Veränderungen im Überblick

Neuerungen bei der MVG/MVV: Fahrplanwechsel, 365-Euro-Ticket, neue Züge, reformierter Tarif

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Die Veränderungen der MVG/MVV im Überblick: 365-Euro-Ticket, reformierter Tarif und Fahrplanwechsel.

Anlässlich des reformierten MVV-Tarifs, der am Sonntag in Kraft tritt, gibt es hier einen Überblick zu allen Veränderungen bei der MVV und der MVG. Was sie alles wissen müssen...

  • Am Freitag, den 6. Dezember hat die MVV-Gesellschafterversammlung die Einführung eines Jahrestickets für Schülerinnen und Schüler, Azubis, FSJler/innen und Beamtenanwärter/innen beschlossen. 
  • Das Ticket soll 365 Euro pro Jahr kosten und ist ohne Einschränkungen im MVV-Gesamtnetz gültig. Das bedeutet, dass Nutzungsberechtigte des neuen Tarifs ab dem Schuljahresbeginn 2020 für 1 Euro pro Tag den ÖPNV nutzen dürfen. 

    Dafür hat sich der Arbeitskreis Jugend- und Ausbildungsticket des Kreisjugendring München-Stadt (KJR) sieben Jahre lang eingesetzt. 

    Ab dem Schuljahresbeginn 2020 können Schülerinnen und Schüler, Azubis, FSJler/innen und Beamten-Anwärter/innenfür 1 Euro pro Tag den ÖPNV nutzen dürfen.

    Bereits 2012 forderte der Arbeitskreis ein solches Ticket. Es galt aufgrund von rechtlicher, finanzieller und politischer Hürden als unmögliches Vorhaben.

    Der Beschluss der Gesellschafterversammlung heute bedeutet für junge Menschen in Bildung und Ausbildung endlich einen bezahlbaren, fairen und einfachen Tarif, der sie auf dem Schul- bzw. Arbeitsweg, aber auch in der Freizeit mobil und eigenständig macht. Nun gilt es nur noch, in den kommenden Jahren auch die Studierenden mit ins Boot zu holen.

    Münchner U-Bahn: 

    Freistaat fördert neue Züge mit 53 Millionen Euro; Verkehrsminister Dr. Hans Reich-hart übergibt Bescheid

    Der Freistaat Bayern finanziert neue Züge für die Münchner U-Bahn mit: Er fördert die aktuelle Beschaffung mit rund 53 Millionen Euro vor allem aus dem bayerischen Maßnahmenpaket zur Luftreinhaltung. 

    Die Förderung betrifft zunächst 22 von insgesamt 24 neuen Fahrzeugen. Es handelt sich da-bei um sechsteilige Gliederzüge vom Typ C2 von Siemens Mobility, die mehr als 250 Millionen Euro kosten. 

    Drei dieser Züge sind bereits in München und durchlaufen derzeit das erforderliche Inbetriebsetzungs- und Zulassungsver-fahren. Die 21 weiteren folgen sukzessive bis 2022. Die MVG erwartet nach heutigem Planungsstand, dass der Einsatz des ersten neuen Zuges bis Mitte 2020 von der Regierung von Oberbayern genehmigt wird.

    Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart (links) überreichte den Förderbescheid im U-Bahnhof Sendlinger Tor.

    Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart: „Wir wollen mehr Menschen dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen. Wenn wir die Luftqualität in München verbessern und Stau vermeiden wollen, muss ein attraktives Angebot geschaffen werden – wir schaffen so etwas nur durch Akzeptanz der Fahrgäste. 

    Deshalb investieren wir hier in moderne Züge. Sie bieten fast zehn Prozent mehr Platz als die älteren Fahrzeuge und erweitern die U-Bahn-Flotte der MVG. Wir fördern die Züge mit einem erhöhten Fördersatz von 40 Prozent. 

    Das stärkt den ÖPNV in der Metropolregion München. Das Geld könnte nicht besser angelegt sein.“ Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart überreichte den Förderbescheid im U-Bahnhof Sendlinger Tor.

    Die Züge werden im Wiener Siemens-Mobility-Werk gebaut. Von dort kommt ein Teil der Fahrzeuge in das herstellereigene Prüf- und Validationcenter Wegberg-Wildenrath in Nordrhein-Westfalen, wo sie ein umfangreiches Testprogramm durch-laufen. Anschließend erfolgt die Überführung nach München. 

