Ausnahmezustand: Wo sich Corona in München auswirkt

So trotzt die Stadt dem Virus

Bereit für ihr bisher größtes Fest: die Jugend des Trachtenvereins „Alpenrösl Allach“.
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Bereit für ihr bisher größtes Fest: die Jugend des Trachtenvereins „Alpenrösl Allach“.

Es ist in aller Munde – Das Coronavirus hat nun auch München erreicht. Zahlreiche Veranstaltungen werden Tag für Tag abgesagt. Dennoch sind einige weiterhin optimistisch. 

  • Dynamische Lage in München
  • Jubiläumsfeier des Vereins „Alpenrösl Allach“
  • Frühlingsfest, ja oder nein? 

„Dynamische Lage“ herrscht in München wegen des Coronavirus. Eine Veranstaltung nach der anderen wird abgesagt, stündlich werden umfangreichere Maßnahmen ergriffen. Und das fordert Verständnis und Mitleid, mit denen, die in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sowie mit denen, die erkrankt sind. Am Donnerstag hat es den ersten Todesfall in Bayern gegeben. Lesen Sie hier, wie der Virus das öffentliche Leben, die Wahlen, die Kirche und die Schule lahmlegt – und wo die Planungen (vorerst) weitergehen.

Allacher Trachtler planen Jubiläumsfeierlichkeiten und Isargaufest weiter 

Fünf Jahre Vorbereitung stecken in diesem Jahrhundertereignis für den Verein „Alpenrösl Allach“. Der plant zu seinem 100-jährigen Bestehen ein Fest für den ganzen Stadtbezirk vom 15. bis 24. Mai. Zu den Höhepunkten zählen das 90. Isargaufest mit rund 4000 Teilnehmern von über 60 Vereinen aus München und Bayern sowie ein Konzert mit der Gruppe „LaBrassBanda“. 

Benjamin Gallas (32) sagt: „Solange die Bundes- oder die Staatsregierung die Vorsichtsmaßnahmen nicht bis zu dem Zeitraum der Festwoche hinaus ausdehnt und wir absagen müssen, findet alles wie geplant statt.“ Er und die anderen Mitglieder des Festausschusses tauschen sich derzeit täglich mehrfach aus, um auf jede neue Situation reagieren zu können. „Wir glauben daran, dass es stattfindet“, sagt Gallas, versichert aber auch: „Notfalls sind wir für alle Szenarien gut aufgestellt.“ Als da wären: Absagen, Verschieben oder Feiern. Sollte der Verein zur Absage gezwungen werden, gebe es einen Plan für eine „Rückabwicklung der Verträge, inklusive Ticketrückgabe“. 

Benjamin Gallas ist weiterhin optimistisch.

Für drei Konzert- und Kabarettabende („LaBrassBanda“, „Brettl-Spitzen“ und Saso Avsenik) werden nämlich schon seit Monaten Karten verkauft. Alle anderen Veranstaltungen wie Aktionstage für Senioren und Familien, ein großer Trachtenfestzug, ein Ochsenrennen und ein Boxkampf kosten keinen Eintritt. „Wir wollen eben ein buntes Programm für alle anbieten“, betont Gallas. Daher hat auch der BA Allach-Untermenzing trotz aller Unsicherheiten wegen der Corona-Auswirkungen in seiner jüngsten Sitzung Zuschüsse in Höhe von rund 21 000 Euro zugesagt: für den Sicherheitsdienst, den Stromanschluss fürs Festzelt an der Servetstraße und die Busumleitungen während des Festzugs. All das wird derzeit organisiert. 

ul

Frühlingsfest: „Entscheidung noch nicht gefallen“

Bundesweit werden Volksfeste abgesagt, auch das Stattfinden der Wiesn im Herbst wird diskutiert. Doch die Veranstalter des Frühlingsfestes haben noch Hoffnung. „Wir warten ab, momentan gehen alle Maßnahmen ja nur bis zum 19. April – das Frühlingsfest würde erst am 24. April starten“, erklärt Yvonne Heckl, Geschäftsführerin der VMS, der Veranstaltungsgesellschaft Münchner Schausteller. 

Wird das Frühlingsfest stattfinden?

Eine Absage der kleinen Schwester der Wiesn, die bis zum 10. Mai auf der Theresienwiese stattfinden würde, wäre für viele Schausteller existenzbedrohend. „Ein Karussell kann man auch in einer Woche aufbauen“, so Heckl. „Und wir tüfteln gerade an Ersatzplänen – beispielsweise mit Festzelten in einer abgespeckten Version.“ 

mak

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