München im Umbau

Die Großbauprojekte der Stadt – Was wird 2020 in München gebaut?

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In München gibt es mehrere Großprojekte der Stadt, wie hier am Sendlinger Tor.

Tunnel und Tore, Radwege und Fußgängerstege, Wohn- und Freizeitraum. In München wird einiges gebaut, saniert und geplant. Erfahren Sie hier was in ihrer Stadt alles geschieht...

Unter dem Grundwasser

Es ist das Groß­projekt der Stadt: die Baustelle am Sendlinger Tor. Und es geht voran: Die Baugrube ist geschlossen, im ersten Halbjahr 2020 wird der erste Erweiterungsbau am Sendlinger-Tor-Platz eröffnet. 

Das Projekt, das 2017 am Knotenpunkt Lindwurm- und Sonnenstraße startete, erschließt 15 Meter unter dem Grundwasserspiegel auf rund 20 000 Kubikmetern zwei unterirdische Neubauten. Auf drei Ebenen bekommen die Fahrgäste der sich kreuzenden vier U-Bahnlinien rund 3000 Quadratmeter mehr Platz und Komfort. Die Bahnsteige werden mit dem Zwischengeschoss verbunden, eine Rolltreppe zur Blumenstraße und ein Ausgang hinter der Sparkasse werden neu. Der sichtbare Innenausbau geht 2020 zügig voran. 

Ein Supermarkt und Einzelhändler – ähnlich wie unter dem Stachus – sollen bis zur Fertigstellung 2023 einziehen.

Stau im Tunnel

Seit März 2019 wird Münchens Altstadtringtunnel brandschutztechnisch nachgerüstet. Bis 2023 führt das Baureferat für insgesamt rund 100 Millionen Euro auch eine Bauwerksinstandsetzung der sicherheitstechnischen Ausstattung durch. 60 000 Autofahrer täglich sind von den wechselnden Sperrungen betroffen. 

Als nächstes werden 2020 der Rampenbereich zur Gabelsbergerstraße und eine Tunnelmittelwand fertiggestellt. Die unter der Ludwigstraße von 1967 bis 1972 erbaute, reparaturbedürftig Röhre wird erst 2023 wieder ganz geöffnet sein.

Baustellen-Tor

Rund ums Siegestor wird auch 2020 gebaut: Breitere Gehwege, rund 40 Pappeln und zwei Fahrspuren weniger verändern die berühmteste Ansicht Schwabings. Diese Maßnahme soll „das ursprüngliche Gestaltungsmotiv Friedrich von Gärtners als Urheber der Gestaltung der Ludwigstraße und des Siegestors aufgreifen und die historische Situation erfahrbar machen“, hieß es seitens des Baureferats zum Baubeginn 2019. 5,5 Millionen Euro kosten die Gestaltungsmaßnahmen an der Universität und der Leopoldstraße rund um den „Münchner Triumphbogen“. 

Bis 2021 wird hier gewerkelt – auch die Buseinstiege werden barrierefrei.

Endspurt für Arnulfsteg

Auf der Zielgerade ist das Mammutprojekt, das im April 2018 begann und Neuhausen mit der Schwanthalerhöhe verbinden soll: der Arnulfsteg – eine eigene Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer. 

Noch fehlt die Errichtung der Nordrampe an der Erika-Mann-Straße einschließlich der Treppenanlage und der gläsernen Lärmschutzwand.

Die Bauarbeiten für dir Treppe und Lärmschutzwand werden als nächstes in Angriff genommen werden und 2020 andauern. Natursteinarbeiten, die Verglasung an den Bahnsteigtreppen, die Beleuchtung und Aufzüge für das barrierefreie Bauwerk komplettieren den Brückenbau bis zur Eröffnung Ende des Jahres.

Erster Stadtplatz fertig – vier folgen

Jetzt wird mit dem Willibaldplatz Anfang 2020 der erste von insgesamt fünf Stadtplätzen, die nach Bürgerbeteiligungsverfahren gestaltet werden, nach einem Jahr Bauarbeiten an die Münchner zurückgegeben. Für 2,3 Millionen Euro wurde die asphaltierte Wendeschleife der Tram zur grünen Insel. 

Rasen, Bäume und Sitzgelegenheiten werten den Platz auf.

Nach diesem Vorbild werden bis 2021 auch die Kreuzung Alto-/Ubostraße in Aubing oder das Areal zwischen Lilien-, Zeppelin- und Rosenheimer Straße umgestaltet. Für mehr Grünfläche, Verkehrsberuhigung, Sitzgelegenheiten und Schrägparker am Sankt-Pauls-Platz gegenüber der Theresienwiese veranschlagt das Baureferat ab Baubeginn 2020 rund 4,1 Millionen Euro. Der fünfte Bereich ist übrigens das Siegestor.

