Coronavirus München

Coronavirus-Update: Insgesamt fünf Entlassungen aus Klinik Schwabing – verbleibende vier Patienten klinisch stabil

+
Coronavirus - Insgesamt jetzt fünf Entlassungen aus der München Klinik Schwabing

Der erste Coronavirus-Patient ist wieder gesund und wurde aus der Schwabinger Klinik entlassen. Die acht anderen Patienten sind klinisch stabil. Alle Infos, ständige Updates...

Update 18. Februar, 14:10 Uhr

Am gestrigen Montag hat die München Klinik Schwabing zwei weitere Coronavirus-Fälle entlassen. Insgesamt sind damit fünf der Patienten, die in der München Klinik Schwabing wegen Coronavirus behandelt wurden, gesund und entlassen. 

Alle entlassenen Personen sind wieder vollständig gesund, nicht mehr ansteckend und erfüllen alle Entlasskriterien – darunter mehrere negative Tests auf das Coronavirus. 

Die München Klinik Schwabing behandelt auf der Station insgesamt noch vier Menschen mit Coronavirus. Sie alle sind klinisch stabil und weitestgehend symptomfrei und blicken auf Grundlage der Entlasskriterien ebenfalls einer zeitnahen Entlassung entgegen. 

Den Entlassungen voraus gegangen war ein intensiver Austausch mit den staatlichen Behörden, welche die Entlasskriterien zusammen mit mehreren hochrangigen wissenschaftlichen Experten, darunter auch dem Robert Koch-Institut (RKI), diskutierten und bestimmen mussten. 

„Allgemeine Kriterien für eine Entlassung sind unter anderem kein Coronavirus-Nachweis in den Atemwegssekreten, Symptomfreiheit und eine ausreichend lange Isolationsdauer. Bei Erfüllung dieser Kriterien ist davon auszugehen, dass von den Betroffenen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht“, sagt Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL.

Die entlassenen Personen haben darum gebeten, die Privatsphäre zu schützen, und bleiben anonym. Prof. Clemens Wendtner, 

Chefarzt der Infektiologie in Schwabing: „Wir sprechen mit den Patienten ab, was wir über ihren Gesundheitszustand nach außen geben. Sie haben uns gebeten, transparent zu informieren, aber darüber hinaus keine zusätzlichen privaten oder gesundheitlichen Details zu veröffentlichen. Das respektieren wir und daran orientieren wir uns seit Beginn des Aufenthalts.“

Update 13. Februar, 14.05 Uhr

Es war der Moment, auf den das ärztliche und pflegerische Team der Infektiologie in der München Klinik Schwabing seit 16 Tagen gewartet hat: am 12. Februar konnten sie erstmals jemandem, der mit Coronavirus in Schwabing behandelt wurde, die gute Nachricht der Entlassung überbringen. 

Die Person sei wieder vollständig gesund, nicht mehr ansteckend und erfülle alle vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten und einem wissenschaftlichen Expertengremium diskutierten Entlasskriterien – darunter mehrere negative Tests auf das Coronavirus. 

Alle in der München Klinik Schwabing zur klinischen Überwachung mit entsprechender Isolation verbleibenden acht Patienten seinen klinisch stabil und blicken auf Grundlage der neuen Kriterien ebenfalls einer absehbaren Entlassung entgegen.

Prof. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing: „Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre wieder in seinen Alltag zurückkehren. Hier gibt es keinen Anlass mehr zur Sorge oder zur Zurückhaltung.“ Er ergänzt: „Mein Dank geht an das gesamte ärztliche und pflegerische Team unserer Infektiologie, das in den vergangenen Wochen wirklich Herausragendes geleistet hat und noch leistet. Außerdem habe ich großen Respekt vor meinen Patienten, die mit dieser belastenden Situation ruhig und gelassen umgehen. Sie sind die wahren Helden.“

Kriterien für eine Entlassung nach der Infektion mit dem Coronavirus

Voran gegangen war ein intensiver Austausch mit den staatlichen Behörden, welche die Entlasskriterien zusammen mit mehreren hochrangigen wissenschaftlichen Experten, darunter auch dem Robert Koch-Institut (RKI), diskutierten und bestimmen mussten. „Allgemeine Kriterien für eine Entlassung sind unter anderem kein Coronavirus-Nachweis in den Atemwegssekreten, Symptomfreiheit und eine ausreichend lange Isolationsdauer. Bei Erfüllung dieser Kriterien ist davon auszugehen, dass von den Betroffenen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht“, sagt Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL.

