„Wir kommen der Nachfrage gar nicht hinterher“

Die große Rad-Offensive

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Endlich keine Radl-Haufen mehr. Die Stadt macht sich jetzt für mehr Stellplätze stark.

München – Es herrschst Chaos – Chaos rund um die Radfahr-Hotspots der Stadt – Jetzt sollen ausreichend Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden – müssen dafür etwa die Autos weichen?

Die Parkplatz-Suche in der Großstadt ist das eine. Wer häufig auf zwei Rädern unterwegs ist, weiß aber: Auch mit dem Radl ist es oft schwer, einen Stellplatz zu finden. „Wir kommen der Nachfrage gar nicht hinterher“, sagt Herbert Danner, Mitglied im zuständigen Planungsausschuss für die Grünen/Rosa Liste. Die Folge: Chaos rund um die Radfahr-Hotspots in der Stadt.

Deshalb entscheidet der Stadtrat jetzt über die Fortschreibung der „Gesamtkonzeption Fahrradparken in München“. Diese sieht nicht nur neue Stellplätze, sondern auch neue Varianten, wie man solche schaffen kann, vor. „Beispielsweise könnte man im Sommer vor Eisdielen Pkw-Parkplätze zu Radstellplätzen umwandeln“, erklärt Bettina Messinger, Fahrrad-Beauftragte der SPD. „Das hat der Neuhauser Bezirksausschuss gefordert, ich könnte mir das aber auch gut in Haidhausen vorstellen“. Doch nicht nur vor Eisdielen, auch vor Schulen soll es mehr Platz für Räder geben: In einem Pilotversuch am St.-Anna-Gymnasium sollen morgens die Räder der Schüler, abends die Autos der Anwohner parken dürfen.

Weitere Problembereiche in Sachen Rad-Stellplätze seien die Knotenpunkten des Öffentlichen Personenverkehrs, so Danner. „Die Rückseite des Ost-Bahnhofs ist eine Katastrophe. Die Ständer dort sind uralt, die kenne ich noch aus meiner Grundschulzeit“, klagt er. Ausreichend Flächen für neue Stellplätze seien da. Das Problem: Die Zusammenarbeit mit der Bahn gestalte sich oft schwierig, wie auch Messinger zustimmt. „Bei der Neugestaltung des Hauptbahnhofs müssen wir viel Überzeugungsarbeit leisten.

Mehr Handlungsspielraum gibt es an den U-Bahn-Stationen der MVG. Trotzdem: An der U-Bahn-Stadtion Quiddestraße herrscht bisher auch Radl-Chaos. „Vor wenigen Wochen gab es eine Ortsbegehung, 2019 könnte es eine Lösung geben. Vielleicht geht man sogar mal andere neue Wege“, sagt Danner. „Man könnte dort die wenig befahrene Spur der Quiddestraße für Radlständer verwenden.“

Sebastian Obermeir

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