„Wir wollen hier wohnen bleiben.“ 

Seit Jahren warten die Mieter der Schönfeldstraße 14 auf Sanierungen – jetzt droht überraschend der Abriss

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Die Bewohner der Schönfeldstraße 14 haben Angst vor einem Abriss.

Statt den geplanten Sanierungen soll bald der Abriss kommen: In der Maxvorstadt fürchten Mieter der Dawonia, dass dort künftig Luxuswohnungen entstehen. 

  • Die Mieter der Schönfeldstraße 14 warten bereits seit Jahren auf Sanierungen
  • Stattdessen soll 2021 der Abriss des Gebäudes erfolgen. 
  • Die Mieter fürchten, dass danach Luxuswohnungen in der Maxvorstadt entstehen. 

München/Maxvorstadt - Die Bewohner der Schönfeldstraße 14 fürchten aktuell um ihr Wohnhaus: Im Februar bekamen die einzelnen Mieter ein Schreiben vom Besitzer des Gebäudes, der Dawonia, in dem ihnen ein Abriss für das Jahr 2021 angekündigt wurde. Das überraschte viele der Bewohner böse – diese warten eigentlich bereits seit einigen Jahren auf versprochene Modernisierungen am Gebäude. Der langjährige Mieter Rudolf Schairer erklärt: „Wir haben hier einen erheblichen Sanierungsbedarf.“ Im Jahr 2010 wurden die Bewohner deshalb erstmals über eine anstehende Modernisierung informiert. „2018 fanden diesbezüglich Einzelgespräche mit der Dawonia statt. Von einem Abriss und Neubau war nie die Rede“, so Schairer. 

Maxvorstadt: Mieter fürchten um ihr Gebäude - Abriss soll 2021 erfolgen

Das Gebäude stammt aus den 60er-Jahren und beherbergt etwa 90 Wohnungen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Ein- oder Zweizimmerapartments. Viele der Mieter wohnen darin schon jahrelang – die längsten sogar seit 50 Jahren. „Wenn unser Haus abgerissen wird, wissen wir nicht wo hin“, klagt Schairer auch im Namen seiner Nachbarn. Viele der Mieter befürchten, dass der geplante Neubau dann so teuer sein wird, dass sie sich die Mieten nicht mehr leisten können. Man habe dies bereits im Nachbarhaus beobachtet. Vor etwa zwei Jahren wurde das Haus abgerissen, inzwischen steht dort ein bezugsfähiger Neubau – die Nettokaltmieten der dort entstandenen bis zu 100 Quadratmeter-Wohnungen sollen bei 50 Euro pro Quadratmeter liegen. Statt einem Neubau wünschen sich die Mieter der Schönfeldstraße deshalb die ursprünglich geplante Sanierung. Denn sie sind sich einig: „Wir wollen hier wohnen bleiben.“ 

Das Nachbargebäude wurde vor zwei Jahren abgerissen und bietet jetzt teure Luxuswohnungen. Die Mieter haben Angst, dass mit ihrem Gebäude in der Schönfeldstraße dasselbe passiert.

Mieter sind sich einig: „Wir wollen hier wohnen bleiben.“ 

Auf Nachfrage von Hallo erläuterte eine Sprecherin der Dawonia die Abrisspläne: „Die Wohnungen entsprechen bei weitem nicht mehr dem, was Mieter heute erwarten und was wir unseren Mietern zur Verfügung stellen wollen.“ Aus diesem Grund habe man sich letztlich für einen schnellen Abris s und ein ebenso schnellen Neubau entschlossen. „Es entstehen über 5000 Quadratmeter Wohn- beziehungsweise Nutzfläche gegenüber der heute lediglich circa 3700 Quadratmeter“, so die Sprecherin. Geplant sei dabei ein breiter Wohnungsmix mit dem Fokus auf Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen. Für die Mieter soll es erneut Beratungsangebote geben, um „im Einzelfall Lösungen zu finden, die der persönlichen Lebenssituation der einzelnen Mieter gerecht werden und die für sie sozial verträglich sind.“ Wegen der Corona-Pandemie verzögern sich diese jedoch derzeit und könnten erst aufgenommen werden, sobald der persönliche Mieterkontakt wieder möglich ist.

Kassandra Fischer

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