Die entlassene Person hat darum gebeten, die Privatsphäre zu schützen, und bleibt anonym

Prof. Wendtner: „Wir sprechen mit den Patienten ab, was wir über ihren Gesundheitszustand nach außen geben. Sie haben uns gebeten, transparent zu informieren, aber darüber hinaus keine zusätzlichen privaten oder gesundheitlichen Details zu veröffentlichen. Das respektieren wir und daran orientieren wir uns seit Beginn des Aufenthalts.“

Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto Gruppe, erklärt: „Ich freue mich sehr, dass der erste unserer Mitarbeiter gesund entlassen und zu seiner Familie zurückkehren konnte. Die Vertreter der Medien bitte ich, die Privatsphäre unserer Mitarbeiter zu respektieren. Die letzten Wochen waren eine enorme Belastung für die Kollegen und ihre Familien. Sie brauchen jetzt vor allem Zeit für sich und ihre Angehörigen.“

Acht Coronapatienten blicken ebenfalls einer zeitnahen Entlassung entgegen 

Die München Klinik Schwabing behandelt auf der Station insgesamt noch acht Menschen mit Coronavirus. Sie alle sind klinisch stabil und weitestgehend symptomfrei. Prof. Wendtner: „Der Patient, bei dem eine Entzündung der Atemwege diagnostiziert wurde, entwickelt sich positiv. Wir beobachten eine abklingende Entzündung. Insgesamt zeigen die meisten Patienten im Verlauf Ihres Aufenthalts bei uns lediglich leichte grippeähnliche Symptome, wobei fast alle inzwischen wieder weitestgehend symptomfrei sind.“

Prof. Wendtner: „Die definierten Kriterien ermöglichen es uns, bei unseren Patienten in Richtung Entlassung zu denken. Gerade bei den früh diagnostizierten Patienten sind wir hinsichtlich einer zeitnahen Entlassung optimistisch. Sobald ein Patient alle Entlasskriterien erfüllt, kann er die klinische Beobachtung verlassen und zurück in sein gewohntes Umfeld“.

Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, dankte dem Team schon jetzt für seinen großen engagierten Einsatz. „Jetzt freuen wir uns, dass Schritt für Schritt etwas mehr Normalität auf der Station einkehren kann, während das Team natürlich hoch engagiert weiterarbeitet.“

Update 12. Februar, 15.32 Uhr

„Der gestern Abend mit Corona-Virus bestätigte Patient ist klinisch stabil und aktuell weitestgehend symptomfrei.“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

„Der Patient, bei dem eine Entzündung der Atemwege diagnostiziert wurde, entwickelt sich positiv. Wir beobachten eine abklingende Entzündung. Insgesamt zeigen die meisten Patienten im Verlauf Ihres Aufenthalts bei uns lediglich leichte grippeähnliche Symptome, wobei fast alle inzwischen wieder weitestgehend symptomfrei sind.“ 

Die klinische Beobachtung aller Patienten dauere noch an. Das gleiche gelte auch für die Rahmenbedingungen für einen Entlasszeitpunkt, der mit den entsprechenden Behörden abgestimmt werde. 

Aktuelle Versorgungskapazitäten für bestätigte Corona-Virus-Patienten 

„Unsere vorhandenen Betten sollen ausschließlich für bestätigte Coronavirus-Patienten vorgehalten werden. Deshalb gilt: Wer hohes Fieber hat, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine normale Erkältung oder Grippe (Influenza). Bevor diese Patienten in Schwabing in unserer Infektiologie aufgenommen werden, sollte der Corona-Virus-Test erfolgt sein.“, betont Prof. Wendtner. 

Für Grippe-Verdachtsfälle gilt deshalb: Jedes Krankenhaus in Bayern verfügt über die Versorgungsmöglichkeit und auch die Isolationsmöglichkeit von Influenzafällen, Influenza-Verdachtsfällen oder auch Corona-Verdachtsfällen. Diese sollten daher nicht automatisch nach Schwabing geschickt werden, noch bevor eine Sichtung und Testung erfolgt ist.

Update 6. Februar, 16.57 Uhr

In Bayern gibt es einen elften Coronavirus-Fall. Auch die Frau eines Erkrankten aus dem Landkreis Traunstein sei nun positiv auf das Virus getestet worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der Mann ist, wie die zuvor in Bayern anderen infizierten Erwachsenen, ein Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München.

Zwei der Kinder des Paares waren ebenfalls positiv getestet worden. Sie sind nach Ärzte-Angaben - ebenso wie die Mutter - symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters ist stabil. Die Familie ist in Trostberg im Krankenhaus. Die anderen sieben Patienten sind in der München Klinik Schwabing isoliert untergebracht.

Zuerst hatte sich ein Mitarbeiter am Stockdorfer Firmensitz von Webasto bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die inzwischen wieder in ihrer Heimat ist.