    Elf der 24 neuen Züge werden ältere Fahrzeuge ersetzen, 13 vergrößern die Flotte und ermöglichen damit auch Angebotsverbesserungen. Die C2-Züge bieten rund 940 Fahrgästen Platz.

    MVG-Fahrplanwechsel – Verlängerung der Buslinien X30, 180,und N77

    Der ExpressBus X30, der bislang zwischen Harras und Ostbahnhof unterwegs ist, wird montags bis freitags ab Ostbahnhof zum Arabellapark verlängert. 

    Unterwegs stoppen die Busse an den Haltestellen Haidenauplatz (Umstieg Tram 21), Grillparzerstraße (Tram 19), Einsteinstraße (Bus 59), Vogelweideplatz (Tram 19) und Cosimabad (Tram 16, 17; Bus 154, 183, 184) und sorgen damit für attraktive Umsteigemöglichkeiten.

    Für die Strecke vom Ostbahnhof bis zum Arabellapark benötigen die Busse fahrplanmäßig 17 Minuten.

    Auch der StadtBus 180 geht in die Verlängerung. 

    Vom Kieferngarten kommend wenden die Busse ab 16. Dezember nicht mehr am Westfriedhof, sondern fahren weiter über Nederlinger Straße (Bus 51, 143), Amalienburgstraße (Tram 17, Bus 162), Obermenzing (S2, Bus 158) und Paul-Gerhardt-Allee bis zur Berduxstraße. 

    Hier wechseln die Fahrzeuge auf die Linie 161, so dass auch der Pasinger Bahnhof (Nordseite) umsteigefrei erreicht wird. Der bisherige Linienweg der Linie 180 bleibt unverändert, so dass eine direkte Verbindung von Pasing und Obermenzing zu den Gewerbestandorten in Milbertshofen-Am Hart entsteht. 

    Auf der gesamten Linien-länge fährt montags bis samstags alle 20 Minuten ein Bus, im Abschnitt Kieferngar-ten – Am Hart auch an Sonn- und Feiertagen. Die Fahrten der Linie 171 auf diesem Abschnitt gehen in der Linie 180 auf. Sämtliche Anschlussverbindungen sind in der folgenden Grafik aufgeführt.

    NachtBus N77 

    Der NachtBus N77 wird über seine bisherige Endhaltestelle Pasing Bahnhof hinaus ebenfalls in das Neubaugebiet Berduxstraße verlängert. Er bedient damit zusätzlich die Haltestelle Rathaus Pasing, Offenbachstraße, Nusselstraße, Josef-Lang-Straße und Schmaedelstraße. 

    In den Wochenendnächten werden sechs Fahrten zur Berduxstraße und vier Fahrten in der Rückrichtung angeboten.

    Neue ExpressBus-Linie X36 

    Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nimmt am Montag, 16. Dezem-ber, ihre fünfte ExpressBus-Linie in Betrieb. 

    Der neue ExpressBus X36 verbindet den S-Bahnhof Allach (S2) mit dem U-Bahnhof Alte Heide (U6) und stellt attraktive Umsteigemöglichkeiten an den Stationen Olympia-Einkaufszentrum West (U1/U3), Oberwiesenfeld (U3), Frankfurter Ring (U2), Schwabing Nord (Tram 23) und Studentenstadt (U6) her. Ferner erschließt er die Waldkolonie Allach mit der neuen Haltestelle Spiegelbergstraße.

    Die neue Linie verkehrt montags bis samstags außer an Feiertagen im 20-Minuten-Takt. Im Abschnitt Olympia-Einkaufszentrum – Frankfurter Ring – Alte Heide fährt sie parallel zur bestehenden ExpressBus-Linie X50, die in X35 umbenannt wird. Beide Linien ergänzen sich in diesem Bereich zu ei-nem 6/7-Minuten-Takt (samstags 10-Minuten-Takt). 

    Neben den oben genannten Umsteigeknoten und der Waldkolonie Allach bedient der X36 auch noch die Haltestellen Anhalter Platz, Bingener Straße, Rangierbahnhof (Richtung Osten) bzw. Am Neubruch (Richtung Westen), Storchenweg und Georg-Reismüller-Straße. Hier besteht auch Anschluss von und nach Karlsfeld mit der Buslinie 160.

