Die U-Bahn – ein Denkmal?

Denkmalschutz für Münchner U-Bahn? – Sinnhaftigkeit wird kontrovers diskutiert

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Der U-Bahnhof Münchner Freiheit und vier weitere sollen bald denkmalgeschützt sein.

Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz und Co.: Sind diese U-Bahnhöfe denkmalwürdig? Warum diese Frage aktuell kontrovers dikutiert wird und was dafür und dagegen spricht...

München – Auch unter der Erde ist München ein Hingucker – nun könnten fünf U-Bahnhöfe bald unter Denkmalschutz stehen: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) hat die U-Bahnhöfe Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz, Bonner Platz und Münchner Freiheit auf ihre Denkmaleigenschaft hin untersucht.

Warum genau diese? „Die U-Bahnhöfe haben durch den Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1972 eine hohe geschichtliche Bedeutung“, erklärt BLfD-Generalkonservator Mathias Pfeil. „München präsentierte sich als offene und moderne Stadt, veranstaltete Spiele für jedermann, die dank der U-Bahn einfach und kostengünstig zu erreichen waren.“ Außerdem seien die Bahnhöfe wegen ihrer Gestaltung denkmalwürdig, so Pfeil.

Impressionen der Münchner U-Bahnhöfe

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„Alles andere als begeistert“ ist man bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) von diesen Plänen. „Wir werden das Vorhaben genau prüfen“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Die MVG befürchte Einschränkungen und höhere Kosten etwa bei Baumaßnahmen. Und sogar mögliche Stilllegungen – „wenn Sicherheit und Leistungsfähigkeit in einem Widerspruch zum Denkmalschutz stehen“. 

Das Denkmalamt beschwichtigt: „Denkmalschutz bedeutet kein Veränderungsverbot“, erklärt Pfeil. Geplante Umbaumaßnahmen würden fachlich begleitet werden. „Ganz sicher aber bedeutet der Denkmalschutz keine Einschränkungen bei der täglichen Nutzung der U-Bahnhöfe“, so Pfeil. 

Ab wann die Bahnhöfe unter Denkmalschutz stehen, könne derzeit nicht gesagt werden. Sicher ist aber: Stadt und MVG können jetzt fachliche Anmerkungen geben, an der vom BLfD festgestellten Denkmaleigenschaft ändert sich damit aber nichts.

Sebastian Obermeir

Echte Hingucker: Auch diese Münchner U-Bahnhöfe sind etwas ganz besonderes

Der U-Bahnhof „Georg-Brauchle-Ring“.

Der Ausgezeichnete: Benannt ist der U-Bahnhof „Georg-Brauchle-Ring“ nach dem Zweiten Bürgermeister Georg Brauchle. Der Halt wurde am 18. Oktober 2003 eröffnet – bis 2004 war er der Endpunkt der U1. Besonders ist auch die Gestaltung mit ihren knalligen Farben und Darstellungen aus der Umgebung des Bahnhofs und der ganzen Welt. 2005 erhielt der Maler Franz Ackermann für die Wandgestaltung mit dem Titel „Die große Reise“ den „mfi Preis Kunst am Bau“.

Der Älteste: Der Spatenstich für den ersten U-Bahnhof Münchens erfolgte am 1. Februar 1965 – am Bahnhof Nordfriedhof. Dieser war als „Schenkendorfstraße“ geplant, die Haltestelle „Alte Heide“ sollte ursprünglich „Nordfriedhof heißen. Am 9. Oktober 1971 wurde der Betrieb der ersten Linie (U6) zwischen Kieferngarten und Goetheplatz aufgenommen. Auf der zwölf Kilometer langen Strecke gab es zunächst 13 Bahnhöfe – heute hält die U6 26 mal.

Der U-Bahnhof Moosach.

Der Neueste: Neuester und 100. Bahnhof der Stadt: der U-Bahnhof Moosach. Eröffnet wurde der Endbahnhof der U3 am 11. Dezember 2010. Für die Wandgestaltung – verschiedene Pflanzenabbildungen – zeichnet der Münchner Künstler Martin Fengel verantwortlich.

Der U-Bahnhof Thalkirchen.

Der Tierischste: Zebras, Elefanten, Pinguine – an den Wänden des U-Bahnhofs Thalkirchen (U3) erkennt man, dass der Zoo nicht weit entfernt liegt. Die Bilder stammen von der Künstlerin Ricarda Dietz, die auch weitere U-Bahnhöfe der Stadt (unter anderem Dülferstraße, Frankfurter Ring) gestaltete.

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