Update 6. Februar, 11.26 Uhr

„Corona ist auf keinen Fall gefährlicher als Influenza“, sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. Dort werden weiter sieben der zwölf Infizierten in Deutschland behandelt.

Die Sterblichkeit werde zwar in China mit zwei bis drei Prozent angegeben, sagte Wendtner. Aber: „Das halten wir für überschätzt. Wir gehen davon aus, dass die Sterblichkeit deutlich unter einem Prozent liegt, eher sogar im Promillebereich.“ Das sei eine ähnliche Größe wie bei der Influenza. „Mit einer sehr, sehr gefährlichen Erkrankung hat das nicht viel zu tun.“

Chefarzt Klinikum Schwabing Wendtner

Die Überbewertung bei dem Coronavirus rühre daher, dass in China wegen der Kapazitätsengpässe nur die schweren Fälle in Krankenhäuser aufgenommen würden; die Dunkelziffer sei hoch.

Grundsätzlich sei das Coronavirus ähnlich ansteckend wie das Influenzavirus - aber deutlich weniger infektiös als die Masern. Abstand halten und regelmäßiges Händewaschen reduziere das Risiko erheblich. Niemand müsse im Alltag Mundschutz tragen. „Das bringt gar nichts“, sagte der Mediziner auch mit Blick auf die extrem niedrige Zahl von Infizierten in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, sich hierzulande mit Corona zu infizieren, sei anders als bei der Grippe, die alljährlich mehrere Hunderttausend Menschen trifft, sehr gering.

Wendtner geht allerdings wie seine Kollegen von der Charité in Berlin und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr davon aus, dass Corona-Patienten auch bei sehr schwachen Symptomen ansteckend sein können. Bei einigen von ihnen seien ansteckende Viren in größerer Zahl auch dann im Nasen-Rachen-Raum nachweisbar gewesen. Ob auch eine Ansteckungsgefahr über Stuhl bestehe, werde derzeit untersucht.

Die Corona-Symptome seien leicht mit der Influenza oder auch einer Erkältung zu verwechseln

Anfangs könne die Nase laufen, der Patient leide unter Halsweh, später auch Husten und eventuell Fieber. „Nicht jeder, der hustet, ist verdächtig auf eine Corona-Infektion“, betonte Wendtner. Bei unkomplizierten Fällen geht der Arzt davon aus, dass die Erkrankung ungefähr zehn Tage bis zwei Wochen dauere. Anders sei es, wenn Komplikationen einträten, etwa eine zusätzliche bakterielle Infektion - oft als Lungenentzündung - aufgrund der Schwächung des Organismus oder eine übersteigerte Immunreaktion, die ebenfalls in einer Lungenentzündung münden könne.

Er gehe nicht davon aus, dass sich das Virus in Deutschland und Europa ähnlich epidemieartig ausbreiten werde wie in China, sagte Wendtner. „Wir haben ein sehr gutes Gesundheitssystem, um die Dinge früh einzudämmen. Wenn wir weiter an einem Strang ziehen, werden wir das in Deutschland im Griff behalten.“

Unklar sei aber, ob sich das Virus wie die Influenza weltweit halten könne oder wieder ganz verschwinde. „Die Frage ist: Wird es das Coronavirus schaffen, sich ähnlich wie die Influenza zu etablieren, so dass wir jedes Jahr eine Coronawelle bekommen. Ziel der weltweiten Maßnahmen - auch in Deutschland - ist es, das Virus im Idealfall ganz auszuschalten.“

Nicht zuletzt deshalb werde vor allem in den USA an einem Impfstoff gearbeitet, der in einigen Monaten vorliegen könnte. „Es gibt erste Spekulationen, dass es im Mai oder Juni soweit sein könnte. Aber wir hoffen natürlich alle, dass bis dahin die Dinge auch für China ausgestanden sind.“

Update 4. Februar

Die sieben Corona-Patienten in der München Klinik Schwabing befinden sich weiter alle in stabilem klinischen Zustand. Das gelte auch für einen Erkrankten, bei dem neben erhöhter Temperatur aktuell eine beginnende Entzündung der Atemwege beobachtet werde, teilte die Klinik am Dienstag mit.

Coronavirus - Insgesamt jetzt fünf Entlassungen aus der München Klinik Schwabing

Die Patienten zeigten im Verlauf ihres Aufenthalts teilweise grippeähnliche Symptome, die meisten seien weitestgehend symptomfrei. Wann diejenigen, die sich gesund fühlen, nach Hause können, war unklar. „Die klinische Beobachtung aller Patienten dauert an - genau wie die intensive Abstimmung mit den zuständigen Behörden über die Rahmenbedingungen für einen Entlasszeitpunkt“, sagte Wendtner.

