„Leute haben wegen Corona Angst und weichen auf die Straße aus"

Mindestabstand wegen zu schmalen Gehwegen nicht überall möglich - BA-Grüne wollen mehr Platz für Fußgänger

In der Augustenstraße ist der Mindestabstand derzeit nicht immer möglich. Die Grünen in der Maxvorstadt wollen deshalb in einem Antrag fordern, dass die Stadt ein entsprechendes Konzept erarbeitet. 
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In der Augustenstraße ist der Mindestabstand derzeit nicht immer möglich. Die Grünen in der Maxvorstadt wollen deshalb in einem Antrag fordern, dass die Stadt ein entsprechendes Konzept erarbeitet. 

Die Grünen in der Maxvorstadt finden: Zu schmale oder vollgestellte Gehwege erschweren den Mindestabstand, die Stadt soll eingreifen - CSU-Fraktion ist kritisch. 

  • Abgestellte Räder oder Menschenschlangen vor Geschäften erschweren es, immer den Mindestabstand einzuhalten. 
  • In der Maxvorstadt wollen die Grünen deshalb die Stadt auffordern, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. 
  • Die CSU-Fraktion sieht den Antrag kritisch. 

Maxvorstadt- Wegen der Corona-Pandemie wird derzeit jeder dazu angehalten, einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zu seinen Mitmenschen einzuhalten. Die Grünen in der Maxvorstadt weisen jetzt in einem Antrag darauf hin, dass dies an vielen Stellen im Bezirk gar nicht möglich sei.

Fahrräder oder Menschenansammlungen erschweren es, in der Augustenstraße den Mindestabstand einzuhalten – und zwingen manche sogar dazu, auf den Radweg auszuweichen.

Grüne Maxvorstadt: Mindestabstand auf vielen Gehwegen nicht möglich 

 „Viele Gehwege in der Maxvorstadt sind zu schmal und bieten daher kaum die Voraussetzung für ein regelgerechtes Abstandhalten“, heißt es darin. Insbesondere verweisen die Grünen auf die Türken-, Schelling-, Augusten- oder Theresienstraße. „Es geht um Straßen, in denen viele Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten sind“, ergänzt Martha Hipp von den BA-Grünen. „Leute haben wegen Corona Angst und weichen auf die Straße aus – das kann es nicht sein“, findet Hipp. Deshalb fordert die Fraktion, dass die Stadt schnellstmöglich ein Konzept erarbeitet, damit das Abstandhalten möglich ist. Vorschläge der Grünen sind beispielsweise ein Parkverbot für Fahrzeuge jeglicher Art auf Gehwegen oder die Verlegung von Radwegen auf die Straße. In der Augustenstraße solle man den Radweg zum Fußweg umwandeln. „Dort ist der Radweg an sich viel zu schmal. Das ist gefährlich“, so Hipp. 

Im Antrag fordern die Grünen, dass Parken für Fahrzeuge jeglicher Art zumindest zeitlich begrenzt auf Gehwegen verboten wird. 

CSU Maxvorstadt: Corona nur Mittel zum Zweck?

Die CSU in der Maxvorstadt sieht das allerdings anders. Fraktionssprecher und Ex-BA-Chef Christian Krimpmann betont: „Wir brauchen auf keinen Fall einen Schnellschuss, der exklusiv mit Verboten arbeitet.“ Ihn ärgert außerdem: „Die Grünen wollen den Verkehr um jeden Preis aus der Innenstadt raus bekommen – da ist auch Corona recht.“ KVR-Sprecher Johannes Mayer verweist auf Hallo-Anfrage darauf, dass es nach Rücksprache mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt unbedenklich sei, wenn an Durchgängen von Freischankflächen nicht durchgehend der Mindestabstand eingehalten werden kann. „Dies gilt zumindest für die Fälle, in denen der Durchgang weder zum Verweilen geeignet ist, noch dazu genutzt wird, sondern lediglich dem Passieren des Weges dient.“ Das infektionshygienische Ansteckungsrisiko sei bei einer zeitlich nur sehr kurzen Unterschreitung des Mindestabstandes verhältnismäßig gering und damit vertretbar.

Damit Radfahrer in München während der Corona-Pandemie mehr Platz haben, gibt es jetzt mehrere Pop-Up-Bike-Lanes in der Stadt.

Seit der Kommunalwahl leuchtet die Münchner Mitte grün - jetzt steht auch fest, wer die neue BA-Chefin in der Maxvorstadt ist. 

Unstimmigkeiten zwischen den Grünen und der CSU gab es auch bei der Fragestellung, ob das Filmfest möglicherweise bald auf dem Königsplatz in der Maxvorstadt ausgerichtet wird. 

Kassandra Fischer

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