Nachgerüstet

Ein privater Investor baut am Thomas-Wimmer-Ring zwischen Maximilianstraße und Isartor eine Tiefgarage. An die Münchner übergeben werden soll die „Hilde“ 2023. Zusätzlich zu 520 Stellplätzen für Autos kommt im Sinne des Radentscheides ein Radl-Safe und eine angeschlossene Fahrradwerkstatt. Eine Leihrad-Station und die E-Ladestation machen den Zweiradservice komplett. 

Bisher sind in jede Fahrtrichtung zwei Fahrspuren für den Autoverkehr am Thomas-Wimmer-Ring freigegeben. Nach dem Abschluss der Baumaßnahmen in drei Jahren werden an der Oberfläche Fußgänger, Autos und Radler getrennt geführt.

Marie-Julie Hlawica

Hier entsteht Wohn- und Arbeitsraum

Lang hat es gedauert, nun geht es voran: Das neue Stadtviertel auf dem Gelände der Bayernkaserne nimmt 2020 erste konkrete Formen an. Bereits dieses Jahr trat der Bebauungsplan in Kraft, derzeit wird die Erschließung von Fernwärme und Baustraßen vorbereitet. Die Baufeldfreimachung erfolgt ebenfalls bereits durch das Kommunalreferat. 

In 2020 wird dann begonnen, Straßen und Schulstandorte zu errichten. Ein Jahr später sollen die ersten Wohnungen gebaut werden. Die endgültige Umsetzung der Planung soll 2030 abgeschlossen sein, teilt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung mit. Dann werden auf etwa 58 Hektar 5500 Wohneinheiten für etwa 15000 Menschen und 1000 Arbeitsplätze entstanden sein. Am ehemaligen Paulanergelände in der Au können die ersten Wohnungen im neuen Jahr bezogen werden. 

An der Bayernkaserne entstehen Wohnraum, Kitas, Schulstandorte, soziale Einrichtungen, ein Lebensmittelmarkt und weitere Geschäfte.

Die verschiedenen Areale werden bereits seit 2017 und 2018 bebaut, fertiggestellt wird das Wohngebiet voraussichtlich 2023. Dann gibt es dort laut Plan 1500 Wohnungen für 3500 Personen, mehrere Kindertagesstätten und einen 16000 Quadratmeter großen Park. Wie es auf dem Areal der ehemaligen Paketposthalle weitergeht, wird ebenfalls 2020 entschieden. Hierzu muss jedoch zunächst das Ergebnis der Hochhausstudie abgewartet werden. Deren Fortschreibung führt derzeit das Büro 03 Architekten durch und legt dem Stadtrat die Ergebnisse voraussichtlich im ersten Quartal des neuen Jahres vor. 

Danach ist ein öffentlicher Informations- und Diskussionsprozess mit Bürgern und Fachleuten geplant. Auf dessen Basis entscheidet der Stadtrat dann, wie mit den Studienergebnissen umzugehen ist. Der Überarbeitungsbedarf wird dann an das zuständige Büro Herzog & de Meuron weitergegeben. Auch auf dem Gelände des Busbetriebshofs an der Zschokkestraße wird nach dessen Umzug ein Wohngebiet entstehen. 

Man erwarte den Eintritt der Rechtskraft des Bebauungsplanes im Januar 2020. Auch im Kerngebiet an der Ecke Zschokke- und Westendstraße soll bereits 2020 etwas passieren: Da dort Flächen für Büronutzung sowie ein Nahversorgungsstandort mit zwei Hochpunkten vorgesehen sind, wird dort im neuen Jahr voraussichtlich ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. 

Freiham wächst weiter

Im neuen Viertel Freiham geht es weiter. Bis zum Ende des Jahres 2020 sollen hier im Zuge des ersten Realisierungsabschnitts weitere 350 Wohnungen fertig werden, 1000 weitere in den Bau gehen. 

Auch der Spatenstich für das neue Stadtteilzentrum ist geplant.

Ferner wird das Baureferat eine Beschlussvorlage zur Erstellung einer Vorhaltemaßnahme für die U-Bahn in den Stadtrat einbringen. Der Aufstellungsbeschluss für den zweiten Realisierungsabschnitt soll auch gefasst werden.

Fahrradschnellwege in München

Zur Realisierung der 9,1 Kilometer langen Radschnellverbindung von der Münchner Innenstadt entlang der Leopold- und Ingolstädter Straße in Richtung des nördlichen Münchner Landkreises liegen dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung derzeit erste Knotenpunktentwürfe zur Prüfung vor. Geplant sei, die Verbindung bis Garching und Unterschleißheim zu erweitern. Ferner läuft auch eine vertiefte Machbarkeitsuntersuchung für eine tangentiale Verbindung auf Münchner Stadtgebiet in Form eines Radschnellwegrings.

best

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