Insgesamt haben sich in Bayern inzwischen zehn Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Der Erreger wurde bisher bei acht Mitarbeitern des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München nachgewiesen. Zudem wurden inzwischen zwei Kinder eines der Erkrankten positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet. In Deutschland wurde das Virus außer bei den Betroffenen in Bayern auch bei zwei Deutschen nachgewiesen, die am Samstag mit 124 weiteren Deutschen und deren Angehörigen aus China ausgeflogen wurden. Auch ihnen ging es nach Einschätzung der Ärzte zunächst gut.

In China erhöhte sich unterdessen die Zahl der Toten auf mehr als 360, die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft um knapp 3000 auf mehr als 17 000 Fälle.

Coronavirus steht im Bayrischen Kabinett im Mittelpunkt

Exakt eine Woche nach Bekanntwerden des ersten Corona-Falls in Bayern steht der Umgang mit dem Virus am Dienstag auch im Kabinett im Mittelpunkt. Bislang gibt es im Freistaat zehn mit dem Coronavirus infizierte Menschen - alle soweit in guter Verfassung. Sie seien in gesundheitlich stabilem Zustand, teilte das bayerische Gesundheitsministerium erst am Montag mit. Bereits vor einer Woche hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Kabinett über den Umgang mit dem Virus in Bayern berichtet.

Nach Krankheitsfällen mit Coronavirus: Webasto schließt Werk in Stockdorf

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bleibt die Firmenzentrale des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bis einschließlich 11. Februar 2020 geschlossen. „Inzwischen sind insgesamt sieben unserer Mitarbeiter in Deutschland positiv auf den Coronavirus getestet. Das nehmen wir sehr ernst. Die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen steht für uns an allererster Stelle. Wir haben daher beschlossen, dass ein Großteil der mehr als 1.000 Mitarbeiter weitere neun Tage von zuhause arbeitet. Das sind dann seit unserer Schließung insgesamt zwei Wochen. Damit orientieren wir uns an der von Experten für den Virus angenommenen längsten Inkubationszeit von 14 Tagen“, erklärte Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE.  

Webasto hatte seine Firmenzentrale in Stockdorf bei München am 29. Januar 2020 nach Bekanntwerden erster Coronavirus-Infektionsfälle zum Schutz seiner Belegschaft auf eigene Initiative geschlossen. Dadurch sei es zu einer Unterbrechung der Infektionskette gekommen und es hätte seitdem keine weitere Infektion bei Webasto gegeben, so Engelmann. 

Die Verlängerung des mobilen Arbeitens für die Mitarbeiter sei eine Präventivmaßnahme des Unternehmens. Nach Informationen der zuständigen Behörden, mit denen sich Webasto ständig austauscht, sei das Arbeiten unter Einhaltung der hohen Hygienestandards am Standort Stockdorf aus gesundheitlicher Sicht jederzeit möglich. Alle Gebäude auf dem Gelände wurden in den letzten Tagen von Fachpersonal professionell gereinigt und desinfiziert.

Update 2. Februar

Es gibt einen achten bestätigten Corona-Fall in Deutschland. Wieder wird er in der München Klinik Schwabing behandelt. Insgesamt sind nun sechs Patienten mit Coronavirus dort in Behandlung. 

Chefarzt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing: „Wir stehen in engem Austausch mit nationalen und internationalen medizinischen Experten von Universitäten und der WHO. Alle sechs Fälle bei uns mit Nachweis des Coronavirus (2019-nCoV) sind in einem klinisch stabilen Zustand, zeigten im Verlauf teilweise grippeähnliche Symptome und sind aktuell weitestgehend symptomfrei. Alle Patienten bleiben weiterhin zur klinischen Beobachtung bei uns.“ 

Aktuelle Versorgungskapazitäten für bestätigte Corona-Virus-Patienten
„Die München Klinik Schwabing kann im Bedarfsfall die aktuellen Kapazitäten aufstocken. Dann hätten wir bis zu 30 Betten in Schwabing für die Versorgung von Corona-Virus Patienten zur Verfügung. Diese Betten sollten aber ausschließlich für bestätigte Coronavirus-Patienten vorgehalten werden. Deshalb gilt: Wer hohes Fieber hat, hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine normale Erkältung oder Grippe (Influenza). Bevor diese Patienten in Schwabing in unserer Infektiologie aufgenommen werden, sollte der Corona-Virus-Test erfolgt sein.“, betont Prof. Wendtner.

Für Grippe-Verdachtsfälle gilt deshalb: Jedes Krankenhaus in Bayern verfügt über die Versorgungsmöglichkeit und auch die Isolationsmöglichkeit von Influenzafällen, Influenza-Verdachtsfällen oder auch Corona-Verdachtsfällen. Diese sollten daher nicht automatisch nach Schwabing geschickt werden, noch bevor eine Sichtung und Testung erfolgt ist.

