Einmaliger Ernesto

Eisverkäufer an der Isar und im E-Garten: Bleibt er der einzige seiner Art?

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Vorreiter auf vier Rädern: Seine einzigartige Genehmigung will Ernesto Zangrando seiner Tochter vererben.

Radelnder Eisverkäufer: Der Schwabinger versorgt den Englischen Garten – seine Tochter bald die Isar?

München – Fast wurde sie geknackt, die 30 Grad Marke. Passend zum Sommerstart erklärte das KVR als Antwort auf eine CSU-Anfrage: Ja, mobiler Waffeleisverkauf an der Isar ist erlaubt.

Der einzige radelnde Eisverkäufer im Englischen Garten – und das schon seit 1987

Einen radelnden Verkäufer gibt es schon, Ernesto Zangrando.„Ich habe es einfach probiert“, erklärt dieser. Der 64-Jährige aus Schwabing ist der einzige radelnde Eisverkäufer im Englischen Garten – und das schon seit 1987. Er beantragte eine Genehmigung, nachdem er 30 Jahre im Olympia-Einkaufszentrum und an der Leopoldstraße Eisdielen hatte.

Aber: „Läden machen müde“, also gab er sie für die Eis-Räder auf. Die Idee dazu kam ihm, als er mit seiner kleinen Tochter Tiziana am Chinesischen Turm spazieren war. An zwei festen Plätzen kann man die pittoresken Eisräder antreffen: an der Kreuzung zur Veterinärstraße und an der Brücke, wenn man vom amerikanischen Konsulat und dem japanischen Teehaus kommt.

Zangrando zahlt monatlich eine Umsatzpacht. Sechs Sorten gibt es im Angebot – welche, das kann in der Saison auf Kundenwunsch schon mal variieren. „Aber Schoko und Vanille sind Klassiker und somit gesetzt.“ Das Eis wird jeden Tag frisch hergestellt, ein Kompressor kühlt das süße Vergnügen.

Ein solches Hygiene-Konzept bräuchte es auch für den Verkauf an der Isar. Bei gutem Wetter ab halb zwölf bis abends um 19 Uhr. 30 Liter Eis können transportiert werden – zum Glück haben die Räder mittlerweile einen E-Antrieb. „Jetzt können auch Frauen verkaufen, da die Räder vorher schon sehr schwer waren.“

Gibt´s das Eis auch bald an der Isar?

Heute ist Tiziana 33 Jahre alt, selber Mutter einer Tochter und möchte in den nächsten Jahren das Geschäft des Vaters weiterführen. Konkurrenz wird es im Englischen Garten nicht geben: Wie die Bayerische Schlösserverwaltung auf Hallo-Nachfrage mitteilt, werden Zangrandos Räder die einzigen ihrer Art bleiben. „Inzwischen bieten alle Kioske und Gaststätten Eis an, daher gibt es anders als vor rund 30 Jahren keinen Bedarf an weiteren Verkaufsstellen“, erklärt eine Sprecherin.

„Für mich kommt die Isar zu spät“, erklärt Zangrando. Tochter Tiziana will, wenn sie den Betrieb übernimmt, aber gerne auch dort Eis verkaufen. „Ein attraktives Gebiet und anderes Publikum als im Englischen Garten“, erklärt sie. Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung und die nötigen Mitarbeiter. Dort könnte sie Konkurrenz bekommen: „Dieses Jahr schaffen wir es leider nicht, da wir mitten in der Saison sind. So eine Aktion braucht schon etwas Planung“, erklärt Alberto Ballabeni von der Ballabeni-Eisdiele an der Theresienstraße. sab

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