Antragspaket für Fahrradfahrer

Die Tandem-Offensive für München

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Rush Hour auf dem Radstreifen – breitere und sicherer Wege fordert das Bündnis.

München – Kaum ist es Frühling, sieht man immer mehr Radler auf den Straßen. Ein neues Bündnis will jetzt zwei Bürgerbegehren durchsetzen – bessere Radbedingungen und einen Altstadt-Radlring

Breitere Radwege, ein durchgängiges Radnetz mit Vorrang, übersichtliche Kreuzungen sowie mehr Abstellmöglichkeiten: Das fordert das Bündnis Rad­entscheid aus ADFC, Bund Naturschutz, Green City, und den Parteien Grüne, ÖDP und Linke. Ab sofort sammeln sie Unterschriften für zwei Bürgerbegehren – eines für einen Altstadt-Radlring, eines für bessere Radl-Bedingungen in der Stadt. 33 000 Stimmen brauchen sie jeweils, um im Herbst zu den Themen einen Bürgerentscheid durchzusetzen.

Andreas Groh, Vorsitzender des ADFC.

Parallel starten die Grünen einen Vorstoß mit einem Antrags-Paket im Stadtrat: Unter anderem soll die Altstadt autofrei werden – zumindest versuchsweise im August. Ob sie das in der Politik durchsetzen können ist fraglich, doch erst sind jetzt die Münchner Bürger gefragt, ob sie den vier Zielen des Rad-Begehrens zustimmen – und außerdem einen Altstadt-Radlring wollen. 

Die Kernpunkte erklärt Andreas Groh, ADFC-Vorsitzender, in Hallo:

  • Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen:
    Damit das Unfallrisiko – etwa tödliche Abbiegeunfälle – minimiert wird, sollen Kreuzungen und Einmündungen umgestaltet werden. „Bisher wird oft genau bis zu diesem Bereich geparkt oder es stehen Litfaßsäulen und Bäume im Blickfeld.“ Parkverbote und niedrigere Büsche könnten die Sicht verbessern.
  • Qualität der Radwege:
    Breiter – 2,30 Meter pro Fahrt­richtung – und sicherer sowie ganzjährig nutzbar sollen sie sein. „Mittelfristig sollen alle Radwege diesen Standards entsprechen, damit sie sicher und attraktiv zugleich sind“, erklärt Groh.
  • Ausbau der Abstellmöglichkeiten:
    Platz für Lastenräder und Kinderanhänger sollen sie bieten sowie geschützt vor Diebstahl und Witterung sein. „Es sollen mehr Flächen gut über das Stadtgebiet verteilt werden.“ Außerdem brauche es Spinde an Parks, in denen Radklamotten aufbewahrt werden können, so Groh.
  • Durchgängiges und leistungsfähiges Vorrangnetz:
    Ohne Lücken und schnell sollen viele Radler an Hochschulen, Bahnhöfe und zentrale Orte gelangen können.
  • Altstadt-Radlring:
    Vom Stachus über den Odeonsplatz, den Franz-Josef-Strauß-Ring, die Blumenstraße und die Sonnenstraße soll der geforderte Radring führen.

Sabina Kläsener

Antrags-Paket

Sonja Haider (ödp) und Andreas Schuster von Green City, vor der Karte, die den geplanten Altstadt-Radlring zeigt.

Für eine autofreie Altstadt sollen laut Grünen die Stellplätze halbiert und für Anwohner reserviert werden. Außerdem gefordert: Maximal Tempo 30 innerhalb des Altstadtrings sowie neu aufgeteilte Verkehrsflächen, beispielsweise am Isartor.

Das sagt der OB

„Auch mir ist es wichtig zügig Verbesserungen für den Radverkehr in München zu erreichen. Deshalb habe ich die Verwaltung gebeten, baldmöglichst Aussagen darüber zu treffen, welche der in dem Bürgerbegehren vorgeschlagenen Maßnahmen bis wann, mit welchem Aufwand und mit welchen Auswirkungen realisiert werden könnten. Sobald hier Ergebnisse vorliegen, liegt es am Stadtrat, entsprechende Beschlüsse zu fassen.“

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