Equal Pay Day 

So kämpfen Münchnerinnen für Lohngerechtigkeit

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Equal Pay Day

Altstadt – Frauen verdienen in Deutschland rund 21 Prozent weniger als Männer, in Bayern sogar 24 Prozent: Um dafür zu sensibilisieren, findet heute Nachmittag eine Protestaktion auf dem Marienplatz statt

In Sachen Lohngerechtigkeit findet sich Deutschland nach wie vor auf Platz 26 von 28 Ländern in Europa wieder – ein erschütternder Wert. Deshalb findet am heutigen Nachmittag, ab 16 Uhr, auf dem Marienplatz eine Protestaktion zum Equal Pay Day (EPD) statt. 

Unter dem Motto „WERTsache Arbeit“ soll die Münchner Tradition des Geldbeutelwaschens am Aschermittwoch symbolisch aufgegriffen werden, um auch die „Kassen der Frauen zu füllen“, wie es in der Mitteilung des offiziellen Stadtportals heißt. 

Die Veranstaltung steht unter der Schirmpatinnenschaft von Bürgermeisterin Christine Strobl und wird um 16 Uhr von Petra Reiter, Ehefrau des Oberbürgermeisters, und Nicole Lassal, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt München, eröffnet.

Alle Frauen – und selbstverständlich auch alle solidarischen Männer – sind herzlich eingeladen, sich an der symbolischen Aktion zu beteiligen. Wer kein eigenes Portmonnaie in den Brunnen tauchen möchte, bekommt eine rote EPD-Geldbörse gestellt. 

Doch das Geldbeutelwaschen ist längst nicht der einzige Punkt auf der Tagesordnung: Im Rahmen der Aktion kann man sich umfassend über die Ursachen der sogenannten „Entgeltlücke“ informieren. Außerdem lockt ein Glücksrad mit Überraschungspreisen und auch die musikalische Untermalung kann sich sehen lassen: Die „Quetschenweiber“ haben sogar eigens für diese Protestaktion einen EPD-Song geschrieben.

Frauen arbeiten umgerechnet 77 Tage umsonst

Doch wer und was steckt genau hinter dieser Aktion? Die bundesweite Kampagne zum Equal Pay Day wurde ursprünglich von den Business and Professional Women (BPW) initiiert. In München steht das Projekt unter der Leitung von Eva Wobbe vom Aktionsbündnis EPD, dem über 40 Münchner Frauenorganisationen angehören. Das Ziel: Bewusst auf den „geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied“ aufmerksam machen. 

Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer, in Bayern sogar 24 Prozent. Umgerechnet ergeben sich daraus rund 77 Tage, an denen Frauen 2019 umsonst arbeiten. Dieser 77. Tag wäre dann genau heute, am 18. März. „Dieses Datum ist in Deutschland ungefähr so stabil wie Weihnachten. Seit Jahren ändert sich daran nichts“, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Faktoren wie die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen, Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung oder Pflege und in der Wahl von schlecht bezahlten „Frauenberufen“ sind in diesem Zusammenhang besonders zentral. Wie es aus der offiziellen Mitteilung der Stadt heißt: „Auch bei gleicher Qualifikation und sonstigen gleichen Merkmalen beträgt der Unterschied immer noch sieben Prozent – eine klare Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.“

Um mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern erzielen und gewährleisten zu können, so die These der Initiatoren, brauche es dringend eine faire Neubewertung der Tätigkeiten in den geschlechtertypischen Berufen.

Weitere Informationen zu geplanten Aktionen gibt es unter: www.muenchen.de/equal-pay-day

reb/muenchen.de

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