Feuerwehr mahnt

Zu wenig Rauchmelder – Fast bei jedem zweiten Brand fehlte das vorgeschriebene Gerät

+
Nachthimmel voller Rauch: Gerade wenn es nachts brennt, retten Rauchwarnmelder Leben.

Ein neuer Spitzenwert und ein alarmierender Mangel an Rauchmeldern – Das teilte die Feuerwehr bei ihrer Jahreskonferenz mit. Es gab aber auch gute Nachrichten...

München – Über 88 000 Mal rückte die Feuerwehr 2019 aus – ein neuer Spitzenwert. Dabei war die Einsatzzahl schon 2018 deutlich gestiegen – von 79 167 im Jahr 2017 auf 84 567. Den Löwenanteil macht auch heuer der Rettungsdienst mit rund 62 000 Alarmierungen aus. Das teilten die Münchner Helfer bei ihrer Jahres-Pressekonferenz mit.

Die gute Nachricht: Bei über 7000 Brandeinsätzen mussten 2019 nur vier Todesopfer beklagt werden. Bei 1,5 Millionen Münchnern eine niedrige Zahl, erklärt Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble: „Ein Faktor dafür ist, dass es seit zwei Jahren die Rauchmelderpflicht gibt.“ Es sei ein einfaches und günstiges Mittel, um das eigene Leben zu schützen. Trotzdem sei ein erneuter Appell nötig, das zeigten eigene Untersuchungen der Feuerwehr: 280 Einsatzorten wurden nach den Bränden kontrolliert – in 42,4 Prozent der Fälle war kein Rauchwarnmelder installiert – obwohl dieser Pflicht ist.

Kommt es zu Gaslecks oder treten auffällige Flüssigkeiten aus, ist das seit 1. Juli ein Fall für den Umweltdienst. Bis zum Jahresende kam die neue Einheit 217 Mal zum Einsatz. Neuerungen soll es in den kommenden Jahren vor allem im digitalen Bereich geben, verriet KVR-Chef Thomas Böhle. Das spare wertvolle Zeit. Beispielsweise, wenn bei einem Unfall das Dach eines Autos abgeschweißt werden müsse. Je nach Auto müsse man da an verschiedenen Punkten ansetzen. „In Zukunft kann an der Einsatzstelle auf dem Tablet angezeigt werden, wo die Punkte beim betroffenen Fahrzeugtyp sind.“ Des Weiteren könne per Tablet auch der Atemschutz überwacht und Pläne von öffentlichen Gebäuden eingesehen werden, um zielgerichteter vorzugehen.

KVR-Chef Thomas Böhle.

Um der wachsenden Stadt gerecht zu werden, sollen die zehn Feuerwachen umgebaut und ergänzt werden: An der Hauptfeuerwache wird bis 2028 gearbeitet,in Feldmoching und Freimann sollen zwei neue Wachen entstehen.

Ausbildungs-Revolution

Die Feuerwehr reformiert ihre Ausbildung: Ab 2022 sollen Schulabsolventen direkt im Anschluss zur Feuerwehr dürfen. Die Überlegung dazu gebe es schon seit drei Jahren, erklärte KVR-Chef Thomas Böhle. Bisher war eine abgeschlossene, dreijährige Berufsausbildung Voraussetzung. Zwei Jahre dauerte dann noch die Ausbildung zum Feuerwehrmann. Ende des Jahres sollen die Planungen, wie die neue Ausbildung genau aussehen wird, abgeschlossen sein.

Sabina Kläsener

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen:

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ein neuer Referent soll die Münchner Mobilität effektiver machen
Ein neuer Referent soll die Münchner Mobilität effektiver machen
Das wird Münchens modernste Tiefgarage – Hallo besucht die Großbaustelle am Thomas-Wimmer-Ring 
Das wird Münchens modernste Tiefgarage – Hallo besucht die Großbaustelle am Thomas-Wimmer-Ring 
Bier ohne heimische Braugerste? – So wirken sich die frühlingshaften Temperaturen auf München aus
Bier ohne heimische Braugerste? – So wirken sich die frühlingshaften Temperaturen auf München aus
Dilemma: Ego-Shooter oder Joggen im Englischen Garten? 
Dilemma: Ego-Shooter oder Joggen im Englischen Garten? 

Kommentare