Geht der Impfstoff aus?

Grippe-Vorsorge: zwischen Engpass und Ungleichverteilung

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Aktuell sind nicht bei allen Hausärzten Grippe-Impfungen möglich. Es fehlt schlicht der Impfstoff.

München – „Noch nie haben uns zu einem so frühen Zeitpunkt so viele Meldungen erreicht, dass Ärzte keinen Impfstoff mehr beziehen können“ – Droht der Stadt etwa ein Engpass?

Die massive Grippewelle des vergangenen Winters – alleine in Bayern wurden mit über 43 000 Fällen so viele wie nie zuvor gemeldet – hat Michael S. dazu veranlasst, sich heuer dagegen impfen zu lassen. „Mit viel Elan bin ich also zu meinem Hausarzt in Schwabing, doch dort war der Impfstoff bereits vergriffen.“ Aktuell in München kein Einzelfall. Tatsächlich könnte sogar ein Engpass drohen.

„Fakt ist: Noch nie haben uns zu einem so frühen Zeitpunkt so viele Meldungen erreicht, dass Ärzte keinen Impfstoff mehr beziehen können“, bestätigt Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts – das Bundesinstitut für Impfstoffe – auf Hallo-Nachfrage. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayern erreichen entsprechende Meldungen von Münchner Ärzten. „Wir können aktuell noch nicht sagen, ob sich ein Engpass abzeichnet oder der Impfstoff nur ungleich verteilt ist“, sagt Stöcker. Um das herauszufinden, ruft das Institut sowohl Ärzte als auch Patienten dazu auf, jeden Fall mit einem speziellen Formular im Internet zu melden (bit.ly/2QYI0pc).

Sicher ist: Bundesweit wurden heuer 15,7 Millionen Dosen des Impfstoffs freigegeben. Dieser Bestand ist bereits vollständig von den Herstellern abverkauft. „Wir wissen aber nicht, ob sich Teile davon nicht noch in der Handelskette befinden“, erklärt Stöcker.

Verglichen mit dem letzten Jahr sind übrigens tatsächlich weniger Impf-Dosen produziert worden. Das liegt unter anderem daran, dass von der heuer verwendeten Vierfach-Variante nur vier Impfstoffe auf dem Markt sind. Vergangenes Jahr waren es mit Dreifach-Variante noch acht. Eine Produktion auf Vorrat lohnt sich wiederum für die Hersteller nicht. Nach einer Saison muss jede noch vorhandene Impfdosis vernichtet werden. Dennoch: „Wenn tatsächlich ein Versorgungsengpass besteht, dann gibt es immer Wege, diesen zu beheben“, beruhigt Stöcker.

Marco Litzlbauer

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