Das sagen Stadt und Bürger

Silvesterparty: Feiermeile mit Feuerwerk statt Böllerverbot?

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In Wien gibt es längst einen Silvesterboulevard, in Berlin, New York und Paris sowieso. Kommt ein solcher jetzt auch in München?

München – Die Landeshauptstadt soll an Silvester eine zentrale Party in Form einer Feiermeile bekommen – nach dem Wiener Vorbild. Wer die Idee hatte und wo und wie gefeiert werden soll, lesen Sie hier.

Ein Partymeile mit zentralem Feuerwerk und Lichtershow im Hofgarten. Imbissbuden, Standl mit Bier und Prosecco sowie Musikbühnen entlang der Route durch die Altstadt – vom Jakobsplatz über den Viktualienmarkt zum Marienplatz, durch die Kaufinger- und Neuhauser Straße bis zum Stachus, über Frauenplatz, Theatiner- und Residenzstraße bis zum Max-Joseph-Platz.

So stellt sich der Harlachinger Michael Sporrer das nächste Silvester in München vor. Als Bürger, wie er betont, – er sitzt nämlich für die SPD im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching – hat er nun ein Bürgeranliegen beim Wirtschaftsreferat eingereicht.

„Man kann das als Silvesterspaziergang betrachten“, sagt Sporrer. Von 16 bis 2 Uhr soll die Meile geöffnet sein, die nicht nur Touristen locken, sondern auch ein neues Wahrzeichen Münchens werden soll.

„Ich bin für solche Ideen grundsätzlich offen und halte das für durchaus überlegenswert“, sagt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner auf Hallo-Anfrage. Aber: „Man muss die Bürger miteinbeziehen, auch die Anwohner, und natürlich über Finanzierung und eine klare Strukturierung nachdenken.“ Gerade mit Blick auf das Verbot privater Silvesterböllerei, für das sich derzeit mehrere Bürger stark machen, hält er den Vorschlag für überlegenswert. 

Allerdings ist Baumgärtner, der auch BA-Chef in Untergiesing-Harlaching ist, überzeugt: „Ich habe da eine klare Haltung: Ich bin gegen solche Verbote und finde es besser, Anreize zu schaffen.“ Und ein zentrales Feuerwerk könnte ein eben solcher sein.

Allerdings hatte Sporrer den Vorschlag seit 2013 bereits zweimal beim Wirtschaftsreferat eingereicht – und bislang nur Absagen geerntet.

Doch jetzt, wo die Initiative „Silvesterböllerei? Nein Danke!“ offenbar großen Anklang unter den Münchnern findet, sei es an der Zeit, endlich ein zentrales Feuerwerk zu organisieren, findet der Harlachinger.

5000 Münchner fordern, privates Geböller zu verbieten

Der Harlachinger Michael Sporrer macht sich für eine zentrale Münchner Feiermeile stark.

„Die Meile mit einem Feuerwerk der Stadt wäre zumindest ein Anfang“, sagt indes Jürgen Schmoll von der Initiative. Seit vergangenem Sommer haben er und seine Kollegen 16 Bürgerversammlungen besucht – und in 14 davon Zustimmung zu ihrer Forderung, privates Böllern zu verbieten, erhalten hat. Knapp 5000 Unterschriften hat die Initiative seither gesammelt. Einen Einwand hat Schmoll trotzdem: „Aber bitte keine richtigen Feuerwerkskörper, sondern stattdessen ein Lasershow-Feuerwerk – sonst ist die Luft ja wieder total verdreckt.“

Selbst was die Finanzierung betrifft, hat Sporrer einen konkreten Vorschlag: Der Fond der „Tourismus Initiative München“ (TIM) und der Verein der Innenstadtwirte sowie die Stadt sollten dafür aufkommen. Die TIM wollte sich zu dem Vorschlag nicht äußern – dazu bedürfe es erst einer internen Abstimmung, hieß es bei der Pressestelle. Der Vorsitzende der Innenstadtwirte, Christian Schottenhamel, war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Abgelehnt hatte die Stadt die Vorschläge in der vergangenheit vor allem aus zwei Gründen: „Wegen des Denkmalschutzes in der Innenstadt und wegen der Sicherheit“, erinnert sich Sporrer.

Dabei sieht der Chef des Landesamtes für Denkmalschutz, Professor Mathias Pfeil, die Idee eigentlich als völlig unproblematisch an: „Aus meiner Sicht spricht da nichts dagegen. Im Gegenteil: Wenn das Böllern eingeschränkt wird und es stattdessen ein professionelles Feuerwerk gibt, wäre das sogar besser.“ 

Der Generalkonservator des Amtes betont zwar, dass er keine Genehmigungen erteilt und nur Empfehlungen abgibt. Doch für ihn steht fest: „Die Denkmäler in der Münchner Innenstadt brauchen in dieser Hinsicht keinen anderen Schutz, sie sind ebenso gefährdet wie jedes andere Gebäude auch.“

Hanni Kinadeter

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