Stadt veröffentlicht jährlichen Bericht

Es brennt an den Berufsschulen - und die Stadt wird kreativ

Knapp 150 Stellen sind in der Landeshauptstadt nicht besetzt.
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Knapp 150 Stellen sind in der Landeshauptstadt nicht besetzt.
Auf diese Punkte können sich zukünftige Lehrer freuen.
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Auf diese Punkte können sich zukünftige Lehrer freuen.
Da wird sogar die Isar benutzt: Mit einem möglichst angenehmen Lebensgefühl möchte die Stadt neue Lehrer suchen.
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Da wird sogar die Isar benutzt: Mit einem möglichst angenehmen Lebensgefühl möchte die Stadt neue Lehrer suchen.
Sympathisch, authentisch und offen: Die Stadt München hofft mit Sympathieträgern auf neue Lehrer.
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Sympathisch, authentisch und offen: Die Stadt München hofft mit Sympathieträgern auf neue Lehrer.
Weil so viele Stellen in München nicht besetzt sind, wird sogar das schöne Münchner Panorama oder die Isar zur Anwerbung neuer Lehrer benutzt. 
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Weil so viele Stellen in München nicht besetzt sind, wird sogar das schöne Münchner Panorama oder die Isar zur Anwerbung neuer Lehrer benutzt. 

München - Es mangelt massiv an Lehrern für die Berufsschulen. Um jeden möglichen Lehrer von der Landeshauptstadt zu überzeugen, hat sich die Stadt eine witzige Flyer-Kampagne überlegt

Aktuell sind in München 150 Stellen unbesetzt. Aushilfslehrer fangen momentan zwar das Gröbste ab, aber: 46 Prozent der Lehrer sind über 50 Jahre, 16 Prozent sogar über 60 Jahre alt. Insbesondere in den technischen Bereichen gibt es kaum Nachfolger – und das bei steigenden Schülerzahlen. Um der Situation Herr zu werden, startet das Münchner Referat für Bildung und Sport nun eine Flyer-Kampagne. 

Weil so viele Stellen in München nicht besetzt sind, wird sogar das schöne Münchner Panorama oder die Isar zur Anwerbung neuer Lehrer benutzt. 

„Wir sind so verzweifelt, dass wir sogar das Alpenvorland darauf abbilden“, flüchtet sich Stadtschulrätin Beatrix Zurek bei der Vorstellung des neuen Bildungsberichts in Selbstironie. Die Flyer sollen auf Messen verteilt werden, in München soll es zudem eine groß angelegte Plakataktion geben.

"5,2 Stunden lacht die Sonne täglich über München", oder "Der Englische Garten ist einer der größten Parkanlagen der Welt" - diese und noch mehr Punkte sollen potenzielle Lehrer auf der Rückseite des Flyers (siehe Bildergalerie) von München überzeugen.

So viele Berufsschüler wie noch nie 

Insgesamt fällt die Bilanz des Referats für Bildung und Sport für das Jahr 2017 aber durchaus positiv aus. Im Schuljahr 2017/ 2018 waren 15.000 Schüler in den Eingangsklassen der städtischen Berufsschulen angemeldet. Das waren 500 mehr als im Vorjahr und gleichzeitig so viele wie noch nie. Die Nachfrage nach Ausbildungsberufen ist in München gleichbleibend – ganz im Gegensatz zum bundesweiten Trend.

Ausbildung und Geschlechterrollen

Bei den Jugendlichen war im Jahr 2017 eine Berufsausbildung im Büromanagement oder im Einzelhandel am beliebtesten. Die große Bandbreite an Ausbildungsberufen wird aber kaum genutzt: 54 Prozent der Azubis verteilen sich auf lediglich 15 Berufe. Manche Ausbildungen bleiben daher gänzlich unbesetzt, wie die der Bestattungsfachkraft. In den aktuellen Zahlen spiegeln sich auch die Geschlechterrollen wider: Während den Beruf der medizinischen Fachangestellten zu 97 Prozent Frauen erlernen wollen, entscheiden sich für eine Ausbildung zum Fachinformatiker 90 Prozent Männer.

Zuwanderung als Chance

Neun Prozent der Jugendlichen im ersten Ausbildungsjahr sind in den letzten sechs Jahren zugewandert – Tendenz steigend. Insbesondere im Bereich der Pflege könnte ansonsten ein Großteil der Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Von 194 Auszubildenden im Münchenstift sind 160 keine deutschen Staatsbürger. „Ich könnte ohne Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund kein städtisches Altenheim betreiben. Ich sehe das als Chance“, kommentiert Bürgermeisterin Christine Strobl die Vorstellung des Bildungsberichts.

Der schönste Beruf in der schönsten Stadt

Trotz der insgesamt positiven Ausbildungssituation bleibt ein fader Beigeschmack: der hohe Standard an den Münchner Berufsschulen kann nur durch entsprechendes Lehrpersonal erhalten werden. Die Stadt wirbt daher mit ihrer groß angelegten Kampagne „Der schönste Beruf in der schönsten Stadt“ für das Studium zum Lehramt an beruflichen Schulen. Flyer und Plakate sollen das Interesse der Jugendlichen an dem Studiengang wecken. Ob dies Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. soph

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