Mehr Praxis für Schüler

Neue praktische Projektwoche – Sind Schüler alltagstauglich?

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Schon vor den Projektwochen wollten Grundschulen die Medienerziehung in den Lehrplan aufnehmen – jetzt sollen weitere Alltagskompetenzen hinzukommen.

Eine Schulwoche lang sollen sich Schüler mit Bereichen beschäftigen, die sie fit für den Alltag machen sollen. Was der Staat vorschreibt, was Direktoren denken – Hallo hakt nach

München – Wie führe ich einen Haushalt? Wie verhalte ich mich als Verbraucher nachhaltig? Das sind nur zwei Fragen, die ab kommendem Schuljahr bei der neuen Projektwoche an bayerischen Schulen erörtert werden sollen. Fünf Tage lang sollen sich Schüler von Grunds- und weiterführenden Schulen mit den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft, Gesundheit, Verbraucherverhalten, Umweltverhalten und Haushaltsführung beschäftigen, um fit für den Alltag zu werden. 

Die Idee dazu geht aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hervor. Kultusminister Michael Piazolo kann sich auch Themen wie Umgang mit Geld und Handyverträge vorstellen. Das Echo ist gemischt: Der Landesschülerrat begrüßt, dass diese Bildungsziele in Form von Praxistagen verankert werden. Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerverbands (BLLV), wirft ein, es verpflichte nur zu etwas, was dort bereits freiwillig geschehe. „Wir greifen aktuelle Themen ohnehin längst auf.“ 

Die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gudrun Brendel-Fischer sagt begeistert: „Davon profitieren vor allem all jene, die nicht hier aufgewachsen und sozialisiert sind.“ 

Das sagen die Münchner Direktoren zur Projektwoche

Anke Bichler, Grundschule Dachauer Straße 98 (Maxvorstadt):

„Durch den Lehrplan sind eigentlich diese Felder bereits abgedeckt. Die Klassen führen bei uns – wie sicher an anderen Schulen auch – bereits jetzt schon Ernährungsprojekte, U-Bahntraining, Besuch von Gärtnerei und Wald, Medienerziehung, Umgang mit Internet und Handy, Brainfitness, Umgang mit Geld, Einkaufen auf dem Wochenmarkt et cetera durch. Alle Grundschulen mussten gerade ein Curriculum zur Medienerziehung erarbeiten, jetzt kommen verpflichtende Projektwochen ‚Schule des Lebens‘. Wir können doch nicht alle Aufgaben der Familie und Gesellschaft in der Grundschule übernehmen.“

Anke Bichler, Grundschule Dachauer Straße 98 (Maxvorstadt)

Peter Heinz Rothmann, Asam-Gymnasium (Giesing):

„Am Asam-Gymnasium wird der Verfassungsauftrag zur ganzheitlichen Bildung (Art. 131 BV) sehr ernst genommen, er ist im Schulprofil und im Schulentwicklungskonzept verankert und wird seit Jahren bei uns auf vielfältige und kreative Weise umgesetzt. Als mit dem Prädikat Partnerschule PLUS Verbraucherbildung Bayern ausgezeichnete Schule legen wir einen Schwerpunkt auf Alltagskompetenzen und Lebensökonomie. Es ist gut, dass dieser wichtige Bereich jetzt in allen Schulen noch verbindlicher als bisher verankert sein wird.“

Thomas Franz, Karlsgymnasium (Pasing)

Thomas Franz, Karlsgymnasium (Pasing):

„Es wirkt so, als ob die Schulen damit etwas zusätzlich aufgetragen bekommen. Wir wollen es sinnvoll nutzen. Viele der Inhalte kann man mit dem vereinbaren, das uns bereits jetzt am Herzen liegt. Wir werden die Schüler in die Planung der Projekte einbeziehen.“

sab

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