"Verstärker" entfallen und bei der S7 geht bald gar nichts mehr

"Verstärker" entfallen und bei der S7 geht bald gar nichts mehr

"Verstärker" entfallen und bei der S7 geht bald gar nichts mehr

Zoff um Feuerwerk geht weiter: Initiative prangert Ungleichbehandlung an

Zoff um Feuerwerk geht weiter: Initiative prangert Ungleichbehandlung an

Zoff um Feuerwerk geht weiter: Initiative prangert Ungleichbehandlung an

Isar-Gaudi startet

Beginn der Flößer-Saison: Alte Traditionen und neue Regeln rund um die Isar-Fahrten

+
Von Wolfratshausen bis Thalkirchen geht es auf den Floßgassen auch einmal rasant zu.

Fluss frei für die Floßfahrten: Ab dem 1. Mai beginnt die neue Flößer-Saison. Welchen Einfluss das Wetter hat und wie sich die neuen Isar-Regeln auswirken, erklärt Josef Seitner in Hallo.

München – Josef Seitner hetzt von Transporter zu Transporter, die letzten Vorbereitungen laufen: Am 1. Mai reisen Gäste extra aus Südtirol nach Wolfratshausen. Dann wird eines von Seitners Floßen das erste Mal in diesem Jahr in die Isar gelassen. Sorgen macht ihm jetzt nur noch Eines: „Lieber Gott, bitte lass‘ das Wetter schön werden.“ 

Die erste Fahrt sei für Flößer doch immer etwas aufregend. Das gilt sogar für den 71-Jährigen, der den Traditionsbetrieb in vierter Generation führt. Bei der ersten Fahrt der Saison und einer weiteren steht Seitner noch selbst am Steuer. Ansonsten übergibt er an zwei seiner 15 Angestellten, die vom 1. Mai bis zum zweiten Wochenende im September etwa 25 000 Menschen über die Isar schippern. Außer seinem Betrieb gibt es nur noch drei weitere, die Floßfahrten anbieten.

Seit 1978 führt Josef Seitner den Betrieb seines Vaters.

Bis zu 60 Gäste haben auf den Fichtenstämmen Platz. Eigens für jede Fahrt wird das Floß mit Draht und Eisenteilen zusammengebaut, um dann, in Thalkirchen angekommen, wieder auseinandergebaut und in einen Lkw verladen zu werden. Wegen der schweren Arbeit ist das „Flößerhandwerk ein reiner Männerberuf“. 

Der Aufbau eines Floßes dauert etwa eineinhalb Stunden, der Abbau geht schneller: Innerhalb von 30 Minuten sind die Stämme wieder auf dem Rückweg nach Wolfratshausen. Wesentlich schneller also als auf dem Wasserweg – eine Fahrt dauert rund sechseinhalb Stunden inklusive Pause.

Einer der Gründe, warum das klassische Flößerhandwerk im Zuge der Industrialisierung ausstarb: Als Eisenbahnen und Nutzfahrzeuge in München Einzug hielten, war der Transport über das Wasser hinfällig. Vor dem Jahr 1900 war daran laut Seitner nicht zu denken: Alle Gütertransporte wurden über die Flüsse durchgeführt. 

Der Anfang der „Gaudifahrten“ ist auf das Jahr 1910 datiert.

„Flößer war ein gefährlicher Beruf, weil früher bei jedem Wasserstand gefahren wurde.“ Bei den heutigen Passagierfahrten ist das natürlich anders: „Sobald die Isar eine zu hohe Flussgeschwindigkeit erreicht, sagen wir die Fahrt ab.“

Der Anfang der „Gaudifahrten“, wie sie Seitner nennt, ist auf das Jahr 1910 datiert. Der sogenannte „Verein der giftigen Schwammerl“ fuhr an einem Sonntag nach Wolfratshausen, um mit Kleidern und Frack bekleidet, auf einem Floß eine Spritztour zu unternehmen. „Auf einem alten Foto sieht die Kleidung fast so aus wie bei einer Hochzeit“, lacht Seitner. 

In den 60er-Jahren begannen Studentenverbindungen mit den Floßfahrten wie man sie heutzutage kennt – zu denen auch ein kühles Bier gehört.

