Maßnahmen-Offensive

Kinderbetreuung & Service-Telefon: Münchner Stadtrat beschließt Neuerungen für Sozialbürgerhäuser

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Die Eingänge der zwölf Münchner Sozialbürgerhäuser sollen zukünftig einladender werden.

Spielecke, Sitzbänke, Getränke- und Snackautomaten: Nicht nur dadurch soll ein Besuch im Sozialbürgerhaus in Zukunft angenehmer werden.

Freundlichere Eingangsbereiche, Kinderbetreuung und besserer, bürgernaher Service: Die Stadt will die Sozialbürgerhäuser für die Zukunft rüsten und für die Bürger öffnen. Auslöser für das Maßnahmenpaket, das der Sozialausschuss nun beschloss, ist die steigende Zahl der Bürger, die sich an die Häuser wenden. Von 2008 bis 2018 ist die Zahl der Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, um mehr als 6500 auf 21 459 gestiegen. Für kommendes Jahr werden 1000 weitere Berechtigte erwartet.

Münchner Sozialbürgerhäuser: Drei Standorte müssen dringend vergrößert werden

Um dem Anstieg gerecht zu werden, braucht es Platz. Das Sozialreferat erstellte eine Übersicht über die Raumsituation in den zwölf Standorten. Die Bilanz: Die Hälfte der Häuser stößt an die Kapazitätsgrenze. Kein Platz für die notwendige personelle Erweiterung sei beispielsweise am Orleansplatz, in Laim-Schwanthalerhöhe und Pasing. Für Pasing soll ein neuer Standort in der Offenbachstraße entstehen. Als Kosten für die Neuerungen wurden für 2020 über 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Der Stadtrat forderte, dass die Häuser einladender werden, der Service niederschwellig und effektiver wird. Dazu werden an zwei Standorten, Nord und Süd (Knorrstraße 101-103 und Schertlinstraße 2), zwei Jahre lang verschiedene Maßnahmen ausprobiert. Die Erkenntnisse dieser Pilotphase fließen in die Planungen für neue Standorte wie in Pasing ein. 

Schneller und effektiver soll der Service in den Münchner Sozialbürgerhäusern werden

Zu den Maßnahmen zählen konkret eine Kinderspielecke und Kinderbetreuung. So soll es für Familien und Alleinerziehende leichter werden, ihre Anliegen in den Häusern zu erledigen. „Die Sozialbürgerhäuser sollten wieder bürgerfreundlicher werden, sodass sich die Betroffenen wohlfühlen und sich mit ihren Problemen dorthin wenden möchten“, erklärt Anne Hübner (SPD) vom Sozialausschuss. 

Anne Hübner (SPD), die im Sozialausschuss sitzt, sieht die Bürgerhäuser mit den Neuerungen für die Zukunft gerüstet.

Durch den Beschluss bekomme das Sozialreferat die Ressourcen, um den Service verbessern zu können. Dazu gehören auch neugestaltete Eingangsbereiche mit Sitzmöglichkeiten, Snack- und Getränkeautomaten und abgetrennte Beratungszonen. Um schneller und effektiver zu helfen, erhalten Bürger schon dort eine fundierte Erstberatung, die sie gegebenenfalls an die zuständige Stelle weiterleitet. Zudem soll ein zentrales Servicetelefon für die Häuser und das Amt für Wohnen und Migration die Erreichbarkeit verbessern. Starten könnte die Pilotphase im Januar. Der dazugehörige Haushaltsbeschluss durch die Vollversammlung im Dezember sei nur noch Formsache, so Hübner.

Sabina Kläsener

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