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Sein Appell an die Münchner.

Kampf gegen das Vergessen: Christian Springers bewegende Eindrücke aus dem Libanon

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Die neueste Feldküche im Libanon hat Christian Springer vor wenigen Tagen mit Konstantin Wecker eingeweiht.

München: „Ein Kapitalverbrechen, was da passiert", sagt Christian Springer.

Die neueste Feldküche im Libanon hat Christian Springer vor wenigen Tagen mit Konstantin Wecker eingeweiht.

Die Bomben auf Aleppo liegen ein Jahr zurück – doch die Not der syrischen Flüchtlinge im Libanon ist aktueller denn je. Das berichtet Christian Springer: „Sie werden gerade schlicht von der Welt vergessen.“ Der Münchner Kabarettist weiß, wovon er spricht. Der 52-Jährige opfert mit seinem Verein „Orienthelfer“ seit fünf Jahren jede freie Minute, um selbst zu helfen und Hilfe zu organisieren. Beides scheint nötiger denn je. 

„Humanitäre Hilfe darf nicht aufhören, nur weil wir neue ,Breaking News‘ haben“, betont der Münchner aus Berg am Laim. Durch Medienberichte und die Tatsache, dass die Kämpfe in Syrien aktuell weniger werden, sei bei vielen der Eindruck entstanden, dass es auch den syrischen Flüchtlingen besser gehe. „Das Gegenteil ist der Fall. Ihnen geht es schlechter als je zuvor“, sagt Springer, der zwei Mal im Monat in den Libanon reist, um vor Ort zu helfen.

Die Bedingungen, unter denen dort geschätzt 1,3 bis zwei Millionen syrische Flüchtlinge leben: erschütternd. „An eine Rückkehr in ihre Heimat ist noch lange nicht zu denken, sie darben ihr Dasein im Schmutz. Vor fünf Jahren gespendete Kleidung und Schuhe sind längst kaputt, Kinderarbeit und Zwangsprostitution sind an der Tagesordnung.“ Viele Flüchtlinge müssen den libanesischen Landbesitzern Miete zahlen, berichtet Springer. „Und zwar für jedes Plastikstückchen, das als Unterschlupf dient.“ Lebensmittel, Kleidung oder Bildung für Kinder: Fehlanzeige. „Wir fordern von Flüchtlingen in Deutschland, dass sie sich an unser Grundgesetz halten. Auf der anderen Seite tritt die ganze Welt aber Gesetze und Menschenrechte sehenden Auges mit Füßen, weil wir zulassen, dass beispielsweise Kinder ohne Bildung bleiben (das Recht auf Bildung ist gemäß Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Vereinten Nationen ein Menschenrecht, Anm. d. Red.). Das ist ein Kapitalverbrechen, was da passiert.“

Eines der wichtigsten Projekte der „Orienthelfer“, um das Leid der syrischen Flüchtlinge gleich in doppelter Hinsicht zu lindern, sind die Feldküchen. Fünf Stück haben Springer und andere Helfer des Vereins bereits nach Syrien gebracht (siehe unten). Eine Feldküche versorgt nicht nur bis zu 2000 Flüchtlinge pro Tag, sondern schafft gleichzeitig auch Arbeitsplätze für syrische Köche und Küchenhilfen. Allerdings belaufen sich die Kosten – Lebensmittel, Gehälter und Nebenkosten mit eingerechnet – auf bis zu 9500 Euro im Monat. Je Küche. „Wenig Geld in Anbetracht der Anzahl der versorgten Menschen, aber aufs Jahr gerechnet für uns ohne weitere Spenden nicht zu stemmen“, appelliert Springer.

Deshalb kämpft der 52-Jährige mehr denn je gegen das Vergessen. „Aufgeben gibt es für mich nicht. Die Flüchtlinge müssen in einer schier ausweglosen Situation einen langen Atem haben, also müssen wir Helfer diesen auch haben.“ 
M. Litzlbauer

Die Feldküchen

Die Feldküchen sind das größte Projekt des Vereins „Orienthelfer“. Die Geräte bekommt der Verein von der Bundeswehr, den Johannitern und privaten Spendern überlassen. „Orienthelfer“ bringt sie in den Libanon, verteilt sie in Flüchtlingsgebieten und absolviert ein Training am Gerät. Die Vorteile: keine Lagerung von Essen in den Zelten (weniger Ungeziefer), kein Kochen im Zelt (weniger brennende Zelte), Arbeitsplätze für die syrischen Köche und Küchenhilfen. Die Speisen sind auf die Mangelernährung der Flüchtlinge abgestimmt. In ärmeren Gebieten werden auch bedürftige Libanesen versorgt. Durch Spendengelder übernimmt der Verein die komplette Bezahlung von Transporten, Zoll, Personal, Einkauf der Waren – sechs Tage die Woche, ein ganzes Jahr. Die Kosten belaufen sich je Feldküche und Monat auf bis zu 9500 Euro. Unter dem Stichwort „Feldküche“ bittet Christian Springer deshalb um Spenden:

Orienthelfer, Stadtsparkasse München, IBAN: DE92 7015 0000 0000 5741 11

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