„Das wäre eine großartige Sache für das Viertel gewesen"

BA diskutiert über mögliche Ausrichtung des Filmfestes auf dem Königsplatz – dabei hat der Veranstalter bereits andere Pläne

Bei Veranstaltungen auf dem Königsplatz herrscht im BA erheblicher Diskussionsbedarf.
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Bei Veranstaltungen auf dem Königsplatz herrscht im BA erheblicher Diskussionsbedarf.

München: Das Filmfest wird 2022 entgegen ersten Überlegungen nicht auf dem Königsplatz stattfinden. Dennoch gab es im Bezirksausschuss deshalb Diskussionen. 

  • Im BA Maxvorstadt wurde über eine mögliche Ausrichtung des Filmfestes auf dem Königsplatz diskutiert. 
  • Inzwischen hat der Veranstalter jedoch verkündet, dass die Großveranstaltung nicht dort stattfinden soll. 
  • Außerdem gab es Ärger wegen der Internationalen Automobilausstellung (IAA)

München/Maxvorstadt - Ein roter Teppich vor der Glyptothek, Filmprominenz vor den Propyläen: Ex-BA-Chef Christian Krimpmann (CSU) hätte sich gewünscht, dass das Filmfest künftig auf dem Königsplatz stattfindet und hat diesbezüglich im April als eine seiner letzten Amtshandlungen eine Eilentscheidung getroffen. Darüber wurde jetzt im BA diskutiert, die Grünen forderten sogar in einem Antrag, die Entscheidung rückgängig zu machen. Völlig umsonst – wie sich im Nachhinein herausstellte. 

München/Maxvorstadt: Das Filmfest findet künftig nicht auf dem Königsplatz statt

Die Standortsuche läuft, weil das Filmfest ab 2022 wegen der Sanierung des Gasteigs nicht mehr dort stattfinden kann. Seit der Kommunalwahl ist jedochSvenja Jarchow-Pongratz (Grüne) die neue BA-Vorsitzende in der Maxvorstadt. Und den Grünen war die Entscheidung des Vorgängers zuwider. Der Grund: Im Juni 2019 habe es bei einer nicht öffentlichen Vorstellung der Veranstaltung im BA bereits erhebliche Bedenken gegeben und man habe damals abgelehnt. Man hätte mindestens ein Votum des Vorstandes einholen müssen, kritisierten die Grünen deshalb. Krimpmann verteidigte in der Sitzung seiner Entscheidung. „Ich habe im April entschieden, weil es geeilt hat.“ Letztlich wurde die Eilentscheidung bei Stimmgleichheit nicht rückgängig gemacht – und dennoch wird das Filmfest 2022 nicht auf dem Königsplatz stattfinden, ganz unabhängig vom Zank im BA. 

Christian Krimpmann (CSU), Ex-BA-Chef der Maxvorstadt, hätte sich gefreut, wenn das Filmfest im eigenen Viertel stattgefunden hätte. 

Bezirksausschuss Maxvorstadt: Entscheidung des Veranstalters bereits vor Diskussion gefallen

Evelyn Voigt-Müller, Sprecherin des Filmfestes, bestätigt auf Hallo-Nachfrage: „Es gab Ideen, das Filmfest auf dem Königsplatz auszurichten, doch das ist inzwischen komplett vom Tisch.“ Entschieden wurde das bereits im März, noch vor dem CoronaLockdown. Christian Krimpmann erklärt das Debakel mit der Eilentscheidung auf Nachfrage: „Es kann sein, dass sie selber schon wussten, dass es dort nicht stattfinden wird, aber der Antrag bereits gestellt wurde.“ Da der Antrag damals noch nicht von der Verwaltung negiert worden war, habe er entschieden. Wie es dazu kommen konnte? Krimpmann vermutet, dass es an „bürokratischen Hürden in der Coronazeit“ gelegen habe. Dass das Filmfest nun nicht auf dem Königsplatz stattfindet, bedauert er: „Das wäre eine großartige Sache für das Viertel gewesen – eine Verbindung von Kunst und Kultur mit einer tollen Kulisse.“ Wo die Großveranstaltung ab 2022 alternativ stattfinden soll, wisse man derzeit noch nicht. Bis zum Herbst könne man dazu jedoch mehr sagen, so Voigt-Müller. 

BA Maxvorstadt: Ärger um Internationale Automobilausstellung

Empörung herrscht derzeit im BA auch bei einer zweiten Veranstaltung, die auf dem Königsplatz stattfinden soll: 2021 wird die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München ausgerichtet, in einer nicht öffentlichen Sitzung des Ferienausschusses des Stadtrats wurden die Pläne vorgestellt. Dass die Beratung und Beschlussfassung ohne eine Beteiligung des Viertelgremiums stattgefunden habe, obwohl ein Großteil der öffentlichen Präsentation in der Maxvorstadt stattfinden soll, veranlasste SPD und Grüne je einen Antrag zu stellen. In diesen fordern sie, dass es zu einer Vorstellung der Pläne und einer Anhörung der Lokalpolitiker kommt. Nicht alle Parteien teilen den Ärger um das Thema. Die IAA bedeute eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes und so solle man hier keine Steine in den Weg legen, hieß es von Seiten der CSU. 

Die Grünen in der Maxvorstadt finden: Zu schmale oder vollgestellte Gehwege erschweren den Mindestabstand, die Stadt soll eingreifen - CSU-Fraktion ist kritisch.

Nicht nur die Nutzung des Königsplatzes sorgt für Diskussionen. Ein Anwohner des Josephsplatzes fordert sogar bauliche Maßnahmen der Stadt zur Lösung eines Konfliktes. 

Seit der Kommunalwahl leuchtet die Münchner Mitte grün - die Grünen stellen in den nächsten sechs Jahren die neuen BA-Chefinnen in der Altstadt, der Maxvorstadt und in Schwabing-West

Kassandra Fischer

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