Internationale Briefmarken-Börse in der Landeshauptstadt

München? – Eine Marke!

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Die Blockausgabe zu Olympia erschien am 5. Juli 1972 mit einer Auflage von 7 865 000 – heutiger Katalogwert: sechs Euro.

München – Dank Messe und Bayern-Sonderstempel wird die Isarmetropole zum Mekka für Briefmarken-Fans – Hallo hat vorab mit dem Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandels gesprochen

Die Frage nach seiner liebsten München-Marke kann Wolfgang Lang, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandels, sofort beantworten: „Natürlich der Block zu den Olympischen Spielen 1972.“ Gut möglich, dass der Neuhauser bald auch einen neuen Lieblingsstempel hat: Auf der Internationalen Briefmarken-Börse (IBB), die ab dem 28. Februar in München stattfindet, gibt es einen exklusiven Sonderstempel zu 100 Jahre Freistaat.

Wolfgang Lang, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandels.

Geschichte und Geschichten sind ohnehin das, was für Lang die Faszination der Briefmarken ausmacht. „Die Motive sollen neugierig machen: Wer war diese Person? Wo liegt jene Stadt?“ Genau so war es bei ihm selbst: „Marken sind die Botschafter eines Landes. Mein erstes Känguru habe ich auf einer Briefmarke gesehen. Welche Währungen in welchem Land gelten, habe ich durch Briefmarken gelernt.“ Dieses gezackte Tor zur Welt hat heute freilich massiv Konkurrenz durch das Internet bekommen. Junge Leute bekämen zwar häufig die Briefmarkensammlung des Opas vererbt, aber eben nicht die Sammelleidenschaft. Dabei bietet das Netz auch Sammlern neue Möglichkeiten. Seien es Informationen, sei es der Kauf von Marken.

Früher war das anders. „Um an den 72er-Block zu kommen, bin ich aufs Rad gestiegen und zehn Kilometer zur Post geradelt.“ Fünf Exemplare hat sich der heute 60-Jährige gesichert. „Damals war ich 13 – und stolz wie Bolle.“

Einzelne Briefmarken sammelt Lange heute aber kaum noch. Ihn faszinieren ganze Umschläge, Postkarten – die Geschichte hinter einer Marke. Damit liegt er im Trend. Mittlerweile sei vielen das bloße Sammeln zu wenig. „Zacken zählen und Marken einsortieren ist langweilig. Immer mehr betreiben die sogenannte ,Soziale Philatelie‘ – Karten, Briefe, komplette Stempel erzählen viel mehr von der Zeitgeschichte.“ Außerdem sehe so nicht jede Sammlung gleich aus, da jeder andere Schwerpunkte setze.

Der Sonderstempel der IBB zeigt links die erste am 6.8.1919 ausgegebene Marke der Ludwig III.-Serie mit Aufdruck „Freistaat Bayern“ und rechts das ovale Schild des Freistaats.

Wer nun überlegt, umzusatteln und seine klassische Briefmarkensammlung zu veräußern, sei an dieser Stelle vorgewarnt: Normale Briefmarken sind kaum etwas wert. Lang findet das irgendwie auch gut so: „Ein Hobby betreibt man nicht, um Geld zu verdienen, sondern um Spaß daran zu haben.“ Immerhin: Für den Olympia-Block bekommt man schon ein paar Euro. „Verlage stellen immer wieder Sonderalben zu beliebten Themen her. Da sind Themen wie Sport und Technik – zum Beispiel die Eisenbahn – schon gefragt.“ Aber: Wer würde die gezahnte Version des schönsten Parks der Welt schon für ein paar Euro abgeben?

Marco Litzlbauer

Die IBB findet vom 28. Februar bis 2. März im MOC, Lilienthalallee 40, statt; Donnerstag und Freitag 10–18 Uhr, Samstag 10–16 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro. Nähere Infos unter: www.briefmarken-messe.de

Gratis-Album für Kinder

Kinder für Briefmarken begeistern – das möchte der Katalog­hersteller „Michel“. Alle Sammler unter 18 Jahren können ihre Schätze (bis zu 150 Marken) einschicken und sortieren lassen. Der Service – inklusive neuem Album – ist komplett gratis! 

Infos und der Vordruck zum Selberbasteln unter: https://bit.ly/2VbV8ZJ

Die Stadt in Bildern: Mehr als nur die Wiesn

Erstmals auf einer deutschen Marke taucht das Münchner Stadtwappen zur Gewerbeschau 1922 auf – Katalogwert gestempelt: 2,50 Euro. Die Serie umfasste Marken im Wert von bis zu 20 Mark. „Bei diesen alten Marken gilt schon noch ein wenig die Faustregel: Je höher der Wert damals, desto höher auch der Sammlerwert“, erklärt Experte Wolfgang Lang. Denn Marken mit einem Wert von zehn oder gar 20 Mark wurden nur sehr selten gebraucht – beispielsweise für Wertbriefe. So hat dann auch das 20-Mark-Stadtwappen von 1922 heute noch einen Katalogwert von 17 Euro.

Die Stadt in Bildern: Mehr als nur die Wiesn

Die Blockausgabe zu Olympia erschien am 5. Juli 1972 mit einer Auflage von 7 865 000 – heutiger Katalogwert: sechs Euro.
Die Blockausgabe zu Olympia erschien am 5. Juli 1972 mit einer Auflage von 7 865 000 – heutiger Katalogwert: sechs Euro. © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
Der Sonderstempel der IBB zeigt links die erste am 6.8.1919 ausgegebene Marke der Ludwig III.-Serie mit Aufdruck „Freistaat Bayern“ und rechts das ovale Schild des Freistaats.
Der Sonderstempel der IBB zeigt links die erste am 6.8.1919 ausgegebene Marke der Ludwig III.-Serie mit Aufdruck „Freistaat Bayern“ und rechts das ovale Schild des Freistaats. © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag
 © Scans: Michel-Katalog; Schwaneberger-Verlag

Die erste Stadtansicht von München gab es 1958 – anlässlich des 800. Geburtstags unserer Stadt. Dank 20 Millionen Auflage ist ihr Wert heute sehr gering: 50 Cent laut Katalog.

Seither taucht München meist in Verbindung mit dem Sport und ihren Sportarenen auf. Da dürfen die Meisterschaften des FC Bayern von 1997 (Auflage: 100 Millionen Exemplare) und 1999 natürlich nicht fehlen.

Die Wiesn spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ganze zwei Mal ist das Oktoberfest auf einer deutschen Marke verewigt – zuletzt zum 200. Geburtstag vor neun Jahren. Auflage: 7,1 Millionen Exemplare.

Die neueste München-Marke ist seit April 2018 zu haben: „150 Jahre TU“ – Auflage offen. Ab 4. April 2019 gibt es die Marke „150 Jahre Deutscher Alpenverein“. Auch die Motive für 2020 stehen bereits fest – München-Themen werden dabei nicht behandelt.

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