Münchner Klimaprotest am Freitag

Nackerte, Groß-Demo, Umleitungen: So laufen die Klima-Proteste am Freitag

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Die einen stellen sich nackt ins Schaufenster, andere demonstrieren auf der Straße: Am Freitag, 29. November, haben die Klimaproteste München voll im Griff. Wir haben die Infos...

München - Am Freitag, 29. November, dem Freitag vor Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid, streiken erneut weltweit junge Menschen in über 150 Ländern für eine konsequente Klimapolitik und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. In Deutschland protestieren Aktivist*innen von Fridays For Future den 50. Freitag in Folge und fordern eine komplette Überarbeitung des Klimapakets sowie einen schnelleren Kohleausstieg. 

Auch in München sind zahlreiche Aktionen und Demonstrationen angekündigt. Deshalb kommt es bei der MVG zu Umleitungen.

Die Buslinien 58/68 und 100 werden von ca. 12.30 Uhr bis ca. 15 Uhr zwischen Ludwig-/Leopoldstraße und Hauptbahnhof umgeleitet, bei der Linie 153 entfällt der Abschnitt Josephsplatz – Odeonsplatz. 

Die Linie 154 fährt eine Umleitung zwischen Giselastraße und Nordbad. 

Die Tramlinien 27/28 pendeln während der Demonstration zwischen Petuelring, Kurfürstenplatz und Scheidplatz. 

Aktuelle Informationen gibt es am Veranstaltungstag im Ticker der MVG auf mvg.de und Twitter sowie in der App „MVG Fahrinfo München“. 

Geschäfte sollen lahmgelegt werden

„Parents for Future“ appelliert an Münchner Eltern, sich den Kindern anzuschließen, und auch das Bündnis „München muss handeln“ will die Stadt lahmlegen, indem zahlreiche Unternehmen am Freitag wegen streikenden Mitarbeitern komplett oder stundenweise geschlossen haben. Hallo fasst die wichtigsten Infos zur Mega-Demo zusammen:

Auftaktkundgebung am Königsplatz (12 bis 12.45 Uhr):
Der Zugweg der Demo führt über Brienner-, Augusten-, Gabelsberger-, Arcis-, Schelling- und Ludwigstraße über Odeonsplatz und Brienner Straße zum Karolinenplatz und zurück auf den Königsplatz, wo die Schlusskundgebung (14.15 bis 16.30 Uhr) stattfindet. 

Am Vortag um 13 Uhr beginnt der Aufbau, bis Mitternacht wird abgebaut. Insgesamt werden etwa 10 000 Teilnehmer erwartet. 

Eine Zubringerdemo startet bei der „Pinakotheken-Wiese“ und führt über die Arcisstraße ebenfalls zum Königsplatz, wo sie sich in die Großdemo eingliedert. Von 11 bis 11.30 Uhr gibt es eine Auftaktkundgebung. Ab 10.30 Uhr wird auf-, bis 12 Uhr abgebaut. Straßensperrungen gibt es am Königsplatz und in den betroffenen Straßen der Demo. „Rund um den Königsplatz und im Innenstadtbereich wird es daher zu nicht unerheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen“, sagt Petra Weber vom KVR. 

Nackerte in den Schaufenstern

Mitglieder von „Extinction Rebellion“ – was übersetzt so viel bedeutet wie „Aufstand gegen das Aussterben“ – wollen sich in der Innenstadt nackt in die Schaufenster stellen, um gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Zu ihnen gehört auch die Münchnerin Sofia Ritthammer (22, Foto).

Sofia Ritthammer

„Man muss stören, um etwas zu erreichen“, findet Ritthammer. Ob die Blondine mit der nächsten Aktion die Menschen stört, kann man nicht so eindeutig sagen. Für Aufmerksamkeit wird es aber auf alle Fälle sorgen. Die Klimarebellen wollen sich am Freitag, 29. November, am Tag des nächsten globalen Klimastreiks, nackig in die Schaufenster in der Innenstadt stellen – um gegen den klimaschädlichen, schnellen Konsum zu demonstrieren. 

Was die Gruppe von Fridays for Future unterscheidet ist ihre Radikalität. Nicht zuletzt deswegen ist sie in der Öffentlichkeit umstritten. Auch der Umstand, dass einer der Gründer der Bewegung in einem Gespräch den Holocaust verharmlost hatte, bescherte den Rebellen einen Shitstorm. Dabei steht für Ritthammer fest: „Natürlich distanzieren wir uns ganz klar von Rassismus und Sexismus.“ Gleichzeitig erhält die weltweit agierende Gruppe aber auch in München rasanten Zulauf: „Allein in meiner Arbeitsgruppe sind in der vergangenen Woche 20 neue Leute dazugekommen“, erzählt die Studentin. 

Auch der LBF ruft seine über 100.000 Unterstützer zur Demo auf dem Königsplatz auf

„Seit den 1950er Jahren hat sich die Durchschnittstemperatur in Bayern bereits um rund 1,5 Grad erhöht. Die Ressortchefs aus allen Ministerien sind gefordert, ihren Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen zu leisten, damit wir beim Klimaschutz auf Kurs kommen. Besonderer Bedarf besteht in den Bereichen Verkehr, Energie, Gebäudesanierung und Landwirtschaft. Auch wenn ihn das Land -noch- nicht ausgerufen hat – der Klimanotstand rückt in greifbare Nähe", heißt es in einer Mitteilung.

kf/hki/lit

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