Intendant ist verzweifelt

Komödie vor dem Aus? Probenräume werden abgerissen

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Intendant Thomas Pekny  fürchtet nun das Ende des Theaters

Altstadt: Die Fabrikhalle, in der die Komödie im Bayerischen Hof probt, wird abgerissen. Im April muss das Theater raus. Neue Räume sind bisher nicht in Sicht.

Dass die Wohnungsnot München fest im Griff hat, ist inzwischen weitum bekannt. Dass der Bau neuer Wohnungen wiederum alteingesessene Institutionen an den Rand der Existenz bringen kann, zeigt der Fall des drittgrößten Sprechtheaters Münchens: der Komödie im Bayerischen Hof.

Eines der beiden Gebäude, in denen die Komödie im Bayerischen Hof probt.

Denn: Die Industriehalle in Obersendling, in der das Theater in den vergangenen zehn Jahren seine Stücke einstudieren konnte, wird abgerissen. Der Eigentümer möchte auf dem Gelände an der Plinganser Straße seit vielen Jahren Wohnungen bauen – jetzt hat er dafür die Genehmigung. 

„Wir müssen Ende April raus“, sagt Intendant Thomas Pekny, der von einer „dramatischen Notlage“ spricht. „Ein urbanes Gebiet wird einfach dem Erdboden gleich gemacht“, ärgert er sich über den Abriss. Bekannt sei der seit eineinhalb Monaten. eine Alternative für die Komödie, die ihre Bühne am Promenadeplatz hat, ist seither nicht in Sicht. „Ich habe nur noch schlaflose Nächte“, klagt Pekny. „Wenn wir nicht mehr proben und nirgendwo unseren Fundus unterbringen können, dann ist das für die Komödie existenzgefährdend.“

Leicht wird die Suche nicht, denn die Anforderungen sind hoch: Mindestens 500 Quadratmeter und 3,70 Meter Höhe sollte der neue Probenraum haben, in unmittelbarer Stadtnähe liegen, mit den Öffentlichen gut erreichbar sein. Er muss eine Toilette haben, beheizbar sein – und bezahlbar. Mit 12 000 bis 15 000 Euro Miete im Monat sei man bei Räumen dieser Größenordnung schnell dabei, erklärt Pekny. Untragbar für das Sprechtheater, das keinerlei Subventionen bekommt und für ihre aktuellen Räume weniger als die Hälfte bezahlt. Ein Makler sei auch nicht finanzierbar.

Beim Oberbürgermeister ist Pekny bereits vorstellig geworden, aber auch dort konnte man ihm nicht helfen. Jetzt bemüht er die Öffentlichkeit um Unterstützung bei der Suche. Denn darüber, was passiert, sollte das Theater keine Räume finden, will Pekny lieber gar nicht nachdenken. „Das ist die Horrorvorstellung, ich kann ja nicht einfach zusperren. Aber das wäre die Konsequenz.“

Unterdessen müssen die Proben wie gewohnt weitergehen. Neben den Vorbereitungen für das Stück „Was dem einen Recht ist“ haben jetzt auch die Arbeiten für „Arthur und Claire“ mit Hardy Krüger Junior begonnen.
Romy Ebert-Adeikis

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