Nach Entscheidung der Staatsregierung am Dienstag

Paukenschlag wegen Coronavirus: Saison-Abbruch in der DEL ist fix

München: Wegen des Coronavirus ist die DEL-Saison noch vor den Playoffs abgebrochen. Dennoch darf sich der EHC Red Bull München nicht Meister nennen...

  • Der Freistaat Bayern greift im Kampf gegen Corona zu drastischem Schritt
  • In vielen Sportarten wie der Fußball-Bundesliga dürften Geisterspiele die Folge sein
  • Die deutsche Eishockeyliga (DEL) bricht ihre Saison vorzeitig ab

München - Im Kampf gegen das Coronavirus greift der Freistaat hart durch. Veranstaltungen mit über 1000 Personen sind bis 19. April verboten. Die Folgen sind drastisch...

Coronavirus München: DEL bricht Saison ab - Warum der EHC Red Bull München trotzdem nicht Meister ist

UPDATE 10. März, 18.02 Uhr: Die 26. Spielzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorzeitig beendet. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um den neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) hat die DEL entschieden, den Spielbetrieb nach dem regulären Ende der Hauptrunde einzustellen. 

Es ist das erste Mal in der Geschichte der DEL, dass die Playoffs abgesagt werden. Den 100. deutschen Eishockey-Meister gibt es nicht - Hauptrundensieger Red Bull München hat sich lediglich wie Titelverteidiger Adler Mannheim, die Straubing Tigers und die Eisbären Berlin für die Champions League qualifiziert.

"Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Klubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke nach stundenlangen Beratungen am Dienstag: "Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus."

Der EHC Red Bull München begrüßt die Entscheidung der DEL. Gesundheit und Sicherheit stehen vor sportlichen oder wirtschaftlichen Interessen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Corona-Virus hat der dreifache deutsche Eishockeymeister bereits in der vergangenen Woche erste Maßnahmen ergriffen. Die Absage der Playoffs ist nun die konsequente und vernünftige Umsetzung der Anordnungen des Gesundheitsministeriums bzw. der Empfehlungen vieler medizinischer Institute.

Alle Ticketkäufer erhalten bereits gezahlte Eintrittsgelder – im Fall von Dauerkarten anteilig – erstattet.

Coronavirus München: Steht die Deutsche Eishockeyliga (DEL) wegen des Coronavirus vor einem Abbruch?

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, denkt die DEL aktuell darüber nach, die Play-offs abzusagen und die Saison vorzeitig abzubrechen. "Es stimmt, dass es dazu Beratungen gibt", sagte Wolfgang Gastner, Geschäftsführer der Nürnberg Ice Tigers, am Montag der Bild. 

Es wäre ein Novum in der 26-jährigen Geschichte der Liga. Es gebe noch keine „finale“ Entscheidung, teilte ein Sprecher der Liga am Dienstag mit: „Wir bewerten die Situation heute gemeinsam mit den Clubs.“ 

„Wenn wir nicht spielen dürfen, dürfen wir nicht spielen“, sagte GeschäftsführerGernot Tripcke in der „Eishockey News“ (Dienstag): „Einen Meister werden wir schon küren.“ Die DEL werde sich „allen Anordnungen der Behörden fügen“. BundesgesundheitsministerJens Spahn (CDU) hatte empfohlen, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen.

Coronavirus München: Entscheidung über Abbruch der DEL könnte noch am Dienstag-Nachmittag fallen

Am Mittwoch soll eigentlich die erste Playoff-Runde beginnen, in der die zwei noch fehlenden Viertelfinalisten ermittelt werden. Der ERC Ingolstadt trifft auf die Augsburger Panther. Im zweiten Duell in der Best-of-Three-Serie spielen die Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg. „Es ist nicht auszuschließen, dass am Dienstag-Nachmittag die Saison vorzeitig beendet wird und München dann als Hauptrunden-Erster neuer deutscher Meister ist“, sagte Nürnbergs Geschäftsführer Wolfgang Gastner der „Bild“-Zeitung.

Vor dem Hintergrund, dass wegen des Coronavirus in Bayern Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern am Dienstag wohl bis auf weiteres verboten werden, erscheint dieser Schritt durchaus denkbar. Eishockeyspiele ohne Zuschauer sind von den Vereinen, die noch viel stärker als der Profifußball auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, kaum stemmbar. Inwiefern sie ein komplettes Fehlen der zuschauerstarken Playoffs kompensieren können, bleibt abzuwarten.

