Wegen Abriss

Direkthilfe für MS-Kranke beendet nach 37 Jahren ihre Arbeit

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Seit über 20 Jahren Schirmherrin des Benefiz-Basars: Christine Neubauer

München: Das ist ein trauriger Abschied.

Christine Neubauer (Foto) ist ihr strahlendes Lachen vergangen. Über 20 Jahre war sie Patin der Direkthilfe für Menschen, die unter Multipler Skle­rose leiden. Jetzt geht sie ein letztes Mal durch die Räumlichkeiten im Lodenfrey-Park. Nach 37 Jahren findet nun der letzte Benefiz-Basar statt. „Ich finde es furchtbar, dass so ein soziales Engagement nach vielen Jahren kaputt geht“, sagt Neubauer. 

Doch Vorsitzende Barbara Müller hat keine Wahl. Obwohl ihr das Herz blutet, die Betroffenen nicht mehr mit Kontakt- und Selbsthilfegruppen, Fahrdiensten sowie speziell ausgebildeten Pflege-Fachkräften unterstützen zu können. Der langjährigen Lebensgefährtin von Bernhard Frey wurden die Räumlichkeiten im Lodenfrey-Park an der Osterwaldstraße gekündigt. Bis zum 28. Februar muss der Verein sein Büro und Lager räumen. Ab März soll der Abriss des veralteten Gebäudes beginnen.

Wo früher die Produktion des Münchner Traditionsgeschäfts Lodenfrey ihr Zuhause fand, ist vor Jahren ein Gewerbepark mit Firmen aus dem kreativen Umfeld entstanden. Nach dem Abriss soll ein modernes fünfstöckiges Bürogebäude entstehen – Bauzeit: schätzungsweise drei Jahre. „Es wäre unrational, darauf zu warten“, erklärt die 78-Jährige resigniert. Für ihren Verein ist daher nun Schluss. Sie ist traurig, ihr Lebenswerk aufgeben zu müssen – auch wenn es nicht ganz überraschend kam. „Seit zehn Jahren wird über einen Abriss gesprochen, das hing wie ein Damoklesschwert über uns“, erklärt Müller. „Wir haben einfach immer weiter gemacht.“

Jetzt lädt die Direkthilfe ein letztes Mal zum Basar ein. Von 10 bis 18 Uhr können in der Osterwaldstraße  10 am 14., 19., 20., 27. und 28. Januar Designerstücke für den guten Zweck erstanden werden.
sab

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