Ab Dienstag unterwegs

Der Wärmebus ist im Einsatz – Mehr Hilfe für Obdachlose in der kalten Jahreszeit  

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Der Wärmebus soll Obdachlosen in München helfen und bei Bedarf in ein Kälteschutzprogramm fahren.

Die kalte Jahreszeit ist vor allem für Menschen ohne Obdach sehr hart. Um ihnen zu helfen, startet ein neues Hilfsprogramm – der Wärmebus.  

In München startet am Dienstag ein neues Angebot für obdachlose Menschen – der sogenannte Wärmebus. Der Bus soll Menschen, die auf der Straße leben, die Möglichkeit geben, insbesondere in kalten Winternächten auch kurzfristig in eine Unterkunft gefahren zu werden. Der Bus wird durch den Träger der Wohnungslosenhilfe, das Evangelische Hilfswerk München, betrieben.

So funktioniert der Wärmebus

Die Streetworker der Teestube „komm“ und der Beratungsstelle „Schiller25“ sollen zuerst die Hilfsbedürftige auf den Straßen und Plätzen in München aufsuchen und sie bei Problemen mit ihrer jeweiligen Lebens- und Wohnsituation beraten und unterstützen.

Der Wärmebus soll als Ergänzung zur Streetwork die Hilfebedürftigen in die Räume des Kälteschutzprogramms in der BayernKaserne, in das Haus an der Pilgersheimer Straße (Unterkunft für wohnungslose Männer) oder das Frauenobdach Karla 51 (mit Karla 40 und dem Schutzraum für Frauen) bringen.

„Über den Wärmebus stellen wir künftig sicher, dass Menschen, die es nicht selbst schaffen, in das Kälteschutzprogramm in der Bayernkaserne zu kommen, dort hingefahren werden können. Die Menschen erhalten dann dort nicht nur ein Bett zum Schlafen und die Möglichkeit zu duschen, sondern auch eine Beratung, um die Perspektiven in München zu klären und die Lebenssituation längerfristig zu verbessern“, erklärt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. 

Hallo-Selbstversuch in einer Kälteschutz-Unterkunft

Laut SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Müller, seien die Kälteschutz-Unterkünfte kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und bieten eine würdige und sichere Möglichkeit zur Übernachtung in jeder Jahreszeit.

Wie es in einem Kälteschutzprogramm genau aussieht, haben zwei Hallo München Redakteurinnen in einem Selbstversuch getestet. Was die beiden in einer Nacht in der Bayernkaserne erlebt haben, erfahren Sie hier.

Der Wärmebus soll obdachlose Menschen informieren

Das Hauptanliegen des Wärmebus sei es, obdachlose Menschen darüber zu informieren, dass es Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Sie sollen zur Annahme von Hilfsangeboten motiviert werden und bei Bedarf in die Übernachtungsunterkunft gefahren werden. Das Angebot basiert jedoch auf Freiwilligkeit.

„Oftmals braucht es diese Starthilfe, um zu erreichen, dass die Betroffenen ein Bett in Anspruch nehmen und erleben können, dass es Alternativen zur ‚Platte‘ , also zum Übernachten im Freien gibt. Ziel ist es aber auch, Kontakte zu Obdachlosen zu knüpfen, die unsere Streetworker während ihrer regulären Einsatzzeiten nicht erreichen. Ein Wärmebus-Einsatz ist in dem Sinn auch bereits erfolgreich, wenn die betreffende Person dann am nächsten Tag Hilfe annimmt und zum Beispiel den Schutzraum Teestube besucht.“, berichtet Franz Herzog, Leiter der Teestube „komm“.

Zu diesen Zeiten ist der Wärmebus im Einsatz 

Der Wärmebus soll in diesem Jahr von Januar bis April sowie im November und Dezember drei- bis viermal die Woche, in der Regel von 16 bis 21 Uhr, im Einsatz sein. Je nach Auslastung und Bedarf sei im darauffolgenden Winter eine Ausweitung auf weitere Abende möglich.

Erreichbar ist der Wärmebus ab dem 13. Januar unter der E-Mail- Adresse waermebus@hilfswerk-muenchen.de. Bürgerinnen und Bürger können aber auch telefonisch auf hilfebedürftige Obdachlose hinweisen: 

  • Beratungsstelle Schiller 25: Telefon 54594140 (täglich von 13 bis 21 Uhr). 
  • Teestube „komm“: Telefon 771084 (wochentags 9 bis 12 Uhr und 14 bis 20 Uhr; Wochenend- und Feiertage 14 bis 20 Uhr).   
  • Wichtig: Bei lebensbedrohlichen Situationen oder wenn schwer kranke obdachlose Menschen angetroffen werden, bitte immer den Notruf (112) und/ oder die Polizei (110) verständigen!

Quelle: RU/SPD/jh

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