Silvesterböllerei?

Kein Frieden ums Feuerwerk bei den Münchnern

Zwischen Stachus und Marienplatz ist dieses Jahr Feuerwerk verboten. Dies beschloss der Stadtrat bereits im Juli. Wo es nun genau Absperrungen und Verbote geben wird, lesen Sie hier...

München – Die Initiative „Silvesterböllerei? Nein Danke!“ hat jetzt den Antrag auf ein Verbot von Silvesterfeuerwerk in der letzten noch fehlenden Bürgerversammlung (Maxvorstadt) durchgebracht. 

Alle 29 Bürgerversammlungen Münchens hatten sie seit 2018 besucht, 26 davon überzeugen können. Im Stadtrat hat man reagiert. Im Juli diesen Jahres wurde beschlossen, dass Feuerwerk zwischen Stachus und Marienplatz verboten wird, Böller sogar innerhalb des Mittleren Rings. 

Bürger fordern mehr Einschränkungen

„Die exakten Geltungsbereiche werden am 10. Dezember kommuniziert“, so Johannes Mayr, Sprecher des zuständigen Kreisverwaltungsreferats. Den Vollzug der Regelung übernehme die Münchner Polizei. 

Manchen Bürgern geht das nicht weit genug. Sie fordern mehr Einschränkungen (siehe unten). Die kommen vielleicht Ende 2021. Bis dahin will Bundesinnenminister Horst Seehofer das Sprengstoffrecht überarbeitet haben. 

Sicherheitsdienst für die Silvesternacht

Die Bayerische Schlösserverwaltung trifft indes eigene Vorkehrungen, um ihre „Silvester-Hotspots“ abzusichern: „Auf der Stadtseite von Schloss Nymphenburg werden Teilbereiche – Wasserflächen, Fontänenbecken und Freitreppe – abgesperrt. 

Zudem ist für die Silvesternacht ein Sicherheitsdienst engagiert und freiwillige Helfer weisen die am Schlossplatz Feiernden auf das Feuerwerksverbot hin“, so Sprecherin Franziska Wimberger. 

Weitere Verbote und Absperrungen

Auch im Hofgarten, im Englischen Garten und den Maximiliansanlagen sei das Entzünden von Feuerwerkskörpern verboten. Das Grundstück um den Friedensengel hat die Schlösserverwaltung der Landeshauptstadt überlassen. 

Das KVR wird auch Silvester 2019 wieder in diesem Bereich Halteverbote und Straßensperrungen anbringen. Eine Buslinie muss umgeleitet werden. 

Marie-Julie Hlawica

Sammeln für gemeinsames Spektakel

In Aubing soll es heuer ein zentrales Feuerwerk geben. Der Förderverein „1000 Jahre Urkunde Aubing“ sammelt dafür Spenden. Insgesamt sollen 3700 Euro zusammenkommen. Etwa die Hälfte des Betrags sei bereits eingegangen, sagt der Vorsitzende Klaus Bichlmayer. 

Für die Initiative gebe es mehrere Gründe: „Zum einen möchten wir dazu beitragen, dass die Kultur eines gepflegten Feuerwerks erhalten bleibt. Zum anderen scheint es uns ökologisch sinnvoller zu sein, ein Feuerwerk von Fachleuten zentral und mit entsprechender Länge abbrennen zu lassen“, so Bichlmayer. Informationen unter www. aubing1000.de.

andy

Böllern – nur zwischen Mitternacht und 1 Uhr

Ferndinand Brinkmöller weiß nur zu gut um seine Rolle. „Klar, jetzt bin ich der Buhman, der es ausspricht – aber ein gänzliches Böller-Verbot lehne ich einfach ab“, sagt er. Denn: Wenn die Händler in München nichts mehr verkaufen dürfen, floriert der Internethandel, glaubt der Viertelpolitiker (CSU) aus Harlaching. 

Außerdem: „Wir haben uns als Kinder doch auch aufs Feuerwerk gefreut.“ Er möchte das Böllern auf eine Stunde zwischen Mitternacht und 1 Uhr begrenzen. Einen entsprechenden Antrag hat der BA verabschiedet. „In Kitzbühel hat sich gezeigt, dass sich niemand an ein Verbot hält.“ 

hki

Zentrales Feuerwerk auf der Theresienwiese

„Pyrotechnik gehört in die Hände von Profis“, findet auch Silvia Freiin Ebner von Eschenbach. In der Bürgerversammlung Maxvorstadt beantragte sie deshalb, dass privates Silvesterfeuerwerk in der Stadt verboten wird und es stattdessen ein zentrales Feuerwerk geben soll. 

Sie glaubt nämlich, dass es besser ankommt, wenn man einen Ersatz anbietet. Die Theresienwiese sieht sie dabei als einen möglichen Ort. „Das Areal ist groß, mitten in der Stadt und gut erreichbar.“ Sie schlägt deshalb vor: „Man kann dann zehn oder 15 Minuten böllern und alles mit Musik unterlegen. Das ist wertvoller als kleine Minifeuerwerke.“ 

kf

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