Sommerliches Flanieren ohne Autos

Sommer-Flair statt Party-Ärger: Bezirksausschuss fordert vielseitige Maßnahmen für Wedekindplatz 

Idylle bei Tag, Ärgernis bei Nacht: Wildpiesler und Müll machen Anwohnern zu schaffen. 
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Idylle bei Tag, Ärgernis bei Nacht: Wildpiesler und Müll machen Anwohnern zu schaffen. 

Der Wedekindplatz als "Sommerstraße"? Darauf hofft der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann. Außerdem sollen Maßnahmen gegen Müll und Wildpiesler kommen.

  • Der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann will dass der Wedekindplatz als Sommerstraße temporär beruhigt wird. 
  • Auf dem Platz in Schwabing gibt es derzeit außerdem Probleme mit Müll und Wildpieslern.
  • Deshalb hat der BA jetzt zahlreiche Maßnahmen überlegt. 

Schwabing - Müll, Menschenansammlungen und Wildpiesler – Anwohner rund um den Wedekindplatz sind derzeit unzufrieden. Dem Bezirksausschuss Schwabing-Freimann lag zu seiner jüngsten Sitzung deshalb ein Bürgeranliegen zu dem beliebten Platz in Schwabing vor. Hierin beschwerte sich ein Münchner sowohl über Verschmutzungen als auch über das Problem von nächtlichen Wildpieslern. 

Wedekindplatz: Anwohnerfrust über Müll und Wildpiesler

Die Viertelvertreter nahmen das Problem ernst und sammelten verschiedene Ideen, wie man die Situation am Platz künftig verbessern kann. Ekkehard Pascoe (Grüne) schlug vor, die bestehenden Mülleimer öfter zu leeren, Petra Piloty (SPD) hatte indes die Idee, größere Kübel aufzustellen. Auch beim Thema fehlende Toilette fielen den Viertelvertretern verschiedene Lösungsansätze ein. Dorothea Wiepcke, Fraktionssprecherin der CSU, hatte die Idee, das Allparteiliche Konfliktmanagement in München (AKIM) einzuschalten, Jens Bergmann (FDP) verwies hingegen auf das bereits bestehende Projekt der „netten Toilette“, bei dem die Stadt Lokale bezuschusst, wenn sie ihr stilles Örtchen nicht nur den Gästen, sondern allen zur Verfügung stellen. 

Toilette am Wedekindplatz - "Ein Dixi-Klo kann ich mir an dieser Stelle nicht vorstellen“

Das Anliegen und die Ideen sollen nun an die Bezirksinspektion, die Polizei sowie die städtische Abteilung Gartenbau weitergegeben werden. „Wir werden schauen, was man machen kann. Ein Dixi-Klo kann ich mir an dieser Stelle allerdings nicht vorstellen“, so BA-Chef Patrick Wolf (CSU). Auch die Polizei ist derzeit häufiger vor Ort. „Seit dem Wegfallen der Ausgangsbeschränkungen Anfang Mai gab es dort rund 15 Einsätze“, so ein Sprecher der Münchner Polizei auf Nachfrage. „Es kam dabei zu größeren Ansammlungen, die von Anwohnern oder anderen Leuten gemeldet wurden.“

Das kostet Wildpieseln: Münchner Polizei klärt auf 

Pieseln an öffentlichen Orten ist grundsätzlich verboten. „Wenn wir einen Wildpiesler erwischen, sprechen wir ihn gezielt an“, so ein Sprecher der Münchner Polizei. Zudem gäbe es die Möglichkeit, eine Art Strafzettel auszustellen. „Das kostet dann 35 Euro, ähnlich wie das Falschparken“, so der Sprecher. Wenn es direkt in der Öffentlichkeit passiert und außenwirksam ist, könne es auch zu einer Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit kommen. Dann prüft das KVR je nach Einzelfall und kann auch ein höheres Bußgeld verhängen.

Sommerliches Flanieren am Wedekindlplatz - diese Sommerstraßen sind in der Münchner Mitte möglich

Der BA Schwabing-Freimann hofft außerdem, dass der Wedekindplatz während den Sommerferien verkehrsberuhigt wird. Der Stadtrat hat beschlossen, wegen der Corona-Pandemie mehrere Straßen zu „Sommerstraßen“ umzuwandeln und sie temporär als verkehrsberuhigte Bereiche auszuzeichnen. In dieses Programm will der BA den Wedekindplatz aufnehmen. 

Der BA Schwabing-Freimann schlägt vor: Ebenso wie der Wedekindplatz soll auch ein Teil der Occamstraße  verkehrsberuhigt werden. 


Der beige gepflasterte Bereich um den Platz soll dabei ebenso wie die Occamstraße zwischen Wedekindplatz und Haimhauserstraße verkehrsberuhigt werden. Zudem soll geprüft werden, ob sich eine temporäre Fußgängerzone für das Stück der Feilitzschstraße zwischen Sieges-/Markt- und Occamstraße eignet. Auch im Nachbarbezirk Maxvorstadt hoffen die Grünen darauf, dass unter anderem Teile der Augusten-, Theresien- oder Türkenstraße im Sommer temporär autofrei werden. 

Für das Stück der Feilitzschstraße, das an den Wedekindplatz grenzt, soll geprüft werden, ob eine temporäre Fußgängerzone möglich ist. 

Auch im Münchner Norden wird es diesen Sommer Nachbarschaftsstraßen geben. Dafür sollen die BA ihre Vorschläge zeitnah an die Stadt richten. Wo das im Norden denkbar wäre.

Damit Radfahrer in München während der Corona-Pandemie mehr Platz haben, gibt es jetzt außerdem mehrere Pop-Up-Bike-Lanes in der Stadt.

Kassandra Fischer

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