    Die Übergangsregelungen zur MVV-Tarifreform

    Am kommenden Sonntag, 15. Dezember 2019, tritt der reformierte MVV-Tarif in Kraft, die neue Tarifstruktur gilt. 

    In einer Übergangsphase werden Fahrkarten des bisherigen und des neuen Tarifs parallel im Umlauf sein. Um den Fahrgäste die Umstellung zu erleichtern, wurden einfache und unbürokratische Regelungen gefunden. Anbei ein Überblick dieser Bestimmungen:

    Abonnements und JobTickets

    • Grundsätzlich gilt für Abonnements: Die Umstellung erfolgt automatisch – Chipkarten werden im Hintergrund umgestellt und müssen nicht ausgetauscht werden, Papierfahrkarten werden per Post zugestellt. 

    Die Prüfung des neuen Geltungsbereiches obliegt den Kunden selbst, da die Abocenter die genau benötigte Fahrtstrecke des Kunden nicht kennen und so nur eine systematische Umstellung erfolgen kann. 

    Da sich die alten und neuen Geltungsbereiche zum Teil deutlich unterscheiden, sollten Abo-Kunden ihren Geltungsbereich überprüfen und falls erforderlich über die Kundenportale oder die Kundencenter der Verkehrsunternehmen anpassen lassen. 

    Tipp : Über den MVV-TarifCheck lässt sich der neue Geltungsbereich ganz einfach online prüfen. 

    Beispiel: IsarCard 9Uhr, Kunde mit der Fahrtstrecke Starnberg - München. Der Geltungsbereich heute ist Gesamtnetz, damit wird das Abo automatisch auf den Geltungsbereich M - 6 umgestellt. Möchte der Kunde weiterhin nur diese Fahrstrecke nutzen, kann er den Geltungsbereich auf die Tarifzonen M - 2 ändern lassen.

    • Abonnenten dürfen ihr Abonnement ab dem 15.12.2019 in den neuen Geltungsbereichen nutzen. 

    Beispiel: Ein IsarCard-Abonnement für die Zeitkartenringe 1 - 2 ist ab dem 15.12.2019 in der Zone M gültig.

    • Alle Abonnenten erhalten bis zum 1.1.2020 ein neues Ticket mit den neuen Geltungsbereichen. Abonnements mit jährlicher Zahlung, die billiger werden, erhalten automatisch eine anteilige Rückerstattung des zu viel bezahlten Betrags. Diese erfolgt voraussichtlich im Februar.

    Fahrkarten, die weiterhin oder ab 15.12.2019 im neuen Geltungsbereich gültig sind:

    • Vor dem 15.12.2019 entwertete Fahrkarten können bis zum Ablauf der tariflich festgelegten Geltungsdauer weiter genutzt werden (z.B. 3-Tage-Tageskarten, CityTourCard, München Card), 

    • Wochen- und Monatskarten, die vor dem 15.12.2019 gültig sind, dürfen bis zum Ablauf ihrer Geltungsdauer in den neuen Geltungsbereichen genutzt werden. Beispiel: Am 5.12.2019 wird eine Monatskarte für die Ringe 1 - 3 gekauft. Diese Monatskarte ist ab dem 15.12.2019 in der Zone M gültig. 

    • Abonnenten dürfen ihr Abonnement ab dem 15.12.2019 in den neuen Geltungsbereichen nutzen. Beispiel: Ein IsarCard-Abonnement für die Zeitkartenringe 1 - 2 ist ab dem 15.12.2019 in der Zone M gültig. Ab dem 1.1.2020 ist für die Fahrten in der Zone M das neu zugesandte Ticket zu verwenden. 

    • Fahrrad-Tageskarten: An den bisherigen Regelungen zur Fahrradmitnahme ändert sich nichts, das Ticket gilt auch künftig im MVV-Gesamtnetz (M - 6).

    Fahrkarten, die ab dem 15.12.2019 zum bisherigen Tarif nicht mehr genutzt werden können:

    • Einzelfahrkarten • Single-Tageskarten • Gruppen-Tageskarten • U21-Angebot mit der bisherigen Streifenkarte

    Die aufgeführten nicht mehr gültigen Fahrkarten, die im Vorverkauf erworben wurden, können bei den Kundencentern im MVV in Fahrkarten des neuen Tarifs umgetauscht oder bis 31.03.2020 kostenlos erstattet werden.

