Mit Charme statt Pistole

Max Müller: So vorbildlich ist der „Rosenheim-Cop“

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Für den 54-jährigen Max Müller ist der Stern der  Polizeigewerkschaft in Kassel nicht die erste Auszeichnung dieser Art.

München – Kekse statt Kanone: Die Polizeigewerkschaft zeichnet „Rosenheim-Cop“ Max Müller wegen seiner echten Darstellung aus. Warum der Schauspieler ein Vorbild ist, lesen Sie hier.

„In den 19 Jahren habe ich nur ein einziges Mal geschossen und das gleich zu Beginn“, erklärt Max Müller. Seit 2000 spielt er den Polizisten Michael Mohr in der beliebten ZDF-Serie „Die Rosenheim-Cops“. „Michi Mohr ist kein großer Schütze“, gesteht Müller lachend, „aber das ist nicht schlimm, dafür kann er ausgezeichnet Kekse essen.“ 

Trotzdem scheint Müller für die Polizeigewerkschaft in Kassel einen vorbildlichen Polizisten abzugeben. Sie verleiht dem gebürtigen Klagenfurter ihren Stern, den seit 1988 Persönlichkeiten bekommen, die sich für die Interessen der Polizeibeschäftigten einsetzen. „Herr Müller stellt einen Polizisten echt dar – und steht dafür, was Bürger von einem Polizisten erwarten, nämlich einen stets höflichen Schutzmann“, erklärt Lars Elsebach, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft Kassel.

Für den 54-jährigen Müller ist das nicht die erste Auszeichnung dieser Art. 2017 bekam er die Bayerische Staatsmedaille Innere Sicherheit und darf sich Ehrenkommissar der bayerischen Polizei nennen.

Im privaten Bereich hat Müller aber erst ein positives Feedback von einem „Kollegen“ bekommen. Bei einer Verkehrskontrolle winkte ihn ein Polizist durch – mit den Worten: „Fahren’s weiter, Rosenheim-Cop!“.

Auch die Münchner Gewerkschaft schätzt es, wenn im Fernsehen Polizisten menschlich dargestellt werden. Mit der Realität hätten die TV-Serien allerdings wenig zu tun. „Ermittlungen können sich schon mal ziehen und ein Tatort sieht auch mal anders als im Fernsehen aus.“ Die Rosenheim-Cops lobt Ascherl aber: „Die sind etwas näher an der Realität als beispielsweise ‚Hubert und Staller‘ oder ‚München 7‘, die die Polizeiarbeit humoristisch aufgreifen.“

Brutale Krimi-Serien sind für Schauspieler Max Müller privat nichts: „Ich schaue lieber ‚Golden Girls‘.“

Auch wenige Polizisten schauen „Tatort“ oder ähnliches, erklärt Jürgen Ascherl von der Münchner Polizeigewerkschaft. „Manche sagen, dass wenn sie schon beruflich mit Kriminalität zu tun haben, sie nicht noch in der Freizeit Krimis schauen müssen.“ Ob die Münchner Polizei ihre TV-Kollegen dennoch bei ihren Recherchen unterstützt, lesen Sie im Kasten.

Sabina Kläsener

Das sagt die Münchner Polizei

Die Pressestelle des Münchner Polizeipräsidiums wird regelmäßig von Drehbuchautoren & Co.konsultiert, um die Polizeiarbeit möglichst realistisch darzustellen. Es gab auch schon Anfragen, ob Schauspieler hospitieren könnten, was nicht möglich ist, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Grundsätzlich unterliege die Darstellung im Film und Fernsehen der künstlerischen Freiheit, hätten aber wenig mit der Realität zu tun, so der Sprecher. „Das war schon in den 70er-Jahren bei Derrick so.“

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