Kuriose Brexit-Wut

Bye bye, Englischer Garten? – Münchner fordert in Petition, Park in Europäischen Park umzubenennen

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Im Englischen Garten

Kuriose Brexit-Wut: Um ein Zeichen gegen den Brexit zu setzten, fordert dieser Münchner eine Umbenennung des Englischen Garten und startet eine Online-Unterschriftensammlung...

München – „Den Brexit halte ich für falsch“, sagt Bastian Däxl (41). Er und ein Ingenieurskollege bei BMW, Wilhelm Wenig (38), hatten jetzt eine kuriose Idee: „Wir haben eine Petition gestartet, um den Englischen Garten umzubenennen. 

Unser Vorschlag heißt stattdessen: Europäischer Garten.“ Ein Scherz? „Nein, mit der offenen Petition wollen wir in vielerlei Hinsicht ein Statement setzten“, erklärt der gebürtige Gräfelfinger Däxl. 

Ein klares Ja zu Europa

Immerhin sei München eine offene, multikulturelle Stadt im Herzen Europas. Gäste aller Erdteile sollten ein klares Ja zu Europa spüren. „Daher ist es unzumutbar, dass der größte Park in München mit dem – unserer Ansicht nach – europafeindlichen Verhalten Großbritanniens assoziiert wird. 

„Mit der offenen Petition wollen wir in vielerlei Hinsicht ein Statement setzten“, erklärt der gebürtige Gräfelfinger Bastian Däxl (41).

Wir fordern eine Diskussion zur Umbenennung dieses Münchner Wahrzeichens“, argumentieren sie in ihrer eben gestarteten Online-Unterschriftensammlung. Hallo traf Däxl am Englischen Garten. 

Er wolle Menschen aufrütteln

„Mir ist klar, dass diese Aktion polemisch ist – aber so ist die Politik gerade auch: laut, polemisch und moralisch fragwürdig.“ Er wolle Menschen aufrütteln. „Viele halten mit ihrer Meinung zurück, müssen sich wieder mehr an Politik beteiligen.“ 

Allerdings verspricht er sich von der „anti-englischen“ Petition realistisch gesehen keine tatsächliche Veränderung. Franziska Wimberger, Sprecherin der bayerische Schlösser- und Seenverwaltung macht auch keinerlei Hoffnung auf eine Umbenennung: „Der Englische Garten in München ist weltweit als solcher bekannt.“ 

„Eine politische Aussage ist mit der Bezeichnung nicht verbunden“

Die Bezeichnung verweise auf den damals zeitgenössischen Gartenstil, der dem Vorbild der Natur folgte – in Abgrenzung vom geometrischen, „französischen“ Barockgarten (siehe unten). „Eine politische Aussage ist mit der Bezeichnung nicht verbunden“, betont Wimberger. 

Trotzdem appelliert der Maschinenbauer an die Öffentlichkeit: „Bitte helft uns, ein Zeichen zu setzen, dass wir Bürger Bayerns und Europas das Verhalten Großbritanniens nicht gutheißen und auf unseren Unmut und unser Unverständnis zum Brexit aufmerksam machen wollen.“ 

Über 110 Bürger haben den Aufruf bis jetzt unterschrieben. Bis Ende April läuft die Petition. 

Der Englische Garten

Mit 375 Hektar Fläche ist er eine der berühmtesten Parkanlagen der Welt. 1789 wurde er vom Kurfürst Karl Theodor in Auftrag gegeben. Als Gegenentwurf zu barocken Gärten wie dem Hofgarten sollte er ohne geometrischen Entwurf entstehen. Deswegen wurde er „Englischer Garten“ genannt.

Marie-Julie Hlawica

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