Versorgung in separatem Gebäude mit Isolierung 

Derweil geht der Klinikbetrieb im großen Maximalversorger mit seinen 650 Betten in Schwabing routiniert weiter. Mit der Zimmer-Isolierung besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Patienten und Besucher in der München Klinik Schwabing. Der Klinikbetrieb – von der Geburtshilfe bis zur Kardiologie – läuft daneben ohne Einschränkung weiter. 

„Wir sind auf solche Situationen sehr gut vorbereitet und unsere erfahrenen Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte haben mit solchen Situationen seit vielen Jahren Routine“, betont Dr. med. Christian Unzicker von der Ärztlichen Klinikleitung. Insbesondere verunsicherten Patienten und Besuchern legen die Experten nahe, sich über die bestehenden Informationsquellen* zu informieren und neben der großen Aufmerksamkeit für Corona die Grippeschutzmaßnahmen und auch die Grippe-Impfung nicht in den Hintergrund geraten zu lassen. 

* Coronavirus Hotline in Bayern 09131 6808-5101, www.coronavirus.bayern.de

Update 30. Januar

Die Infektionen und Todesfälle durch die neue Lungenkrankheit in China haben den stärksten Anstieg innerhalb eines Tages gezeigt. Die Zahl der nachgewiesenen Patienten kletterte bis Donnerstag um rund 1700 auf 7711. Auch wurden 38 Todesfälle verzeichnet, mehr als je zuvor in einem Tag. Insgesamt sind jetzt 170 Patienten gestorben. Mit der ersten Erkrankung in Tibet sind nun in allen Regionen und Provinzen Chinas Infektionen nachgewiesen. Der Anstieg ist rasant. Vor zwei Wochen waren erst 40 Fälle gezählt worden. Der Höhepunkt der Epidemie wird frühestens in einer Woche erwartet.

Die vier ersten Patienten in Deutschland waren nach Angaben eines behandelnden Arztes vom Mittwochabend in München hingegen symptomfrei und in gutem Zustand. Außerhalb der Volksrepublik sind in rund 20 Ländern etwas mehr als 100 Infektionen gezählt worden. Darunter sind neben Deutschland und Frankreich auch Thailand, Japan, Singapur, Malaysia, die USA, Finnland, Australien und Südkorea. Neu hinzu kam am Donnerstag je ein bestätigter Fall in Indien und auf den Philippinen. Vielfach sind die Infizierten Reisende aus China, aber es kommt auch zu neuen Ansteckungen außerhalb des Landes.

Update 29. Januar, 16.31 Uhr

Nach der größeren Testaktion auf das neuartige Coronavirus beim bayerischen Autozulieferer Webasto werden die Ergebnisse am Donnerstag erwartet. „Die Kontaktpersonen sollen vorerst zuhause bleiben und den Kontakt zu anderen Menschen meiden“, sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, am Mittwoch in München.

Bisher ist eine Coronavirusinfektion bei vier Webasto-Mitarbeitern aus der Zentrale in Gauting (Landkreis Starnberg) bestätigt. 40 Menschen gelten als mögliche Kontaktpersonen. Sie seien befragt und von ihnen ein Rachenabstrich genommen worden, sagte Zapf. „Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse morgen vorliegen.“ Das könne man aber nicht für jeden Einzelfall garantieren.

Alle Kontaktpersonen zu dem ersten Patienten in Deutschland, hätten angegeben, dass sie sich gesund fühlen. Die Inkubationszeit bei den Patienten habe bisher bei vier bis fünf Tagen gelegen.

Die Tests seien wichtig, um das Geschehen in der Firma abschätzen zu können, sagte Zapf weiter. „Für uns ist interessant, das Übertragungsgeschehen nachvollziehen zu können.“

Bis jetzt gibt es keine weiteren Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus

In Bayern sind bislang keine weiteren neuen Coronavirusfälle bekanntgeworden. „Mittlerweile liegen die Ergebnisse von weiteren Tests vor. Darunter befanden sich keine neuen Fälle. Damit bleibt es derzeit bei dem Stand von gestern Abend“, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Demnach gibt es in Bayern vier Coronavirus-Patienten.

Es sind Mitarbeiter der Firma Webasto aus Gauting (Landkreis Starnberg). Ein 33-Jähriger hatte sich den Erkenntnissen zufolge vergangene Woche bei einer aus China eingereisten Kollegin angesteckt. Die Infektion der drei weiteren Menschen hatte das Ministerium am Dienstagabend bestätigt. Es handelt sich dabei um zwei Männer (27 und 40 Jahre alt) und eine Frau (33 Jahre alt).

