Dokumentarfilmfestival erstmals komplett online

Corona zum Trotz: Das DOK.fest München findet erstmals als Online-Festival statt

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Der Andrang zur Premiere des DOK.fest München 2019 war groß. Heuer wird so ein Bild durch das Coronavirus nicht zu sehen sein. Die Zuschauer können das Festival und die Filme aber online von Zuhause aus verfolgen.

Aufgrund von Corona: Das „DOK.fest München“ findet heuer ausschließlich online statt. Der Festivalleiter im Interview über Hürden und Chancen der Corona-Krise.

  • Aufgrund des Coronavirus bleiben Kinos und Austragungsorte geschlossen
  • Das DOK.fest München findet trotzdem als Online-Festival statt
  • Der Festivalleiter im Interview mit Hallo über Hürden und Chancen der Corona-Krise

München - Das internationale Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest) ist eine feste Größe unter den städtischen Veranstaltungen. Jedoch macht das Coronavirus auch hier keine Ausnahme: Kinos und weitere Ausstrahlungsorte bleiben geschlossen.

DOK.fest München erstmals komplett online

Für die Veranstalter jedoch kein Grund, das Festival abzusagen: „Als erstes deutsches Dokumentarfilmfestival findet das DOK.fest München dieses Jahr online statt“, erklärt Festivalleiter Daniel Sponsel.

Festivalleiter Daniel Sponsel

In Hallo spricht der 55-Jährige über Besonderheiten und Schwierigkeiten in der Organisation sowie eine Chance, die aus dieser Situation geboren wird.

Herr Sponsel, fühlt sich ein reines Online-Filmfestival komisch an?

Anders auf jeden Fall. Trotzdem freuen wir uns, dass wir das Festival stattfinden lassen können.

Wann haben Sie sich dazu entschlossen?

Erste Fragen kamen bei uns bereits nach der Berlinale Ende Februar auf. Anfang März haben wir uns dann mit drei Möglichkeiten befasst: Absage, Verschiebung oder Wechsel auf online. Eine Absage kam für uns nicht infrage, die Verschiebung wäre zu unsicher gewesen. In beiden Fällen hätten wir große Verluste davongetragen. Also haben wir uns für die Online-Variante entschieden.

Gab es Schwierigkeiten bei der diesjährigen Organisation?

Schwierig war die Tatsache, dass wir bereits 159 Filme bestätigt hatten und das Programm schon stand. Das bedeutete, dass wir ab Mitte März bei allen Filmen erneut anfragen mussten, ob wir diese denn auch bei einer Online-Version des Festivals zeigen dürfen. Dass wir trotz dieser Umstände immer noch 121 Filme ausstrahlen dürfen, finde ich sehr erfreulich. Es ist ein gutes Zeichen der Branche, trotz Corona flexibel zusammenzustehen.

Glauben Sie, dass die Zuschauer auf die Online-Idee anspringen?

Ich glaube schon, dass die Leute das Angebot annehmen. Online Filme zu schauen ist in Zeiten von Netflix oder Disney+ kein Neuland mehr. Die Filme sind immer noch dieselben, sie verlieren ja nicht an Inhalt.

Könnte das Format „DOK.fest München @home“ also auch ein Zukunfts-Modell sein?

Dazu müssen wir noch abwarten, ob Dokumentarfilme im Netz gut ankommen. Bei guter Resonanz ist es bestimmt eine Überlegung wert, künftig neben dem normalen Festival auch online ein Angebot laufen zu lassen.

Das ist das „DOK.fest München“

Das internationale Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest) findet seit 35 Jahren in München statt. 2019 konnte mit 52 400 Zuschauern ein neuer Besucherrekord verzeichnet werden.

Dieses Jahr startet das Festival am Mittwoch, 6. Mai, und läuft bis Sonntag, 24. Mai. Insgesamt 121 Dokumentarfilme aus 42 Ländern werden in diesem Zeitraum ausgestrahlt, darunter 21 Welt- und weitere 69 Deutschlandpremieren.

Als Highlights gelten unter anderem „Tonsüchtig – Die Wiener Symphoniker von innen“ und „Swinger – Die wunderbare Welt des Partnertauschs“.

Das gesamte Programm kann auf der Website des Festivals eingesehen werden. Dort können auch Zugänge zu den Filmen für 24 Stunden zu je 4,50 Euro erworben werden. Auch kann ein für den gesamten Zeitraum gültiger Festivalpass für 50 Euro gebucht werden.

Für alle Fans des DOK.fest München verlost Hallo München Streaming-Zugänge für Film-Highlights des Festivals.

Benedikt Strobach

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