Warte-Streit

KVR: Amtshilfe aus dem Umland? – CSU-Vorschlag aus Berlin stößt auf Kritik

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Trotz neuem Vergabesystem: Warteschlangen vor dem KVR in der Ruppertstraße.

Es ist ein altes Lied: Wartechaos scheint beim KVR vorprogrammiert zu sein – zumindest in München. Warum die Nachbargemeinden aber wohl nicht aushelfen werden, lesen Sie hier.

München – „Die Zustände in der Münchner Stadtverwaltung werden immer schlimmer“, schimpfte dieser Tage der CSU-Bundestagabgeordnete Wolfgang Stefinger (Hallo berichtete). Er hatte Amtshilfe für das Münchner KVR gefordert und konkret vorgeschlagen: „Münchner, die in Stadtrandgebieten wohnen, sollen durch Amtshilfeabkommen der Stadt mit den Umlandgemeinden im Landkreis Bürgerangelegenheiten in den dortigen Rathäusern erledigen können.“

Denn aktuell heißt es Schlangestehen oder drei Monate Wartefrist bis zum nächstmöglichen Termin. 

Das erlebte jetzt auch Hallo-Redakteurin Marie-Julie Hlawica im Bürgerbüro. Sie entschied sich für einen der seit kurzem wieder ermöglichten Spontanbesuche. Um 7.30 Uhr steht sie in der Warteschlange der KVR-Außenstelle im Rathaus Pasing. Kurz nach 8 Uhr hält sie einen Zettel in der Hand: W 133. Wie sich zeigt, lässt sich von der Nummer aber nicht darauf schließen, wann man ungefähr an der Reihe ist. Mehrfach werden höhere Nummern ebenso wie niedrige aufgerufen – es heißt ausharren. 

Bürgermeister Christian Kuchlbauer.

In Pasing kein Vergnügen, da anders als in der Ruppertstraße weder Cafeteria noch Getränke- oder Kaffee-Automaten zur Verfügung stehen. Das Rathaus verlassen und dadurch den ersehnten Termin verpassen? Keine Option. Erst um 12.30 Uhr – nach fünf Stunden – verlässt sie das KVR wieder.

Könnte also der Vorschlag Stefingers tatsächlich die Lösung sein? Auf Begeisterung bei den offiziellen Stellen stößt er jedenfalls nicht: Seit seinem Vorstoß laufen beispielsweise in Oberschleißheim die Telefone heiß. In der Leitung sind besorgte Oberschleißheimer, die nun Münchner Verhältnisse fürchten. 

„Wir sind etwas stinkig, da wir vorher nicht informiert wurden“, erklärt Bürgermeister Christian Kuchlbauer auf Hallo-Nachfrage. „Wir können das gar nicht schaffen. Dafür bräuchten wir größere Räumlichkeiten und ich bezweifele, dass wir mehr Mitarbeiter bekommen.“

Ähnlich äußert sich Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. Die Amtshilfe sei weder technisch noch rechtlich möglich. Grundsätzlich sei laut KVR die Terminvergabe eine klare Verbesserung zum früheren Wartenummersystem. 2020 soll das Hauptgebäude an der Ruppertstraße umgebaut werden. Mehr Platz für mehr Mitarbeiter – doch diese müsse man auch erst finden.

Sabina Kläsener

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