Der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing betonte: „Die vier Patienten sind symptomfrei und in klinisch gutem Zustand. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Sie sind bei uns aktuell weiterhin zur klinischen Beobachtung.“

Wann die vier Coronavirus-Patienten das Krankenhaus verlassen können, ist vom Verlauf der Krankheit abhängig. Die Patienten würden nicht entlassen, solange sie positiv auf das neuartige Coronavirus getestet werden, sagte der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner.

Jeden Tag werde bei allen Patienten ein Abstrich genommen. Bisher seien diese allesamt positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Wir hoffen, dass wir die drängenden Fragen der Patienten nach Entlassung bald mit Ja beantworten können“, sagte der Mediziner.

Allen Patienten gehe es „sehr gut“, sagte Wendtner. „Die Vier sind pumperlgsund.“ Ihnen sei so langweilig, dass sie ständig fragten, wann sie entlassen werden. Eine Patientin hatte den Angaben nach zunächst Fieber und Husten gehabt. Inzwischen zeigten alle vier keinerlei Infektsymptomatik mehr, so der Chefarzt.

Zwei der Infizierten liegen in isolierten Einzelzimmern, zwei in einem Zweierzimmer. Die Station befinde sich in einem gesonderten Gebäude. Der sonstige Klinikbetrieb laufe ohne Beeinträchtigung.

Update: 29. Januar

Die bayerischen Gesundheitsbehörden bestätigten am Dienstag die vier ersten Coronavirus-Fälle in der Bundesrepublik. Weil die Angesteckten allesamt Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto aus dem oberbayerischen Gauting sind, schließt die Firma ihre Zentrale im Ortsteil Stockdorf zum Schutz der Belegschaft vorübergehend bis Sonntag. Dort arbeiten insgesamt rund tausend Menschen.

Zunächst war die neue Lungenkrankheit bei einem 33 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech nachgewiesen worden. Er hatte sich in seiner Firma in einem Vorort von München bei einer Kollegin aus China infiziert. Am Dienstagabend teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit, dass sich drei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. „Auch diese Patienten sind Mitarbeiter der Firma aus dem Landkreis Starnberg“, hieß es weiter.

Vier Websto-Mitarbeiter in Münchner Klinik eingeliefert

Die vier Betroffenen wurden in der München Klinik Schwabing stationär aufgenommen und dort medizinisch überwacht und isoliert, wie das Ministerium mitteilte. „Bei einigen weiteren Kontaktpersonen läuft derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliegt.“ Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte: „Es wurden insgesamt rund 40 Mitarbeiter der Firma ermittelt, die als enge Kontaktpersonen in Frage kommen. Die Betroffenen sollen am Mittwoch vorsichtshalber getestet werden.“ Dann will das Ministerium auch per Pressemitteilung über den aktuellen Sachstand informieren.

Coronavirus - Insgesamt jetzt fünf Entlassungen aus der München Klinik Schwabing

Erster Coronavirus-Patient hat sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt

Der 33-Jährige hatte sich nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei einer Kollegin aus China angesteckt, die in der vergangenen Woche zu einer Schulung bei Webasto in der Firmenzentrale im Landkreis Starnberg gekommen war. Die Frau hatte ihre Infektion erst am 23. Januar auf dem Rückflug nach China bemerkt.

Der erste Coronavirus-Patient war am Montag positiv auf das Virus getestet worden - da war er schon wieder zur Arbeit gegangen. „Es geht ihm recht gut, gestern Vormittag hat er noch gearbeitet“, sagte LGL-Präsident Andreas Zapf. „Er ist fieberfrei, hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr“, fügte der behandelnde Chefarzt Clemens Wendtner vom Klinikum Schwabing hinzu. Der Mann befinde sich in einem Isolierzimmer, für andere Patienten bestehe keine Gefahr.

Die Menschen, die mit der chinesischen und dem zuerst erkrankten deutschen Webasto-Mitarbeiter Kontakt hatten, stehen nach LGL-Angaben unter Beobachtung und sind aufgerufen, ihr Zuhause nicht zu verlassen. Der 33-jährige Patient ist Familienvater, sein Kind geht nach Angaben des Gesundheitsministeriums in eine Krippe im Landkreis Landsberg am Lech. Auch diese stehe nun unter Beobachtung, sagte LGL-Präsident Zapf. Über den Familienstand der drei weiteren Patienten wurde zunächst nichts bekannt. Der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, betonte: „Die Zahl kann noch steigen.“

Autozulieferer Webasto schließt Werk in Stockdorf

Webasto kündigte am Dienstagabend an, dass neben der vorübergehenden Schließung des Standorts Stockdorf Mitarbeiter der Firmenzentrale ebenfalls bis Sonntag nicht an nationale und internationale Standorte reisen sollen. Für China galt schon vorher eine Sperre für zwei Wochen. „Die Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft wurden aufgrund der neueren Entwicklungen ausgeweitet“, hieß es in einer Mitteilung. Das Management hatte den Mitarbeitern in der Zentrale schon zuvor für diese Woche freigestellt, ob sie im Büro oder lieber zuhause arbeiten wollen.

