Georg-Kronawitter-Platz: Bürger fordern mehr Transparenz bei den Planungen

Kein Durchblick – trotz Glasfront?

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Im Moment macht der Georg-Kronawitter-Platz, ein Filetstück mitten in der Altstadt, noch wenig her. Doch ein britisches Architekten-Büro hat große Pläne.

Altstadt – An der Sattlerstraße sollen drei Gebäude und eine grüne Aufenthaltsfläche entstehen – jetzt sind Arkaden und eine Fensterfront im Gespräch. Doch einige Anwohner fordern mehr Durchblick

Peter Arnold vom Münchner Forum reichen Informationen über die geplanten Umbaumaßnahmen nicht. Er fordert deshalb die Einberufung einer Einwohnerversammlung.

Die Münchner Innenstadt wird immer weiter von Autos befreit. Im Rahmen dessen entsteht in der City eine neue urbane Mitte: Der Georg-Kronawitter-Platz, im Volksmund auch Sattlerplatz genannt. Zwar gab es bereits zwei Infoveranstaltungen der Investoren Inselkammer und Hirmer zu den geplanten Entwicklungen auf und um den Platz. Peter Arnold (Foto) vom Münchner Forum reichen diese Infos aber nicht. In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel hat er die Einberufung einer Einwohnerversammlung innerhalb von sechs Wochen gefordert. „Man weiß kaum, was da entstehen soll und welche Auswirkung das auf das gesamte Hackenviertel hat“, schimpft der Innenstadt-Aktivist. „Eine Einwohnerversammlung ist neutral. Und die Bürger werden vorab ausreichend auf die Veranstaltung hingewiesen. Es soll nicht noch eine Infoveranstaltung geben, die die Investoren ausrichten und von der kaum einer etwas weiß!“

Der BA hat beschlossen, das Planungsreferat zu einer Sondersitzung im März einzuladen – wann genau steht noch nicht fest. „Abhängig davon, wie viele Neuigkeiten uns dort mitgeteilt werden, kann man anschließend die Bürger in einer Veranstaltung informieren“, sagt Wolfgang Püschel (SPD), stellvertretender Vorsitzender des BA. Bürger können außerdem direkt zur Sondersitzung kommen.

Mitarbeiter des britischen Star-Architekten Norman Foster erarbeiten derzeit einen Masterplan für den Platz. „Die Vorlage des Beschlussentwurfes im Stadtrat ist für das zweite Quartal 2019 geplant“, sagt Ingo Trömer vom Planungsreferat. Dort, wo heute das Hirmer-Parkhaus und die alte Post sind, entstehen drei neue Gebäude. Statt des Postgebäudes wird ein Hotel gebaut (Hallo berichtete). Daneben entsteht der neue Georg-Kronawitter-Platz. Nordwestlich davon entsteht ein weiteres Gebäude, eine Erweiterung des Modehauses Hirma. Zwischen den beiden Häusern wird ein Büro- und Gewerbekomplex gebaut. Unter den drei Gebäuden soll eine Gemeinschafts-Tiefgarage entstehen, die sowohl Anwohner- wie auch öffentliche Kurzzeit-Parkplätze bietet.

Wie Püschel Hallo mitteilt, besteht aktuell die Überlegung bei den beiden äußeren der drei Gebäude Arkaden einzurichten. „Das wäre dann auf Kosten der Investoren. Die würden auf ein paar Quadratmeter Verkaufsfläche verzichten, dafür haben die Bürger mehr Platz“, erklärt Püschel. Zudem möchte der Architekt für möglichst viel Helligkeit sorgen. „Dafür ist aktuell bei dem mittleren Kubus eine intensive Glasverkleidung vorgesehen“, so Püschel. Seitens des Planungsreferats gilt die Vorgabe, dass die Bauten sich der Höhe der anderen Altstadt-Gebäude anpassen müssen. Für die neue Fußgängerzone in der Fürstenfelder-, Sattlerstraße und dem Färbergraben seien außerdem einige Bäume geplant, so Püschel. Wie die Investoren angeben, soll der Verkehr im Hackenviertel künftig um 30 Prozent abnehmen. Durch eine intelligente Verkehrsführung und geänderte Zu- und Abfahrten fließe dieser künftig besser ab als

bisher.

Laura Felbinger

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