Münchner Musiker verschaffen ihren Forderungen Gehör – im „Popmusik-Hearing“

Hört die Stadt jetzt zu?

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Münchens Musiklandschaft blüht. Doch es gibt trotzdem zahlreiche Punkte, an denen die Stadt für die Förderung der Musikszene ansetzen müsste. 

München – „Wo müssen wir noch etwas verbessern?“ – Beim „Pop-Hearing“ machen Bands, Veranstalter, Labels und andere Akteure der Popmusik auf die Defizite in der Münchner Musikszene aufmerksam

Über 1100 aktive Bands bereichern die Musiklandschaft Münchens. Doch nicht nur ihre Lieder, auch ihre Wünsche an die Stadt sollen jetzt gehört werden. Und zwar im sogenannten „Pop-Hearing“, das die Fachstelle Pop gemeinsam mit dem Kulturreferat veranstaltet. Bis zum 22. Oktober können sich Musiker, Veranstalter, Labels, Clubs und alle anderen Akteure, die in der Münchner Popmusik verwurzelt sind, anmelden.

„Ziel der Veranstaltung ist es, die Bedürfnisse der Münchner Musikszene zu erfassen“, erklärt Klaus Martens, Leiter der Fachstelle Pop. „Ganz unvoreingenommen einen Schritt zurück zu machen und zu sagen: Wo müssen wir noch etwas verbessern?“ Den Machern der Szene fallen da schon jetzt viele Punkte ein, die sie auf Hallo-Anfrage verraten.

„Die Stadt muss Räume schaffen für Bands und Musiker“, bringt Lukas Prommer der Münchner Band „Embrace the Emperor“ die häufigste Forderung der Szene auf den Punkt. „Bandräume sind ein großes Problem: Es gibt wenige und die sind kaum leistbar. Außerdem fehlen leider Auftrittsmöglichkeiten.“

Proberäume und Auftrittsmöglichkeiten

Konzertveranstalter stimmen diesem Punkt zu: „Es gibt zu wenige Orte für Open-Airs. Da sind wir als Medienstadt eindeutig hintendran“, sagt Danny Kufner von Polarkonzerte und Geschäftsführerin der Zehner Livebühne. Eine weitere Stellschraube an der sich drehen ließe: Die Stadt müsste sich dringend um schnellere Genehmigungsprozesse kümmern.

Doch es gibt auch positive Aspekte: „Ein großer Vorteil ist, dass alle super-freundlich und gut vernetzt sind. Man hat das Gefühl, dass das münchnerisch ist: zusammenzuhalten“, sagt Prommer. Das Münchner Popmusik-Hearing dürfte also gut besucht werden. Es findet am 3. Dezember von 13 bis circa 21 Uhr im Feierwerk statt.

S. Obermeir

Problematische Proberäume – der Fall Euro-Industriepark

München fehlen massiv Proberäume. Gleichzeitig steht mit dem „Music Club Munich“ ein großer Proberaum-Komplex im Euro-Industriepark vor dem Aus. „Die jetzige Kostenstruktur erlaubt es uns nicht, den MCM weiterzuführen“, sagt Oliver Fendt, Geschäftsführer der zuständigen Immobilienfirma Hausverwaltung Fendt und MCM. „Wir wollten deshalb aufstocken, um ihn finanziell rentabel zu machen. Jedoch kriegen wir aufgrund der geplanten Gebäudehöhe mit EG und fünf Geschossen keine Baugenehmigung. Trotz der Garantie, dass wir den Komplex zehn Jahre betreiben würden. Die Stadt hat uns signalisiert: Lieber ein Bordell als Proberäume“, so Fendt. Noch bis März 2019 proben im MCM rund 40 Bands, wenn bis Dezember keine Genehmigung vorliegt, müsse geschlossen werden.

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