Noch gibt es massiven Diskussionsbedarf

Wird der Sonntag zum Souvenirtag?

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München – Sonntag ist Ruhetag – auch für Souvenirläden. Oder doch nicht? – Nach mehreren Anträgen entscheidet der Stadtrat jetzt über verlängerte Öffnungszeiten für Andenken-Händler

Ein verkaufsoffener Tag des Herrn? Nach Anträgen der CSU und der SPD beschäftigt sich am Dienstag der Kreisverwaltungsausschuss mit dem umstrittenen Thema. KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) stellt sich auf die Seite der Antragsteller und plädiert dafür, dass Souvenirhändler künftig auch am Sonntag öffnen dürfen. Doch es gibt Bedenken.

„Wir haben ein Rechtsgutachten in Auftrag geben. Dieses kommt zu einem vernichtenden Ergebnis“, sagt Dominik Datz von der Gewerkschaft Verdi. Ein Problem: Damit das Geschäft öffnen darf, müssen 50 Prozent der Waren müssen Souvenirartikel sein, die für München kennzeichnend sind. Doch was als Souvenir gelte, sei rechtlich nicht definiert, so Datz.

Selbst in der SPD ist die Zustimmung noch nicht gewiss. „Die Beschlussvorlage, so wie sie jetzt ist, wirft noch einige Fragen und Probleme auf“, sagt SPD-Stadtrat Christian Vorländer. Unter anderem in welchen Bereichen und Straßen die Regelung gelten soll, sei noch offen. Ob die SPD zustimmen werde, wollte er auf Hallo-Anfrage nicht verraten. Intensive Beratungen stünden noch aus.

Positiv sieht die Ausweitung die CSU. „München schließt hier auf etwas auf, was andern­orts längst gang und gebe ist“, sagt Stadtrat Richard Quaas. Auch die Kritik der Kirche will er nicht gelten lassen: „Deren Karte sticht wenig, wenn man bedenkt, dass sogar im Vatikanstaat die Souvenirläden am Sonntag geöffnet haben dürfen. München soll keine Insel der Ausnahme bleiben.“

Das sehen auch die Händler selbst so: „Teilweise fahren Busunternehmen München an Sonntagen nicht an, weil keine Läden geöffnet haben“, moniert Michael Brunner vom Souvenirladen Sebastian Wesely am Rindermarkt. „Wir sind dafür, weil es eine Serviceleistung für unsere Gäste darstellt“, sind sich Marion Marr und Marion Richtsfeld vom Souvenirladen Obacht’ in der Ledererstraße einig. 

Sebastian Obermeir

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