Diese Ausstellung zeigt beeindruckende Abschlussstücke der Meisterschule

Eine Hommage an Münchens Schreiner-Elite

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Das multifunktionale Möbelstück von Fabian Weigl ist nur eines von 39, die am Wochenende in der Schreiner-Meisterschule präsentiert werden.

Lehel – Die Ausbildungsplätze in der Münchner Schreiner-Meisterschule sind heiß begehrt. Jetzt zeigt eine Ausstellung die diesjährigen Abschlussstücke.

Die Münchner Schreiner-Meisterschule ist eine von gerade mal vier in ganz Bayern. Die Ausbildungsplätze sind heiß begehrt. Aus ganz Deutschland, sogar aus Berlin, kommen angehende Schreiner-Meister an die Schule. Am Wochenende zeigen 39 Schüler ihre Meisterstücke im Kerschensteiner Berufsschulzentrum.

Helmut Specht (59), ist Schreinermeister und Lehrer für Gestaltung und Konstruktion an der Fachschule.

„Es handelt sich dabei um hochwertige Einzelstücke, in welche die Schüler jeweils gute 250 Stunden Arbeit gesteckt haben“, sagt Helmut Specht (59), Schreinermeister und Lehrer für Gestaltung und Konstruktion an der Fachschule. „10 000 Euro ist so ein Stück allemal wert. Sein Meisterstück verkauft aber eigentlich niemand, dass wird meist sogar weitervererbt“, erklärt Specht.

Die Ausbildung an der Schreiner-Meisterschule dauert drei Semester, also eineinhalb Jahre. Pro Semester werden 26 Schüler aufgenommen. „Es bewerben sich aber immer mehr, etwa 35 bis 40, je nach dem“, sagt Specht. Es wird dann nach Noten in der Gesellenprüfung und Berufserfahrung ausgesiebt. Zwar heißt es immer, das Handwerk stirbt aus, warum sich aber dennoch so viele bewerben führt Specht darauf zurück, dass es „im Schreiner-Handwerk viel Arbeit gibt. Unsere Schüler wissen, dass sie nach der Ausbildung auf jeden Fall irgendwo unterkommen“, erklärt Specht.

Fabian Weigl konnte mit seinem Entwurf in der Abschlussprüfung sowohl theoretisch als auch praktisch überzeugen.

Um an der Schreiner-Meisterschule angenommen zu werden, braucht man zunächst eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Schreiner-Handwerk. Viele Gesellen steigen dann direkt in einen Betrieb ein. Wer sich jedoch als Schreiner selbstständig machen will, braucht den Meisterbrief. Diesen erhält man an der Meister-Schule, wenn man in der Abschlussprüfung sowohl im Theoretischen als auch im Praktischen überzeugt. Dafür müssen die Schüler kreativ sein, so wie etwa Fabian Weigl (28). „Sein Stück ist aus Eiche und Linoleum. Es besteht aus einzelnen Korpussen. Diese kann man unterschiedlich aufeinander stecken. Das ist ein raffiniertes, multifunktionales Möbelstück“, findet Specht.

Laura Felbinger

Die Meisterstücke sind am Freitag, 12., von 17 bis 21 Uhr und am Samstag, 13. Oktober, von 11 bis 19 Uhr, in der historischen Aula und im Ausstellungsraum des Kerschensteiner Berufsschulzentrums, Liebherrstraße 13, zu betrachten. Eintritt frei.
Weitere Infos unter www.meisterschule-schreiner.de

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