Aus für Fotografen?

Passfotos nur noch im Amt – Neues Gesetz bedroht 60 Prozent der Münchner Foto-Studios

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Ist das das Aus für über die Hälfte der Münchner Foto-Studios?

Laut eines aktuellen Gesetzesentwurfs sollen Passfotos ab Sommer 2022 nur noch auf dem Amt gemacht werden dürfen. Ein Problem für die Fotografen...

München – „Das bedroht die Existenz von Studios, die auf Portraitfotografie spezialisiert sind“, erklärt Bert Richter, Obermeister der Fotografeninnung Schwaben-Oberbayern. Klingt das noch harmlos, könnten die Folgen für Münchner Studios drastisch sein. Hier träfe das nach seiner Schätzung auf 60 Prozent der Fotostudios zu! „Biometrische Passbilder sichern das Grundeinkommen des Studios, damit Mitarbeiter und Miete bezahlt werden können.“ 

Mit der Neuerung, für die der Bund 177 Millionen Euro investieren würde, soll laut Innenminister Seehofer verhindert werden, dass Passfotos durch Bildbearbeitungsprogramme verändert werden. Beim sogenannten „Morphing“ verschmelzen zwei Gesichter zu einem neuen – ein Albtraum für die Sicherheitsbehörden. Das bedrohe die Funktion des Passes als Dokument der Identitätsfeststellung, warnt das Innenministerium. Stattdessen sollen 11 000 Selbstbedienungsterminals vor Ort die Bilder digital weiterleiten. Ein Passbild soll dann zwischen vier und sechs Euro kosten. 

Richter, der seit 1983 als Fotograf arbeitet, schätzt: „Das Gesetz wird kommen. Wir Fotografen haben keine Lobby.“ Die Folgen seien verheerend: Wenn diese Studios schließen, werden rund zwei Drittel der Lehrlinge nicht mehr ausgebildet. 

Das Ministerium holt sich derzeit Rückmeldung auf den Vorstoß ein. KVR-Sprecher Johannes Mayer erklärte in Hallo: „Aktuell können die Auswirkungen nicht konkret geschätzt werden.“ Man rechne aber mit zusätzlichem Personal- und möglicherweise auch Raumbedarf. „Wir unterstellen, dass der Gesetzgeber die Verhältnismäßigkeit der geplanten Maßnahmen berücksichtigt hat“, so Mayer. 

sab

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