    Fahrkarten, die bis 31.03.2020 aufgebraucht werden können:

    • Einzelfahrkarte Kind 

    • Einzelfahrkarte Kurzstrecke 

    • Streifenkarte: Erwachsene und Kinder von 6 - 14 Jahren dürfen die Streifenkarte bis Ende März 2020 aufbrauchen. Jugendliche von 15 - 21 Jahren nutzen bitte nur noch die neue Streifenkarte U21. 

    • Kinder-Tageskarte Gesamtnetz

    Regelung für Sperrzeiten ab dem 15.12.2019 bei der bisherigen IsarCard60:

    Die Sperrzeit für Kunden mit einer IsarCard60 wird zwischen dem 15.12.2019 und dem 14.01.2020 aufgehoben. Die neue IsarCard65 hat keine Sperrzeit und kann ab dem Alter von 65 Jahren genutzt werden.

    Übergangsregelungen für Abonnenten der IsarCard60:

    Für die bisherigen Abonnenten der IsarCard60 gibt es eine Übergangsregelung bis zum Erreichen der neuen Altersgrenze von 65 Jahren: 

    • Das Angebot heißt IsarCard65-Übergang. 

    • Die Abonnenten können das Angebot ab 01.01.2020 in den neuen Geltungsbereichen und mit den neuen Preisen als IsarCard65-Übergang, jedoch mit einer Sperrzeitregelung weiterhin nutzen. 

    • Die Sperrzeitregelung lautet wie bisher: Montag bis Freitag 6.00 Uhr bis 9.00 Uhr, außer in den bayerischen Schulferien und an Feiertagen. 

    • Für Fahrten in der Sperrzeit sind Fahrkarten des Zonen- oder Kurzstreckentarifs zu kaufen; das bisherige „Zustempeln“ in der Sperrzeit mit der halben Streifenanzahl pro Tarifzone mit der Streifenkarte ist nicht mehr möglich. 

    • Eine übertragbare IsarCard65-Übergang hat auch dann eine Sperrzeit, wenn sie von einer Person über 65 Jahre genutzt wird. Mit dieser Übergangsregelung wurde eine Möglichkeit geschaffen, mit der bestehende IsarCard60-Abo-Kunden zwischen 60 und 64 Jahren weiterhin ihr Abo in den neuen Geltungsbereichen nutzen können.

    Übergangsregelungen für die Inhaber des München-Passes der Landeshauptstadt München:

    Die bisher gekauften besonderen MVV-Tageskarten der Landeshauptstadt München mit dem Zusatz „mit MÜNCHEN-PASS (2019)“ auf der Vorderseite und dem Gültigkeitsaufdruck „bis 31.03.2020“ können so lange in den neuen Geltungsbereichen aufgebraucht werden: 

    • Beim Aufdruck Innenraum ist dies die Zone M 

    • Beim Aufdruck Gesamtnetz ist dies die Zone M - 6

    Änderungen beim München Pass des Sozialreferats der Landeshauptstadt München

    Im Zusammenhang mit der Tarifreform muss der bisherige München-Pass für den Kauf der IsarCard S (Sozialticket) ab Januar 2020 ausgetauscht werden. Grund: Der Kauf der Monatskarte für den Januar 2020 kann wegen der Tarifreform nur mit einer neuen Kontrollnummer (Ticketcodierung) erfolgen, die gleichzeitig auch die neue Passnummer ist. 

    • Die Ausgabe des neuen München-Passes der Landeshauptstadt München erfolgt ab dem 16.12.2019 bei den Sozialbürgerhäusern und beim Amt für Wohnen und Migration der Landeshauptstadt München. Die Kunden eines München-Passes wenden sich bitte an die oben genannten Stellen.

    • Kunden eines München-Passes, die bereits vor der Neuausgabe der Pässe eine neue IsarCard S kaufen möchten, können bei den Sozialbürgerhäusern und beim Amt für Wohnen und Migration einen Aufkleber auf dem bisherigen grünen München-Pass mit der neuen Kontrollnummer erhalten. 

    • Mit dem neuen München-Pass oder mit dem bisherigen München-Pass mit Aufkleber ist ein Kauf der Monatskarte Januar 2020 über Automaten und Verkaufsstellen möglich.

    Quelle: KJR/SWM,/MVV/fb

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