Rettet das Ensemble Nordschwabing

Gebäude von 1895 droht der Abriss – wie sich Bürger dagegen wehren

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Das kleine dreigeschossige Wohngebäude aus dem Jahr 1895 steht zwar unter Ensembleschutz, könnte aber bald verschwinden. Dagegen wehren sich nun Bürger.

Das Haus in der Wilhelmstraße ist über 100 Jahre alt und  soll nun abgerissen werden. Wütend über dieses Vorhaben sind vor allem die Mieter des Hauses. Wie sie sich nun für das alte Wohngebäude einsetzten...

Schwabing-Freimann – In der Wilhelmstraße reihen sich Häuser aneinander, die jeweils über 100 Jahre alt sind. Die meisten davon sind Einzeldenkmäler, ein Haus bietet hier aber eine Ausnahme: Die Hausnummer 27. 

Das kleine dreigeschossige Wohngebäude aus dem Jahr 1895 steht zwar unter Ensembleschutz, könnte aber bald verschwinden. Denn der Grundstückseigentümer, die „Mitten in Schwabing GmbH“, möchte das Haus abreißen und dort einen fünfstöckigen Neubau errichten. 

Dies erzürnt vor allem die Mieter, zu denen auch Annegret Bähnisch gehört. Die 58-Jährige wohnt seit 2005 in dem Haus, setzt sich seit der Bekanntgabe des Vorhabens für seinen Erhalt ein. „Das Haus ist mir ans Herz gewachsen. 

Annegret Bähnisch (l.) und Katja Schroedel wollen das Haus in der Wilhelmstraße 27 erhalten.

Die alten Türrahmen, Fenstergriffe und kleinen Verzierungen – das darf nicht verloren gehen“, erklärt die Schwabingerin. Um es zu schützen, stellte sie einen Antrag beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD), zu prüfen, ob das Haus als Einzeldenkmal aufgenommen werden kann. 

Auch sammelte sie knapp 600 Unterschriften für den Erhalt des Hauses. Auf Hallo-Nachfrage teilte Birgit Neuhäuser, Sprecherin des BLfD, mit, dass der Ensembleschutz bereits Auswirkungen habe: 

„Das Haus in der Wilhelmstraße 27 prägt das Erscheinungsbild des Denkmal­ensembles Nordschwabing. Der Abriss des Gebäudes wäre nicht ohne Weiteres möglich.“ Veränderungen am Äußeren bedürften einer denkmalschutzrechtlichen Zustimmung der Landeshauptstadt München. 

Rettet das Ensemble Nordschwabing

Ob diese den Abriss genehmigt ist noch offen. Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, teilte mit: „Die Prüfung der Genehmigungsfähigkeit ist noch nicht abgeschlossen. Für eine fachliche Beurteilung ist das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet.“ Dieses lehnt nach eigener Aussage den Abriss ab. 

„Ein Abbruch würde den Verlust des Denkmalwerts des Ensembles darstellen“, erklärt Neuhäuser. Auch der Bezirks­ausschuss Schwabing-Freimann beschloss in der jüngsten Sitzung einstimmig, sich gegen den Bauantrag zu stellen. 

Bähnisch gibt sich kämpferisch: „Es ist ein tolles Zeichen, dass der BA unser Anliegen unterstützt. Wir werden uns auch weiterhin für den Erhalt des Hauses einsetzen.“

Benedikt Strobach

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