Famoser Fund!

Komposition von 1695 zufällig aufgetaucht

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Zufällig gefunden: Über Jahrhunderte schlummerte diese Komposition eines Münchner Hofkomponisten im Bayerischen Hauptstaatsarchiv.

Altstadt - Manchmal ist der Zufall ein Schatz! Nach 300 Jahren wurde einer solcher Schätze nun im Bayerischen Hauptstaatsarchiv gefunden

Über 300 Jahre schlummerten Notenblätter des Bayerischen Hofkomponisten Johann Caspar Teubner (um 1640-1697) im Bayerischen Hauptstaatsarchiv – niemand wusst davon, jetzt wurde sie zufällig gefunden. Der Finder Philipp Weiß war während seiner Ausbildung in der Fragmentensammlung des Archivs beschäftigt. Er blätterte jahrhundertealte Schriften durch – plötzlich stieß er auf Papiere, die mit Teubners Komposition zusammengehalten wurden. „Eine absolute Rarität ist da aufgetaucht“, sagt Dr. Gerhard Immler (Foto) von der Abteilung „Ältere Bestände“. Wie kann aber so eine Rarität als Hefter dienen? Früher haben Buchbinder Altpapier aufgekauft und daraus Einbände hergestellt. „Sie haben gar nicht gewusst, was sie da vor sich haben“, so Immler. Philipp Weiß wusste das aber: Er kannte den Komponisten, dessen Name auf dem Titel- blatt des Werkes „Sonata á doi Violin et Organo“ stand. Teubner war Mitglied der Hofkapelle in München unter den Kurfürsten Ferdinand Maria und Max Emanuel von Bayern. 1661 taucht Teubner in Schriften namentlich auf. Und nicht nur das: „Damals wurde das Werk aufgeführt“, so Immler. Das schließt der Experte daraus, „dass es so sauber abgeschrieben ist“. Nachdem es zu Altpapier wurde, ist es in Vergessenheit geraten. Jetzt sollen Musikwissenschaftler die Komposition untersuchen. Immlers Ziel: „Es wäre schön, wenn es in München zur Aufführung kommt.“ Das Hauptstaatsarchiv umfasst Millionen Schriften – ein Regal von knapp 50 Kilometern Länge voller Papier. Das älteste ist eine Urkunde von Karl dem Großen von 794, die neuesten sind aktuelle Akten. Gefunden wird übrigens öfter etwas: „Vor kurzem wurden Blätter mit der Handschrift des Philosophen Leibniz entdeckt.“ Auch ein Zufall: Ein Mitarbeiter kannte dessen Handschrift. I. Weinzierl

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