In Sorge um Münchens Vierbeiner

Sie bangte um ihren Amadeus

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Seit der Not-OP muss Amadeus einen Anzug tragen, damit die Wunde am Bauch geschlossen bleibt. Gabriele Kloock ist noch immer schockiert.

München – Sie sind die besten Freunde des Menschen und stehen ihren Herrchen und Frauchen treu zur Seite – Doch Vorfälle wie diese bereiten den Hundehaltern Sorgen

Noch immer ist Gabriele Kloock zutiefst schockiert. Kurz vor Weihnachten wollte sie ein Päckchen aufgeben und betrat mit ihrem Hund Amadeus an der kurzen Leine den Vorraum der Postbank Filiale an der Gotthardstraße. Was dann passierte, hätte den dreijährigen Rüden beinahe das Leben gekostet.

Kloock hatte ihrem Amadeus den Rücken zugedreht, als sie plötzlich ein Fauchen „wie von einem Raubtier“ vernahm. „Als ich mich umdrehte, sah ich nur noch, wie Amadeus durch die Luft flog“, erzählt Kloock. Was geschehen war: Bereits beim Betreten der Filiale war Kloock ein schwarzer Hund „von der Gestalt eines Huskys, nur viel größer“ aufgefallen. „Er hatte dunkle Augen und einen schwarzen Kopf, der Körper war weiß gefleckt.“ Dieser Hund hatte Amadeus angegriffen und so schwer am Bauch verletzt, dass der Powder Puff gut zwei Stunden operiert werden musste. Die Wunde war lebensbedrohlich, erklärt die behandelnde Tierärztin: „Sie war wesentlich tiefer als sie zunächst aussah, der Bauchmuskel war durchgerissen.“

Was Kloock besonders wütend macht, ist das Verhalten der Halterin des schwarzen Hundes: „Sie hat einfach die Flucht ergriffen!“ Kloock hofft nun, dass die Halterin, die eine olivfarbene Jacke trug, gefunden wird und der Vorfall Konsequenzen nach sich zieht: „Maulkorb-Anordnung, Zwang zum Besuch der Hundeschule. So jemand darf nicht einfach unter Leute gelassen werden!“

Jasmin Feustel, Sprecherin der Postbank, bestätigt die Situation: „Ein Kundenberater hat beobachtet, dass der kleine Hund gebissen wurde. Als er sich die Situation genauer ansehen wollte, waren der andere Hund und seine Besitzerin bereits nicht mehr vor Ort.“ Postbank-Mitarbeiter würden regelmäßig hinsichtlich verschiedener Gefahren-Situationen geschult werden, allerdings beinhalten diese keine Auseinandersetzungen zwischen Hunden. Denn: „In unseren Filialen sind Hunde nicht erlaubt. Darauf weist auch ein Schild vor dem Eingang des Filialraums hin“, bemerkt Feustel.

Weil sich Kloock rund um die Uhr um die Gesundheit von Amadeus kümmerte, erstattete sie erst ein paar Tage nach dem Vorfall schriftlich Anzeige bei der Polizei. Doch diese verweist auf das Kreisverwaltungsreferat. Sprecher Johannes Mayer erklärt grundsätzlich: „Zunächst müsste, wenn die Halterin bekannt und den Wohnsitz in München hat, die betreffende Person zum Vorfall angehört werden. Es gilt dann, den Sachverhalt aufzuklären. Gegebenenfalls werden dafür auch Zeugen befragt. Erst dann kann das KVR eine Entscheidung bezüglich weiterer Maßnahmen treffen.“

Mittlerweile ist Amadeus wieder genesen, die Fäden an der Wunde wurden gezogen. Was bleibt: Eine Tierarzt-Rechnung von rund 1000 Euro.

Daniela Borsutzky

Hunde-Attacken

Im 1. Halbjahr 2018 gab es 289 Mitteilungen zu Vorfällen mit Hunden bei der Stadt. Das Kreisverwaltungsreferat erließ 107 sicherheitsrechtliche Anordnungen sowie 66 schriftliche Belehrungen und verhängte zwölf Zwangsgelder wegen Verstoßes gegen sicherheitsrechtliche Anordnungen.

Doch nicht nur Hunde-Attacken halten Münchens Hundehalter in Atem: In Bogenhausen herrscht aktuell Giftköder-Alarm.

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