Testphase wird verlängert

Fuzo Sendlinger Straße: Entscheidung fällt im Oktober

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Ob die Sendlinger Straße dauerhaft zur Fuzo wird, wird im Oktober entschieden. Das Planungsreferat spricht sich dafür aus. Der BA plant zuvor eine Sondersitzung.

Seit über einem Jahr ist die Sendlinger Straße vollständig Fußgängerzone (Fuzo). Das Probejahr ist seit dem 8. Juli ausgelaufen, doch eine endgültige Entscheidung des Stadtrats liegt noch nicht vor. Geplant ist diese für den 18. Oktober. Bis dahin bleibt der Teilabschnitt der Sendlinger Straße zwischen Hackenstraße und Sendlinger Tor weiterhin Kfz- und Fahrrad-frei.

Planungsreferat empfiehlt dauerhafte Einrichtung der Fuzo

Vor der endgültigen Entscheidung befasst sich der Bezirks­ausschuss (BA) Altstadt-Lehel in einer Sondersitzung am 11. September (19.30 Uhr) in der Erkerbar des Hofbräuhauses mit dem Thema. Man möchte sich die Möglichkeit nicht nehmen lassen, Stellung zu beziehen. Das Planungsreferat hat allerdings bereits empfohlen, die Sendlinger Straße zwischen der Hackenstraße und der Herzog-Wilhelm-Straße sowie die Schmidstraße und die Singlspielerstraße dauerhaft zur Fuzo zu machen.

Ebenso wie das Referat sind auch die meisten Bürger für die Fußgängerzone - trotz verschiedener Einwände seitens Anwohnern und Geschäftsleuten. Das geht aus einer Evaluierung hervor, mit der die Stadt die Büros Studio/Stadt/Region und Zebralog beauftragt hat. Die Mitarbeiter der Büros hatten Passanten, Anwohner und Gewerbetreibende befragt.  

Kritiker bemängeln Anlieferprobleme und fehlende Parkmöglichkeiten

Kritiker der Fußgängerzone bemängeln die verschlechterte Zugänglichkeit. Gewerbetreibende beanstanden Schwierigkeiten bei der Zufahrt und Anlieferung. Ein großer Kritikpunkt vor allem seitens der Anwohner ist der Verlust von Parkplätzen und die dadurch verschärfte Situation im Hackenviertel.    

Das Planungsreferat (offiziell: Referat für Stadtplanung und Bauordnung) sieht die Testphase jedoch insgesamt als gelungen an. In einem Beschlussentwurf, der Hallo München vorliegt, schlägt das Referat dem Stadtrat vor, die Straße endgültig zur Fußgängerzone zu machen und entsprechend baulich umzugestalten. Zudem enthält das Papier eine Reihe weiterer Vorschläge von Bürgern und BA zur Fuzo, zu denen die Stadt Stellung bezieht.   

Frühes Ende der Lieferzeit stellt Bürger vor Probleme

Ein Vorschlag bestand darin, dass auch nach 10.15 Uhr noch geliefert werden darf. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) jedoch wünscht möglichst einheitliche Regelungen bei allen Münchner Fußgängerzonen. Und da die Lieferzeit auch bei anderen Fuzos auf 10.15 Uhr begrenzt ist, muss sich die Sendlinger Straße anpassen.

Das KVR spricht sich zudem dagegen aus, Handwerkern ohne weiteres auch außerhalb der Lieferzeiten die Zufahrt zu gewähren. Auch für Anwohner wird es hier keine gesonderten Ausnahmegenehmigungen geben. Diese hatten sich gewünscht, dass ihre Zufahrtserlaubnis entgegen der Regelung im Verkehrsversuch nicht eingeschränkt wird. Das KVR verweist jedoch darauf, dass hier die gleichen Kriterien angewendet werden müssen wie auch bei anderen autofreien Straßen in der Innenstadt. 

Parkplatzproblem im Hackenviertel bleibt vorerst bestehen

Wegen der Erweiterung der Fußgängerzone an der Sendlinger Straße sind für Anwohner viele Parkplätze weggefallen. Daher müssen die Autos verstärkt im Hackenviertel parken, doch da ist der Parkraum sehr begrenzt. Unter anderem in der Einwohnerversammlung im April wurde eine Verbesserung der Parksituation in mehreren Anträgen gefordert. Auch dies wurde vom KVR geprüft. Man habe jedoch keine geeigneten Plätze gefunden. 

Im Bereich Färbergraben/Sattlerplatz plant die Stadt 50 Anwohnerstellplätze. Doch bis es diese geben wird, kann noch einige Zeit vergehen. Denn die Stellplätze können erst im Rahmen einer Neubebauung des Sattlerplatzes nach Abriss des Parkhauses am Färbergraben errichtet werden. 

Eine Möglichkeit, wie das Parkplatzproblem in Zukunft gelöst werden könnte, ist die von Flori Schuster, Geschäftsführer des Sporthauses Schuster, und Wöhr und Bauer-Chef Wolfgang Roeck geplante Tiefgarage unter dem Rindermarkt

Einfahrtsverbot am Sendlinger Tor soll rückgängig gemacht werden

Im Juli 2016 wurde am Sendlinger Tor, wo die Fuzo beginnt, ein Einfahrtsverbot beschildert. Derzeit ist die Zufahrt für Berechtigte nur noch über die Hackenstraße möglich. Dies hält die Verwaltung nach einer entsprechenden baulichen Umgestaltung zur Fuzo für nicht länger nötig. Berechtigte sollen die Fußgängerzone dann grundsätzlich in beide Richtungen befahren können. 

Asamkriche soll mehr Geltung verliehen werden

Im Rahmen der Einwohnerversammlung am 26. April wurde der Antrag gestellt, dass der Platz vor der Asamkirche einen besonderen Bodenbelag bekommt. Dadurch solle die Kirche mehr zur Geltung gebracht werden. Das Planungsreferat unterstützt diesen Vorschlag. 

Laura Felbinger

  

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