Eigens für jede Fahrt wird das Floß mit Draht und Eisenteilen zusammengebaut.

Die neue Bootsverordnung des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, die für Bootsfahrer eine 0,5-Promille vorsieht, ändert für die Floßfahrten nichts: „Für uns Flößer gelten schon immer die gleichen Alkoholregeln wie im Straßenverkehr“, erläutert Seitner. Dass die Nutzung der Isar durch Schlauchboote jetzt nun eingeschränkt wird, findet der Flößer richtig: „Es war teilweise sehr chaotisch und auch gefährlich, weil so viele Boote unterwegs waren. Manchmal wurde das Floß richtig eingezwängt.“

Für Seitner beginnt nun die neue Saison. Im letzten Jahr bereitete ihm ein sehr niedriger Wasserstand anfangs Sorgen: „Es war wie ein Wunder. Die Isar hat sich in der Mitte vertieft. Dadurch hat sich das Wasser dort gesammelt und wir konnten trotzdem fahren.“ Von den extremen Wettererscheinungen merke sein Betrieb bisher nichts. Jetzt hofft er erst einmal, dass der Wettergott bei der Jungfernfahrt am 1. Mai mitspielt.

Sophia Oberhuber

Der Flößer-Kulturverein München-Thalkirchen bietet an den Samstagen, 4. Mai, 1. Juni, 6. Juli, 3. August, 7. September, die kostenlose Führung „Was wäre München ohne Flößerei?“ an. Treffpunkt ist jeweils um 15 Uhr am Eingang des Campingplatzes Thalkirchen, Zentralländstraße 49. Anmeldungen unter info@floesser-kulturverein.de.

Kommen neue Bootsregeln auf der Isar im Stadtgebiet?

Seit der neuen Bootsverordnung im Tölzer Landkreis fordern Naturschützer auch strengere Bootsregeln für München. In der Stadt arbeitet man gerade an einer Novellierung der seit 1976 bestehenden Boots- und Badeverordnung. „Darin sind, neben Erweiterungen der erlaubten Bootsfahrtstrecke, auch tageszeitliche und saisonale Regelungen des Bootsverkehrs auf der Isar im Stadtgebiet vorgesehen“, teilte eine Sprecherin des Referats für Gesundheit und Umwelt mit. 

Diese seien im Wesentlichen aus ökologischen Gründen erforderlich geworden. Wie diese konkret aussehen, werden aber erst die Ergebnisse aktueller Untersuchungen in Naturschutz- und Haftungsfragen zeigen. Wann der Stadtrat entscheidet, steht laut RGU noch nicht fest.

Die konkreten Maßnahmen

Seit der neuen Bootsverordnung im Tölzer Landkreis fordern Naturschützer auch für München strengere Bootsregeln.
  • Für die Bootsfahrer gilt eine 0,5-Promille-Grenze.
  • Es herrscht ein Nachtfahrverbot von 20:30 Uhr bis 7 Uhr.
  • Das Anhängen von Booten wird verboten – mehr als 12 Personen pro Boot sind nicht mehr erlaubt.
  • Das Anlanden an Kiesinseln ist nur in Notlagen erlaubt.
  • Für Kinder und Nichtschwimmer werden Schwimmwesten zur Pflicht.
  • Insgesamt neun Isar-Ranger werden in dieser Saison die Maßnahmen überwachen und Verstöße feststellen.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Zoff um Feuerwerk geht weiter: Initiative prangert Ungleichbehandlung an
Zoff um Feuerwerk geht weiter: Initiative prangert Ungleichbehandlung an
Auch kommenden Freitag wieder: Zugausfälle wegen Stammstrecken-Sperrung
Auch kommenden Freitag wieder: Zugausfälle wegen Stammstrecken-Sperrung
Gegen den Kahlschlag: Neue Initiative baut Druck auf Politik und Behörden auf
Gegen den Kahlschlag: Neue Initiative baut Druck auf Politik und Behörden auf
Verkehrsunfall: Frontalzusammenstoß nach mutmaßlichem Straßenrennen – fünf Personen verletzt
Verkehrsunfall: Frontalzusammenstoß nach mutmaßlichem Straßenrennen – fünf Personen verletzt

Kommentare