Coronavirus: FC Bayern spielt vor leeren Rängen - einheitliche Linie bei Geisterspielen fehlt

Mit den ersten Geisterspielen derFußball-Bundesliga und der Angst vor schweren wirtschaftlichen Schäden treffen die Folgen der Corona-Krise den deutschen Sport immer härter. Hunderttausende Fußballfans werden in den kommenden Wochen aus den Bundesliga-Stadien ausgesperrt, schon am Mittwoch muss das Rheinderby Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln ohne Zuschauer gespielt werden. 

Eine einheitliche Lösung für alle Bundesländer aber gibt es bislang nicht - so will der 1. FC Union Berlin am Samstag gegen den FC Bayern München vor vollem Haus antreten. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mahnte am Dienstag an, die „gesamte Liga“ müsse sich auf eine „gemeinsame Linie einigen“.

Das Heimspiel derTSG 1899 Hoffenheim gegen Hertha BSC am Samstag wird hingegen wegen der Auswirkungen des Coronavirus ohne Zuschauer ausgetragen. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Dienstag mit. „Die Gesundheit der Zuschauer ist das höchste Gut, daran haben sich alle Gespräche und Entscheidungen der vergangenen Stunden bemessen“, sagte TSG-Geschäftsführer Frank Briel. Die Entscheidung sei nach intensivem Austausch mit den zuständigen Bundes-, Landes- und Regional-Behörden gefallen.

Coronavirus München: Freistaat wandelt Empfehlung in klare Richtlinie um

Das Coronavirus könnte nun auch in Bayern zu Einschränkungen im Sport führen. Die bayerische Staatsregierung will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss (CSU und Freie Wähler) am Montag in München geeinigt. Entsprechende Informationen liegen dem Münchner Merkur vor. Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden.

Bis Karfreitag fallen zumindest für denFC Bayern München das Champions-League-Heimspiel gegen den FC Chelsea am 18. März und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt vier Tage später an. Sollten die Münchner in einem möglichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen.

Betroffen wäre zudem das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 31. März in Nürnberg gegen Italien. 

Wenn die Entscheidung im Landtag wegen des Coronavirus endgültig gefallen ist, lesen Sie es in unserem Ticker.

Coronavirus München: Absage von Veranstaltungen mit 1000 Personen trifft auch die Deutsche Eishockeyliga (DEL) hart

Zudem trifft die Entscheidung auch die Pre-Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit Spielen in Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg. Doch auch der EHC Red Bull München steigt schon am 18. März in die Playoffs ein - also lange vor Karfreitag am 10. April. 

Da die Eishockeyvereine zu großen Teilen von den Zuschauereinnahmen leben - deutlich stärker als zum Beispiel der deutsche Profifußball - bleibt abzuwarten, ob die entsprechenden Spiele dann überhaupt stattfinden. Allerdings dürfte der eng getaktete Terminkalender wenig Alternativen zulassen.

Coronavirus München: Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern war bereits am Montag eine Empfehlung

BundesgesundheitsministerJens Spahn hatte zuvor erneut drastischere Maßnahmen gefordert, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. "Ich ermuntere die Verantwortlichen ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen", sagte der CDU-Politiker am Montagmittag in Berlin. "Das heißt nicht, dass der Sport nicht stattfindet, sondern die Frage ist, unter wie vielen Beteiligten", führte er aus. Gemeint sind wohl Spiele unter Ausschluss der Zuschauer.

Fakt ist bereits: Das Achtelfinalrückspiel in der Champions League zwischen Paris St. Germain und Borussia Dortmund am Mittwoch findet wegen der Coronavirus-Epidemie ohne Publikum statt. In Anwendung der vom Gesundheitsministerium am Sonntag beschlossenen Maßnahmen sei entschieden worden, das Spiel hinter verschlossenen Toren auszutragen, teilte die Polizei-Präfektur von Paris am Montag mit. 

Das Achtelfinal-Rückspiel vonRB Leipzig gegen Tottenham Hotspur findet hingegen am Dienstag wie geplant mit Zuschauern statt.

Coronavirus München: am Montag 39 neue Infektionen im Freistaat nachgewiesen

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom frühen Montagabend wurden im Freistaat 39 neue Infektionen nachgewiesen. Damit gibt es in Bayern mindestens 256 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2, so nennen Experten das neuartige Coronavirus, getestet wurden. 

Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Quellen: dpa/Münchner Merkur/lit

Rubriklistenbild: © dpa

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