Messeveranstalter schlagen Alarm

Coronavirus: Stehen kleine Messen in München vor dem Aus?

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Gut besucht war die Messe "New Heritage" 2019. Dieses Jahr könnte dies durch das Coronavirus anders werden.

Coronavirus: Weil sie das Aus oder hohe Absagekosten fürchten, appellieren Münchner Messeveranstalter gemeinsam per offenem Brief an die bayerische Regierung

  • Wegen des Coronavirus sind alle Veranstaltungen bis 19. April abgesagt, das weitere Vorgehen ist nicht bekannt
  • Kleine Messen sehen Existenz bedroht
  • Veranstalter bitten in offenem Brief an bayerische Regierung um Hilfe

München - Unerfüllbare Auflagen, zurückgezogene Genehmigungen: Die Coronakrise hat Münchner Messeveranstalter schon vor Einführung des generellen Veranstaltungsverbots Mitte März hart getroffen. Bislang gilt das Verbot nur bis 19. April, eine Verlängerung ist aber durchaus denkbar.

Messe-Veranstalter fürchten wegen Coronavirus um Existenz

Für Veranstalter ein Drahtseilakt: „Wir haben über den 19. April hinaus derzeit keine Rechtsgrundlage, um Veranstaltungen abzusagen“, erklärt Moritz Fuchs, dessen Nachhaltigkeitsmesse „New Heritage“ Anfang Mai in der Kulturhalle Zenith stattfinden soll. „Wir hängen ziemlich in der Luft und laufen Gefahr, bei eigener Absage auf hohen Kosten sitzenzubleiben.“ In seinem Fall: ein fünfstelliger Betrag.

"New Heritage"-Veranstalter Moritz Fuchs

Gemeinsam mit elf anderen Privatveranstaltern – darunter den Organisatoren von Messen wie Hallo Bayern, Vinessio oder ArtMUC – hat sich Fuchs darum an das Münchner Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) gewandt. Sie fordern: mehr Planungssicherheit für Messen nach dem 19. April – auch „um größere Schäden in der Kulturlandschaft der Stadt zu verhindern und Existenzen zu sichern“. 

Denn: „Müssen wir allein die Kosten für Absagen tragen, sind manche Events in Zukunft nicht mehr durchführbar.“ Das wäre für einige Veranstalter auch der finanzielle Ruin.

Auch die Messe Hallo Bayern war letztes Jahr gut besucht - und könnte heuer unter dem Coronavirus leiden.

Veranstalter wünschen sich festen Ansprechpartner bei der Stadt München - RAW verweist auf Bayerische Regierung

Konkret wünscht sich der Interessensverband eine Handlungsanweisung der Behörden sowie einen zuständigen Ansprechpartner. Bisher müssten Organisatoren je nach Veranstaltungsort mit anderen KVR-Mitarbeitern sprechen. Das wiederum hätte uneinheitliche Vorgaben bei Genehmigungen zur Folge.

Von Seiten der Stadt gibt es für die Nöte der Veranstalter zwar Verständnis, aber keine Lösung. „Entscheidungen, die eine Wiederaufnahme von Veranstaltungen beeinflussen, werden auf Bundes- oder Landesebene getroffen“, teilt das RAW auf Hallo-Anfrage mit.

Man habe keinen Informationsvorsprung. „Als Veranstalter der Auer Dulten oder des Stadtgründungsfestes ist das RAW ebenso wie private Veranstalter abhängig von Entscheidungen der höheren Verwaltungsebenen.“

Veranstalter senden offenen Brief an Söder und Aiwanger - Entscheidung frühestens am 14. April

Diese haben die Veranstalter inzwischen ebenfalls eingeschaltet. Sowohl Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als auch Ministerpräsident Markus Söder hat der Interessensverband angeschrieben, mit der Bitte, frühzeitig über ein verlängertes Veranstaltungsverbot zu entscheiden. 

„Dann hätten wir zumindest Planungssicherheit“, so Fuchs. Für solche Überlegungen sei die Lage noch viel zu dynamisch, teilt die Bayerische Staatskanzlei Hallo mit. „Es ist noch viel zu früh, um etwas für die Zeit nach dem 19. April aufs Papier zu bringen“, so eine Sprecherin. 

Eine Entscheidung über die Verlängerung des Verbotes werde voraussichtlich erst am 14. April getroffen – und zwar bundesweit einheitlich. An dem Tag ist eine Diskussion aller Ministerpräsidenten zusammen mit der Kanzlerin über das weitere Vorgehen anberaumt.

Romy Ebert-Adeikis

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