Mehr Herz und Verständnis für die Verborgenen

Was flattert denn da?

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Sieben verschiedene Arten von Fledermäusen gibt es in der Stadt. Hier ist eine südamerikanische Brillenblattnase aus dem Tierpark Hellabrunn zu sehen.

München - Sie sind böse und saugen einem bei Nacht das Blut aus den Adern: Um den Ruf der Fledermäuse zu entstauben wird am Samstag, den 25. August die internationale  „Batnight" gefeiert

Über tausend von ihnen leben in München, und doch bekommen wir sie nur sehr selten zu Gesicht: Fledermäuse. Zeit, mehr über sie zu erfahren! 

Eine gute Möglichkeit bietet sich am Samstag, den 25. August. International wird an diesem Datum die sogenannte „Batnight" gefeiert. Der Grund: Fledermäuse, die einst mit Vampiren und Gruselschlössern in Verbindung gebracht wurden, sollen verstärkt als bedrohte und schützenswerte Art zur Kenntnis genommen werden. Auch in München kann man an dem Aktionstag mehr über die Tiere lernen.

Sieben verschiedene Arten gibt es in der Stadt, darunter der Große Abendsegler, die Rauhautfledermaus, die Wasserfledermaus und die Zwergfledermaus, welche so klein ist, dass sie in eine Streichholzschachtel passt. „Man vermutet, dass etwa um 1000 Fledermäuse in München leben“, sagt Dr. Irene Frey-Mann, Vorsitzende der Kreisgruppe München des Landesverbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV). In Harlaching gibt es zudem eine Auffangstation für die Tiere, in der Ehrenamtliche des LBV München Fledermäuse gesundpflegen oder Junge aufziehen. 100 bis 200 Tiere werden dort jährlich versorgt, Anfang Juli sind es manchmal über 40, am Ende des Winters können es auch 100 auf einmal sein.

Über ganz Bayern verteilt gibt es 20 verschiedene Fledermausarten, die meisten von ihnen sind jedoch vom Aussterben bedroht. Neben dem Verlust von Flugrouten und Quartieren ist auch die Nahrung ein Grund dafür. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Nachtinsekten, welche wiederum unter Flächenversiegelung und Düngemitteln leiden. Darum gehen die kleinen Säugetiere in München gerne entlang der Isar und deren Grünstreifen auf Nahrungssuche.

Jeder, der einen Garten oder Balkon besitzt, kann den fliegenden Stadtbewohnern Gutes tun: Dr. Sophia Engel vom LBV empfiehlt: „Achten Sie auf nachtinsektenfreundliche Pflanzen wie zum Beispiel Phlox oder Nachtkerze und verzichten Sie auf Düngemittel“. Wer vorhat, sein Dachgeschoss auszubauen oder zu sanieren, sollte in Erwägung ziehen, beim LBV anzurufen und sich beraten zu lassen. Neben Kirchen und ausgehöhlten Bäumen nutzen Weibchen nämlich gerne trockene und zugluftfreie Teile von Wohnhäusern, um ihre Jungen großzuziehen. bb

Veranstaltung im Englischen Garten und Tierpark

An zwei Orten in München kann man am 25. August die Tiere kennenlernen: Der LBV organisiert ab 14 Uhr in der Nähe des Chinesischen Turms ein Fest rund um die Fledermaus. Dort warten Bastelaktionen und Spiele. Abends um 19.15 Uhr geht es dort direkt weiter mit einer Führung. Ausgerüstet mit Fledermausdetektoren ist möglich, den Rufen der Fledermaus bei ihrer nächtlichen Insektenjagd zu lauschen.

Wer sich nicht nur mit den Münchner Arten beschäftigen will, kann am 25. und am 26. August im Tierpark Hellabrunn vorbeischauen: In der Fledermausgrotte steht ein Infostand von11 bis 17 Uhr bereit, der auch über die südamerikanischen Brillenblattnasen informiert. Zusätzlich gibt es von 12 bis 15 Uhr den indischen Riesenflughund und den Palmenflughund in der Dschungelwelt zu entdecken.

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