Eine Million Aufrufe auf Facebook

Ungleiche Corona-Beschränkungen: Lisa Fitz platzt der Kragen

Hat nichts gegen Fluglinien, nur gegen Ungleichbehandlung: Kabarettistin Lisa Fitz
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Hat nichts gegen Fluglinien, nur gegen Ungleichbehandlung: Kabarettistin Lisa Fitz

„Verarschung“ : Kabarettistin Lisa Fitz poltert auf Facebook – bei Hallo München erklärt sie das millionenfach geklickte Video...

  • Die Kabarettistin Lisa Fitz machte ihrem Ärger Luft mit einem Facebook-Video
  • Sie ist wütend über die, ihrer Meinung nach, ungleiche Corona-Beschränkungen
  • In Hallo erklärt sie das millionenfach geklickte Video

München – Nein, die beliebte Kabarettistin Lisa Fitz stellt nicht das Coronavirus an sich in Frage. Luft gemacht hat sie sich auf ihrem Facebook-Kanal über die Ungleichbehandlung, die es ihrer Meinung nach in Sachen Beschränkungen gibt. 

Fitz musste sämtliche Termine seit März absagen. „Ich verstehe und akzeptiere das alles, halte mich mit meinen Kollegen an die Regeln. Aber warum darf ein Flugzeug vollbesetzt abheben?“ 

Die Kabarettistin hat es satt

Die Diskrepanz, dass für eine Branche diese und für die andere Branche jene Regeln gelten. Sie hat sich Luft gemacht. Drei Minuten lang. Und damit mehr Menschen erreicht, als sie es von einer Live-Bühne könnte.

Frau Fitz, Ihr Video über Ihren Lufthansa-Flug geht durch die Decke... 

Ich habe nix gegen die Lufthansa, das vorweg. Aber seit Monaten ist die Kulturszene geduldig, darf nicht auftreten, ist von Regierungsseite für unsere Auftritte nur von Absage und Abstand die Rede. 

Im Flieger war alles ganz anders: 

Nach der Wartezeit am Flughafen mit gesperrten Sitzplätzen und Dauerbeschallung von wegen „Abstand halten und Maske auf“ war das Flugzeug von Frankfurt nach München ausgebucht. 

Alle Reihen voll, kein Sitz frei, Schulter an Schulter mit verklemmter Arschbacke. Dann wurden Getränke verteilt – da fielen auch die Masken. 

Ich halte ja gerne Abstand – aber verarschen lasse ich mich nicht. Diese Diskrepanz bin ich leid – das reicht mir. Da muss jetzt endlich was geschehen.

„Ich verstehe und akzeptiere das alles, halte mich mit meinen Kollegen an die Regeln. Aber warum darf ein Flugzeug vollbesetzt abheben?“ 

Ihre Lösung für Auftritte in Corona-Zeiten? 

Gleichbehandlung aller Branchen, die Auslastung auch für uns aus den Kulturbereichen aufstocken. Da hängen ja alle dran: Licht, Fahrer, Bühnenarbeiter.... Statt wenigen Tischen kann man Stuhlreihen aufstellen. 

So geht’s nicht weiter

Im Münchner Schlachthof etwa statt 500 nur 400 Leute einlassen (aktuell sind 50 erlaubt, Anm.d.Red.). Mit Abstand, Maske und Handdesinfektion geht das, geht ja sonst auch. Wer zum Auftritt kommen will, macht das ja freiwillig. Aber so geht’s nicht weiter. 

Die Veranstaltungsbranche ist in Sachen Verluste die zweitgrößte nach der Automobilbranche! 

Wären Online-Konzerte oder ein Auftritt im Autokino für Sie denkbar? 

Online-Konzerte laufen gar nicht so schlecht, wir sind da gerade in Planung – und Autokino probiere ich jetzt aus. Ein Gastspiel ist in Suhl/Thüringen am 26. Juni und eine Anfrage kam von Landshut. 

Das ist zwar spooky, wenn gehupt und geblinkt anstatt gelacht wird, aber vielleicht auch lustig.

Wie waren die Reaktionen auf Ihr Facebook-Video? 

Gigantisch. Eine Million Aufrufe auf Facebook, über 30 000 Mal geteilt und über 1600 Kommentare. Einer hat mir Mail­adressen von 500 Abgeordneten geschickt. 

Auch auf Youtube ist das Video schon über 5000 mal gesehen worden. Es gab so viel Resonanz, das wird die Regierung schon mitbekommen haben.

Marie-Julie Hlawica

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