Spendenprojekt für Kreative

Corona München: Kulturretter wollen Künstler unterstützen 

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Stefan Schröder (l.) und Fabian Rauecker wollen betroffenen Kulturschaffenden finanzielle Unterstützung bieten.

Münchner Projekt zeigt Theaterstücke, Konzerte und Lesungen im Livestream. Zuschauer sollen Spenden

München - Stark treffen die durch das Coronavirus bedingten Absagen und Schließungen von Veranstaltungen und Örtlichkeiten vor allem Kulturschaffende. Diese haben dadurch mit großen finanziellen Engpässen zu rechnen. Um dem etwas entgegenzuwirken, ist nun ein besonderes Projekt gestartet worden: Die Kulturretter. 

Kulturretter wollen Kreative in Corona-Krise helfen

Gegründet von Stefan Schröder, Fabian Rauecker und Dominik Fahrian versucht die Initiative, Künstlern Räume zum Auftreten zu verschaffen. Das Besondere dabei: „Das Projekt finanziert sich über einen Spendenfond“, erklärt Schröder. Dieser soll die Bezahlung von Künstlern, Location, Technikern, Organisatoren und Dienstleistern abdecken.

„Die Idee ist es, unbekannteren und durch das Virus existenzbedrohten Kulturschaffenden eine Möglichkeit zu bieten, ohne Sorgen auftreten zu können“, so der Initiator weiter.

Per Livestream sollen die Auftritte übertragen werden. Damit greifen die Kulturretter eine münchenweit praktizierte Idee für Kultur-Veranstaltungen in der Stadt auf.

Spenden sollen an Künstler gehen

Dafür können Interessierte und Hilfsbereite durch Spenden und Käufe von Unterstützerprodukten Geld zur Finanzierung des Projekts senden. „Es wird auch Spendertickets zu den Auftritten für je fünf Euro geben. Damit kann man die Künstler zusätzlich unterstützen“, so Schröder. 

Die Auftritte sollen aber kostenlos in die Wohnzimmer der Menschen übertragen werden. „Davon erhoffen wir uns neben der Bühne für die Künstler auch, dass die Leute merken, wie wichtig und geschätzt ihre Anwesenheit bei solchen Auftritten ist, dass sie ein Teil davon sind.“ 

Tägliches Programm bis 19. April auf YouTube

Die Suche nach Räumen verlaufe laut Schröder bereits jetzt sehr erfreulich: „Das Feedback, das wir bekommen ist durchweg positiv. Viele Betreiber signalisieren uns ihre Hilfsbereitschaft, manche bieten uns sogar die kostenlose Nutzung der Räume an.“ 

Dies sei besonders hilfreich, denn für den Finanzierungsfond rechne man mit etwa 5000 Euro pro Auftritt. „Wir planen das Programm ab 26. März zunächst bis 19. April mit täglichen Livestreams auf YouTube. Das könnte uns bis zu 130 000 Euro kosten.“ Bereits heute seien über 7000 Euro in den Fond eingegangen.

Die Organisatoren seien derzeit mit ihrem Grafiker zu viert, werden aber auch noch wachsen: „Kollegen von uns haben bereits ihre Hilfe zugesichert. Weitere Unterstützer sind aber auch gern gesehen“, verrät Schröder.

Den Auftakt des Programms liefert um 20 Uhr die Hip-Hop-Gruppe "Dicht & Ergreifend", später (22 Uhr) folgt noch ein DJ-Set von DJ Spliff.

Zu sehen sind alle Konzerte auf dem Kulturretter YouTube-Kanal.

Benedikt Strobach

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