Wächter der Nacht

Nachtbürgermeister: Neuer Vorstoß – Pläne werden jetzt konkret

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Am Gärtnerplatz herrscht an lauen Abenden Feierlaune – der „Nachtbeauftragte“ der Stadt soll künftig bei Lärmbeschwerden vermitteln.

Ein Kompromiss für Partylöwen und Party-Vermeider: Künftig soll eine „Fachstelle für nächtliches Feiern“ bei Konflikten zwischen Anwohnern, Clubs und Partygängern vermitteln. Die konkreten Pläne...

München – Nächtliches Feiern – des einen Freud, des anderen Leid. Da braucht es jemanden, der schlichtet. Das Sozialreferat will dazu jetzt eine „Fachstelle nächtliches Feiern“ einrichten, die vom sogenannten „Nachtbeauftragten“ geleitet werden soll. 

Seine Aufgaben: einen „Runden Tisch Nachtleben“ koordinieren und leiten, Kontakt zu Clubbetreibern pflegen, bei Konflikten zwischen Betreibern, Partygästen und Anwohnern vermitteln.

„Ein überfälliger Schritt“, urteilt Florian Roth von der Grünen-Stadtratsfraktion. Sie hat in einem Antrag vor einem Jahr einen „Nachtbürgermeister“ mit ähnlichen Kompetenzen gefordert. Im Rahmen des Diskussionsprozesses sei aber sehr schnell deutlich geworden, „dass dieser Begriff für München kritisch gesehen wird, weil er suggeriert, eine Person wäre für alle Belange der Nacht zuständig wie ein Bürgermeister“, erklärt Sozialreferat-Sprecher Frank Boos. 

„Daher entstand die Idee, einen Nachtbeauftragten bei einer ‚Fachstelle Nächtliches Feiern‘ einzurichten.“ Diese wiederum soll beim Allparteilichen Konfliktmanagement in München (Akim) angesiedelt sein. Das soll die Akzeptanz des Nachtbeauftragten erhöhen, da Akim bereits seit Jahren Projekte im Nachtleben habe. Zudem sei er sofort handlungsfähig, während eine externe Lösung erst etabliert werden müsste, so Boos weiter.

Die „Fachstelle Nächtliches Feiern“ mit dem Nachtbeauftragten soll dem Stadtrat noch vor der Sommerpause zur Entscheidung vorgelegt werden.

Sebastian Obermeir

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