Coronavirus stammt vermutlich aus der chinesischen Stadt Wuhan 

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist inzwischen auf mehr als 4500 gestiegen, in China starben mindestens 106 Menschen an der Lungenkrankheit.

Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, womöglich sogar ohne Symptome.

Übertragungen vor den ersten Symptomen gelten als sehr selten. So liefert der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Deutschland womöglich auch neue Erkenntnisse über die Ansteckungswege der Lungenkrankheit. Denn der Mann habe sich nach ersten Erkenntnissen bei der Chinesin angesteckt, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome der Krankheit zeigte.

Die Behörden wollen weitere Maßnahmen in Bayern einleiten

Eine offizielle Hotline der bayerischen Behörden wurde geschaltet, einige Krankenkassen taten das auch. Am Münchner Flughafen werden die Passagiere nach Angaben des Landesamtes mit Plakaten in drei Sprachen aufgefordert, bei Verdacht einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus einen Arzt aufzusuchen. Weitere Eskalationsstufen des Alarmplans sind möglich: Derzeit werde gemeinsam mit dem Bund beraten, „ob es sinnvoll sein kann, an Flughäfen Fieber zu messen“, sagte Ministerin Huml. Die weltgrößte Spielwarenmesse in Nürnberg erwartet angesichts des Coronavirus-Ausbruchs in diesem Jahr weniger Besucher aus China.

Einen Grund zur Panik gebe es trotz allem nicht, betonte Huml - ebenso wie ihr Amtskollege, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Fall zeige, „dass wir gut vorbereitet sind“, sagte er. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland bleibe auch nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts weiterhin gering.

Trotzdem waren Atemschutzmasken in einzelnen Apotheken in Bayern ausverkauft. Er habe dies von Betrieben in Unterfranken und München gehört, sagte ein Sprecher des bayerischen Apothekerverbandes der Deutschen Presse-Agentur.

Erstmeldung: 28. Januar

München –  In Bayern ist der bundesweit erste Infektionsfall mit dem Coronavirus bestätigt worden. Wie das bayerische Gesundheitsministerium in der Nacht auf Dienstag mitteilte, hat sich ein Mann aus dem Landkreis Landsberg mit dem neuartigen Virus infiziert. 

Erster Coronavirus Patient von chinesischem Gast angesteckt

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr Hallo München am Dienstag. Die Frau aus Shanghai sei vor ihrer Reise nach Deutschland von ihren Eltern besucht worden, die aus der chinesischen Millionenmetropole Wuhan kommen. Die Region sei am stärksten von dem Coronavirus betroffen.

Webasto hatte zuvor bestätigt, dass ein Mitarbeiter in Stockdorf von einer chinesischen Kollegin aus Schanghai mit dem neuen Coronavirus angesteckt worden sei, die vergangene Woche zu Besuch war und erst nach ihrem Rückflug in China positiv getestet wurde. Das Unternehmen prüft derzeit, mit welchen Kollegen die beiden Erkrankten in Kontakt waren. 

Webasto stellt hauptsächlich Autodächer und Standheizungen her und hat in China mehr als zehn Standorte, einen davon in der Millionenmetropole Wuhan, in der die neuartige Lungenkrankheit zuerst ausgebrochen war.

Nach dem ersten bestätigten Fall der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland überprüfen die bayerischen Behörden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Das sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Dr. Martin Hoch, am Dienstag in München. „Die Zahl kann noch steigen.“ Die Chinesin und der deutsche Mitarbeiter hätten im Rahmen der Schulung in einer kleinen Gruppe zusammengearbeitet. Die Ansteckung habe „in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war“ stattgefunden, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Dr. Andreas Zapf. 

(v. re. n. li.) Task Force Leiter Dr. Martin Horch, LGL-Präsident Dr. Andreas Zapf, die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und der Sprecher des Gesundheitsministerium Jörg Säuberlich bei der Pressekonferenz zum Coronavirus.

Die Kinderkrippe in Landsberg am Lech, in der das Kind des an dem neuen Coronavirus erkrankten Mannes betreut wird, bleibt vorerst geöffnet. „Wir sehen derzeit keine Veranlassung dazu, die Krippe zu schließen“, sagte ein Sprecher des dortigen Landratsamts am Dienstag. „Weder die Frau noch das Kind des Patienten sind bisher erkrankt.“  Die Frau und das Kind des Patienten würden derzeit im häuslichen Umfeld isoliert, sagte der Landratsamt-Sprecher.

