Das Museum zeigt seine Schätze

Deutsches Museum öffnet erstmalig seine wertvolle Bibliothek

Himmelsatlanten, Enzyklopädien oder Bücher über Handwerksberufe, teils 500 Jahre alt - Helmut Hilz, Leiter der Bibliothek, hütet die größten Raritäten.
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Himmelsatlanten, Enzyklopädien oder Bücher über Handwerksberufe, teils 500 Jahre alt - Helmut Hilz, Leiter der Bibliothek, hütet die größten Raritäten.
Gedrucktes, so teuer wie ein Haus: Die illustrierte Darstellung der Welt von 1493 zeigt die „Schedel’sche Weltchronik“. Auf dieser Doppelseite ist München abgebildet. Käme das Werk in den Handel, „könnte es den Wert eines Hauses im Münchner Umland haben“, sagt Helmut Hilz. Auch vor 500 Jahren kostete es schon viel: So viel wie ein Haus in der Nürnberger Innenstadt. 100 Exemplare wurden damals auf deutsch gedruckt.
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Gedrucktes, so teuer wie ein Haus: Die illustrierte Darstellung der Welt von 1493 zeigt die „Schedel’sche Weltchronik“. Auf dieser Doppelseite ist München abgebildet. Käme das Werk in den Handel, „könnte es den Wert eines Hauses im Münchner Umland haben“, sagt Helmut Hilz. Auch vor 500 Jahren kostete es schon viel: So viel wie ein Haus in der Nürnberger Innenstadt. 100 Exemplare wurden damals auf deutsch gedruckt.
Frau als Autorin: Die Autoren sind zu 99 Prozent männlich – aber nicht bei diesem Exemplar. Dieses stammt von der Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717). Es ist ein Buch über ihre Reise nach Surinam – Flora und Fauna hat sie festgehalten.
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Frau als Autorin: Die Autoren sind zu 99 Prozent männlich – aber nicht bei diesem Exemplar. Dieses stammt von der Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717). Es ist ein Buch über ihre Reise nach Surinam – Flora und Fauna hat sie festgehalten.
Kleinstes Büchlein: Dieses Mini-Büchlein erschien 1896 zur Berliner Gewerbeausstellung. Es ist in einem Kästlein samt Lupe verpackt – andernfalls könnte man nichts lesen. Das Exemplar ist weltweit einmalig.
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Kleinstes Büchlein: Dieses Mini-Büchlein erschien 1896 zur Berliner Gewerbeausstellung. Es ist in einem Kästlein samt Lupe verpackt – andernfalls könnte man nichts lesen. Das Exemplar ist weltweit einmalig.
Wertvollstes Werk: Das Astronomicum Caesareum aus dem Jahr 1540 gilt als das kostbarste Buch der Bibliothek, denn es zählt zu den schönsten naturwissenschaftlichen Büchern. Ein Exemplar ist in der USA für eine Million Dollar verkauft worden.
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Wertvollstes Werk: Das Astronomicum Caesareum aus dem Jahr 1540 gilt als das kostbarste Buch der Bibliothek, denn es zählt zu den schönsten naturwissenschaftlichen Büchern. Ein Exemplar ist in der USA für eine Million Dollar verkauft worden.
Der Lesesaal der Bibliothek.
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Der Lesesaal der Bibliothek.
Der Lesesaal der Bibliothek.
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Der Lesesaal der Bibliothek.
Auch im Magazin der Bibliothek des Deutschen Museums werden bereits einige Besonderheiten aufbewahrt. 
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Auch im Magazin der Bibliothek des Deutschen Museums werden bereits einige Besonderheiten aufbewahrt. 

Lehel: Die Bibliothek des Deutschen Museums öffnet erstmals ihre Pforten und zeigt 500 Jahre alte Exemplare.

Rund 7500 Bücher stehen in Reih und Glied in den Regalen des „Rara-Raums“. Rara-Raum? Der Raum der Raritäten! Er gilt als das Allerheiligste der Bibliothek des Deutschen Museums, der größten Museumsbibliothek der Republik. Dort befinden sich Himmelsatlanten, Enzyklopädien, Bücher über Handwerksberufe – einige sind 500 Jahre alt. „Viele stammen aus der Anfangszeit des Buchdrucks“, sagt Helmut Hilz, Leiter der Bibliothek – der Herr der gedruckten Schätze quasi.

Das Allerheiligste sowie das Magazin können die Münchner jetzt erstmals bei einem „Tag der offenen Tür“ besuchen – am Samstag, 28. Oktober, finden zwischen 10 und 18 Uhr Führungen, Lesungen sowie ein Bücherflohmarkt statt.

Aber zurück zu Helmut Hilz: Mit weißen Handschuhen nimmt er die Erstausgabe eines Werks von Kopernikus in die Hand. Dort ist die Abbildung des heliozentrischen Weltbildes zu sehen. Heißt: Die Sonne ist das Zentrum – um sie bewegen sich die Planeten und die Erde. Das Besondere daran ist, dass es auf dem katholischen Index stand. Es war verboten. Denn damals hieß es seitens der Kirche, dass die Erde der Mittelpunkt sei. „Kein Wunder, dass das Buch erst nach Kopernikus’ Tod erschienen ist“, sagt Museums-Sprecher Gerrit Faust.

Weiterer Höhepunkt der Bibliothek ist das Magazin im Obergeschoss: riesige Metall-Regale beherbergen rund eine Million Bände – hauptsächlich dreht es sich um Technik und Naturwissenschaft. Darunter ist eine Zeitschrift von 1905 – darin veröffentlichte Albert Einstein seine „spezielle Relativitätstheorie“. Die Bücher sind besonderem Klima ausgesetzt, um sie zu erhalten. Dennoch sind die Mitarbeiter dabei, sie zu digitalisieren –

20 000 seien laut Hilz schon eingescannt.
Ines Weinzierl

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