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Protestaktion gegen hohe Mieten

Theater ums Münchner Kindl

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Die Großdemonstration im September hat viel Energie gekostet. Deshalb hat „Ausspekuliert“ nun eine kleinere Aktion organisiert.

München – Der Miet-Protest geht weiter: „Ausspekuliert“ lädt am Samstag zu einer Aktion. Warum es diesmal keine Groß-Demo gibt und welches Ziel sich das Bündnis verfolgt, lesen Sie hier

Nach der Großdemonstration gegen den Mietwahnsinn im September hat sich die Bürgerinitiative „Ausspekuliert“ diesmal eine Art Theaterstück zum Mitmachen ausgedacht. Das Münchner Kindl liegt im Sterben, Immobilienspekulanten wollen es zu Grabe tragen. 

„Das Münchner Kindl ist für uns Symbolfigur für das Münchner Lebensgefühl“, sagt Christian Schwarzenberger, der die Protestaktion mitorganisiert hat. Immer mehr Menschen müssten kämpfen, dass sie nicht verdrängt werden und hätten dadurch weniger Zeit für das Miteinander. „Jeder ist eingeladen zuzuschauen und aktiv mitzumachen“, sagt Schwarzenberger. Sie Menschen könnten sich als Miethai-Jäger oder Kinderärzte verkleiden, Blumen für die „Beerdigung“ oder Protestplakate mitbringen. Die Protestaktion findet am Samstag, 6. April, ab 13.30 Uhr am Leonrodplatz statt. 

Kreativquartier stärken

Christian Schwarzenberg hat die Protestaktion mitorganisiert.

Dort tagt an diesem Wochenende im Kreativquartier die Konferenz „Mietwahnsinn stoppen – Handlungsfelder Kommune“, bei der die Teilnehmer diskutieren, wie die Kommunen das Problem bezahlbares Wohnen lösen könnten. Gleichzeitig wollen die Organisatoren mit der Aktion das Kreativquartier stärken. „Wir wollen, dass die Freiräume, die nicht kommerziell sind, erhalten bleiben“, sagt Schwarzenberger. 

„Ausspekuliert“ habe sich bewusst für eine kleinere Veranstaltung entschieden und eine Demonstration mit 300 bis 500 Leuten angemeldet. „An der Großdemonstration im Herbst haben viele Ehrenamtliche fulltime mitgearbeitet. Danach haben wir erst einmal eine Pause gebraucht. Und jetzt konnten wir in der Kürze der Zeit nicht schon wieder eine große Aktion planen“, so Schwarzenberger. 

Trotzdem will die Bürgerinitiative zeigen: „Wir sind hier, wir wehren uns und wir werden weitermachen.“ Schwarzenberg ist sich zudem sicher, dass es heuer noch weitere Aktionen geben wird. „Die Leute machen es nicht zum Spaß, sondern es geht ums Existenzielle. Solange sich nichts ändert, werden wir aktiv bleiben.“ 

Modernisierungsumlage und Mietspiegel

Mehrere tausend Teilnehmer waren bei der Groß-Demo „Ausspekuliert“ gegen hohe Mieten im September. 

Es habe sich schon etwas bewegt, so Schwarzenberger. Man habe Druck auf die Politiker aufgebaut. Dadurch sei beispielsweise die Möglichkeit, über die Modernisierungsumlage die Mieten zu erhöhen, eingeschränkt worden. 

„Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Derzeit kämpft die Bürgerinitiative für eine Reform des Mietspiegels. Denn aktuell beziehe der Mietspiegel nur die Neuvermietungen und Mieterhöhungen der letzten vier Jahre mit ein. „Er bildet die Mietsteigerungen und Verdrängungsprozesse in den Städten ab und verstärkt diese zum Teil sogar“, kritisiert „Ausspekuliert“. 

Das Bündnis fordert, dass alle Bestandsmieten berücksichtigt werden. „Damit kann die Mietsteigerung auf ein vernünftiges Maß begrenzt werden.“ Ein weiteres Ziel: „Wir wollen noch mehr Menschen ermutigen, aktiv zu werden. Denn wenn man merkt, dass man nicht alleine ist, gibt das ganz viel Kraft.“

Andreas Schwarzbauer

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