Die Eltern der betroffenen Einrichtung seien nicht eigens informiert worden, sagte der Sprecher. „Das ändert sich natürlich, wenn das Kind doch noch krank wird.“

Der Zustand des ersten Patienten in Bayern mit neuartigem Coronavirus 

Der Patient befinde sich nach Angaben der „Task Force Infektiologie“ des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit klinisch in einem guten Zustand. Er werde medizinisch überwacht und isoliert. Der Patient werde zur Zeit im Klinikum Schwabing behandelt.

„Er ist fieberfrei, hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr“, sagte Dr. Clemens Wendtner, Chefarzt im Klinikum Schwabing in München, am Dienstag. Der Mann werde nicht auf der Sonderisolierstation des Krankenhauses behandelt, sondern auf der normalen Isolierstation in einem von 22 Zimmern mit Schleuse. „Die Sonderisolierstation ist nicht aktiviert und wird für diesen Patienten auch nicht aktiviert“, sagte Wendtner. Er betonte: „Es besteht keinerlei Gefahr für Mitpatienten.“ Enge Kontaktpersonen wie Familienmitglieder und Kollegen des 33-Jährigen sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben. 

Besonderheit des ersten Infektionsfall mit dem Coronavirus in Bayern  

Besonders an dem Fall in Bayern ist, dass damit wohl erstmals weltweit eine Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas nachgewiesen wurde. Bisher handelte es sich bei fast allen der rund 50 erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle. Die Betroffenen hatten sich bei einer Reise nach China infiziert. Lediglich ganz vereinzelte Fälle von Ansteckungen zwischen engen Familienangehörigen wurden bekannt, aber bis keine Übertragungen etwa auf Klinikpersonal, Arbeitskollegen oder Zufallskontakte.

Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuen Virus anzustecken, wird von der „Task Force Infektiologie“ sowie vom Robert-Koch-Institut derzeit als gering erachtet. Trotzdem wurde für besorgte Bürgerinnen und Bürger eine Hotline eingerichtet, die unter der Nummer 09131 6808-5101 zu erreichen ist. 

Über vorsorgliche Fiebermessungen am Flughafen München sein laut Gesundheitsministerin Melanie Huml noch nicht endgültig entschieden. Schließung von Einrichtungen seien zur Zeit nicht vorgesehen.

Das Bayrische Rote Kreuz ist vorbereitet

Sollte sich das Coronavirus in Bayern verbreiten, stehen beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) zwölf Schnelleinsatzgruppen bereit. Diese Sondereinheiten seien auf die Behandlung, Betreuung und den fachgerechten Transport von beispielsweise hochinfektiösen Patienten spezialisiert, teilte das BRK am Dienstag mit.

Bereits am Wochenende sind laut BRK standardisierte Prozeduren für den Ernstfall entwickelt worden, die allen Einsatzdiensten zur Verfügung stünden. „Im Vorgehen für die Einsatzkräfte ändert sich zunächst nichts“, sagte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Persönliche Schutzausrüstung wie Mundschutz, Atemschutzmasken und Schutzanzüge und -brillen würden ohnehin in allen Rettungsfahrzeugen mitgeführt.

Das neuartige Coronavirus kann eine Lungenkrankheit auslösen 

Erstmals aufgetreten ist es in China, dort sind bereits mehr als 100 Menschen daran gestorben. Größtenteils waren dies ältere Patienten mit Vorerkrankungen. Nach Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit in den meisten Fällen allerdings mit wenigen oder gar keinen Symptomen. Die Zahl der weltweit bekannten Erkrankungen liegt inzwischen bei mehr als 4.500 Fällen.

Quelle: epd/dpa/jh/lit/fb

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen:

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Das wird Münchens modernste Tiefgarage – Hallo besucht die Großbaustelle am Thomas-Wimmer-Ring 
Das wird Münchens modernste Tiefgarage – Hallo besucht die Großbaustelle am Thomas-Wimmer-Ring 
Bier ohne heimische Braugerste? – So wirken sich die frühlingshaften Temperaturen auf München aus
Bier ohne heimische Braugerste? – So wirken sich die frühlingshaften Temperaturen auf München aus
Dilemma: Ego-Shooter oder Joggen im Englischen Garten? 
Dilemma: Ego-Shooter oder Joggen im Englischen Garten? 
Ein neuer Referent soll die Münchner Mobilität effektiver machen
Ein neuer Referent soll die Münchner Mobilität effektiver machen

Kommentare