell-Initiative“, eine Kooperation der Landeshauptstadt mit BMW zur Lösung von Verkehrsproblemen. Der Vorschlag einer Innenstadt-Maut stieß im Stadtrat allerdings auf breite Ablehnung.

Mehr Raum für Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV: Der zweite Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) erklärte sich bereit, dafür Parkplätze wegfallen zu lassen, wenn Ersatz geschaffen werde. Dafür könnte mit Unternehmen zusammengearbeitet werden, deren Tiefgaragen noch nicht ausgelastet sind. Konkreter soll es im Stadtrat erst vor der Sommerpause werden.

Sabina Kläsener

Kommentar: „Eine Farce!“

Drei Stunden habe ich dem Stadtrat zugehört – drei Stunden wurde gezankt. Wer hat was verhindert, wer hat was in der Vergangenheit getan: Es ging mehr um Parteipolitik als um das große Ganze. Trotzdem feierte man sich hernach für die gute Diskussion. 

Ich fahre jede Woche rund zehn Stunden im ÖPNV. Der Bus steht täglich im Stau, wenn ich Glück habe ist eine der drei U-Bahnlinien, die ich fahre, störungsfrei. Es ist fünf nach zwölf – jetzt heißt es Handeln statt Zanken, Politiker!

Sabina Kläsener, Redakteurin

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